Giftgasangriff durch Islamisten in Aleppo

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Die derzeitige Situation in einem Aleppo-Krankenhaus

In der Millionenstadt Aleppo soll es am Samstag Abend zu einem Giftgasangriff auf Zivilisten gekommen sein, wie syrische Medien berichten. Anwohner sprachen zunächst von einem lauten Knall, später berichteten einige Zeugen von Chlorgeruch. Demnach wurden im nordwestlichen Teil Aleppos bis zu 100 Zivilisten verletzt. In den örtlichen Krankenhäusern wurden in den vergangenen Stunden immer mehr neue Patienten eingewiesen. In die betroffenen Viertel Al-Khadiya und al-Zahra wurden militärische Einheiten entsandt, um potentielle weitere Aggressionen durch die islamistischen Kräfte der Opposition zu verhindern. Laut derzeitigen Berichten wurde Chlorgas durch Mörsergeschosse verwendet, oppositionelle Kreise beschuldigen die größte, islamistische Gruppierung Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham) der Tat.

Die zuständigen Krankenhäuser haben den Großteil der betroffenen Zivilisten inzwischen wieder entlassen, da für sie keine Gefahr bestehe. Das syrische Militär hat mit Angriffen auf islamistische Stellungen westlich von Aleppo reagiert, vor allem mithilfe der eigenen Artillerie und Luftwaffe. Dieser Angriff auf Aleppo stellt wohl bis dato den größten Bruch der (wackelnden) Waffenruhe zwischen syrischer Regierung und bewaffneter Opposition in Idlib dar, welcher in Folge von Verhandlungen zwischen Russland und der Türkei beschlossen wurde. Besonders dschihadistische Fraktionen wie jene um den al-Qaida-Verbündeten Hurras al-Din versuchen seit jeher, die Waffenruhe weiter zu untergraben und den Konflikt weiterzuführen, welcher nach der Wiedereroberung Südsyriens durch die Armee geendet ist.

Sollte sich der Giftgaseinsatz durch Mörsersalven bestätigen, so könnte das eine neue Gefahr hervorbringen: Die Opposition nutzt immer häufiger kleine Drohnen ein, an denen einfache Granaten oder Mörsergeschosse befestigt sind und auf feindliche Stellungen abgeworfen werden. So wurden sie bereits mehrmals in den Provinzen Latakia und Hama eingesetzt und könnten trotz ihrer Entfernungen zu den Frontlinien zu neuen Zielen werden, worunter vor allem Zivilisten leiden würden.

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