Islamisten attackierten Armeestellung in Hama

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Kämpfer von Tahrir al-Sham durchsuchen Häuser in Musaibin auf der Suche nach IS-Anhängern

Erneut kam es im Norden der zentralsyrischen Provinz Hama zu intensiven Gefechten zwischen islamistischen Milizen und der Syrisch-Arabischen Armee. Demnach griffen Islamisten von „Jaish al-Izzah“ am Mittwoch überraschend mehrere Verteidigungsstellungen der Armee nahe der Stadt al-Masasenah an, konnten jedoch nach mehrstündigen Gefechten erfolgreich zurückgeschlagen werden. Hierbei handelt es sich nach Wochen um den ersten größeren Bruch der zwischen der Türkei und Russland ausgehandelten „Deeskalationszone“, die eine Befriedung des syrischen Konfliktes zwischen Regierung und Opposition herbeiwirken soll. Derweil fliegen Russland und Syrien wieder vermehrt Luftangriffe auf verschiedene Orte unter oppositioneller Kontrolle.

Mithilfe von westlichen Panzerabwehrwaffen attackierte die einst von den USA finanzierte Miliz Jaish al-Izzah Positionen der Armee und lokaler Verteidigungsmilizen, in dessen Folge bis zu neun Soldaten/Kämpfer gestorben sind. Nord-Hama ist neben Süd-Aleppo und Latakia immer wieder Schauplatz der brutalsten Gefechte in dieser Waffenruhe. Auch wenn die syrische Armee angeblich zu einer Offensive rüstet, bleibt es größtenteils ruhig entlang den Frontlinien der Provinz Idlib, die letzte noch von Aufständischen kontrollierte Region. Erst vor einigen Wochen gab es in der Nähe einen Infiltrationsversuch von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham), der aber frühzeitig aufgedeckt und mindestens vier Angreifer getötet wurden.

Russland und die Türkei einigten sich vor einigen Monaten gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Sollten sich die Gerüchte über eine bevorstehende Operation bewahrheiten, so könnte sie für die syrische Regierung eine langfristige Lösung des Idlib-Problems bedeuten und würde damit die Opposition vollständig aus Syrien vertreiben.

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