SDF leitet Gegenoffensive gegen den Islamischen Staat ein

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IS-Kämpfer versuchen amerikanische Drohne über Haijin abzuschießen

Nachdem der Islamische Staat zu einer erfolgreichen Offensive gegen die von den USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) ausholen konnte und in ihrer letzten Enklave nahe der irakischen Grenze viele Orte wiedererobern, die Monate zuvor verloren gegen die SDF verloren wurden, startete das arabisch-kurdische Milizenbündnis eine Gegenoffensive mit dem Ziel, verloren gegangene Territorien wiederzuerobern und den IS in seinem letzten Kerngebiet im Euphrat-Tal zu besiegen. Bisher gibt es aber nur beschränkt Erfolge zu verzeichnen, unter dem Vorteil des Wetters konnte die Terrormiliz bisher fast alle Attacken abwehren und selber Gegenangriffe einleiten.

Die Wetterverhältnisse des Winters im Euphrat-Tal sind für den Angreifer stets nachteilig: Abwechselnde Sandstürme, Nebel und sogar Überflutungen beeinträchtigen die Effektivität der stärkten SDF-Waffe, die amerikanische Luftwaffe. Ohne sie sind die offensiven Kapazitäten beschränkt, was sich auch in der Realität ausdrückte: Nördlich der größten noch unter IS-Kontrolle stehenden Stadt Haijin konnten die Islamisten mehrere Angriffe abwehren. Im Gegenzug dazu starteten IS-Kämpfer Mörser- und Artillerieangriffe nahe dem Dorf Kishma, auch Positionen der syrischen Armee am anderen Euphrat-Ufer wurden attackiert.

Spezialeinheiten konnten einen IS-Kommandanten gefangen nehmen, zudem wurden bei einem amerikanischen Luftschlag auf ein IS-Gefängnis mehrere, ehemals hochrangige Mitglieder des Islamischen Staates getötet werden, darunter auch der österreichische Dschihadist Mohamed Mahmoud. Inhaftiert wurde er angeblich aufgrund von Richtungskämpfen innerhalb der Organisation, wo Mahmoud zum radikaleren Flügel gehörte.

Der Kampf zwischen SDF und Islamischem Staat dauert seit fast einem Jahr im Euphrat-Tal an. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Operation „Jazira Storm“ immer wieder verzögert, meist aus verschiedenen Faktoren. Generell werden mehrere Gründe für den ausbleibenden Erfolg gegen den IS genannt: Der für die Operationen zuständige Militärrat genießt einen schlechten Ruf bezüglich militärischer Kompetenzen und ist eher mit Vorwürfen der Korruption und Rekrutierung ehemaliger IS-Mitglieder beschäftigt. Zudem bestehen die Einheiten größtenteils aus Kurden und Araber, die weit entfernt von ihrer eigentlichen Heimat im Norden kämpfen. Einigen Aussagen zufolge soll die USA aber einen effektiven Endschlag gegen den Islamischen Staat verhindern, so würde damit eine Legitimation für die weitere Präsenz in Syrien wegfallen. Außerdem attackieren die Dschihadisten immer wieder die Städte der syrischen Regierung auf der anderen Uferseite, wodurch sie sich untereinander schwächen.

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