Islamisten töten 40 Soldaten in Syrien

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In den vergangenen Tagen kam es zu zwei größeren Überfallen auf die Verteidigungspositionen der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeter Milizen durch einen neulich gebildeten Operationsraum, bestehend aus verschiedenen dschihadistischen Gruppierungen mit dem Ziel, die derzeit durch Russland und der Türkei ausgehandelte Waffenruhe in der Provinz Idlib zu sabotieren. Die Angriffe zählen zu den verlustreichsten Einzeloperationen seit Anbeginn des „Friedens“ zwischen den zwei Fraktionen. Erneut versuchen Islamisten die Sotschi-Vereinbarung zu brechen, nachdem es bereits in der Vergangenheit zu intensiven, aber kurzweiligen Gefechten nahe Aleppo gekommen ist und die syrische Luftwaffe derzeit Angriffe auf verschiedene Städte in Idlib fliegt.

Der unter Führung der al-Qaida nahe stehenden Organisation „Hurras al-Din“ befindliche Operationsraum hat vor mehreren Tagen einen Überfall in Nord-Hama durchgeführt und dabei nach eigenen Angaben 18 Soldaten getötet und zudem Waffen und Munition erbeutet. Nur wenige Tage später plante Hurras al-Din einen ähnlichen Angriff, diesmal aber in der ohnehin schon instabilen Front beim Latakia-Gebirge. Bei der Operation nahe Katis Haffoun wurden 23 ermordet, die meisten stammen von der 6. Division. Diese inzwischen täglich anhäufenden Infiltrationsversuche werden zu einem echten Problem für die syrische Regierung, in Latakia sind sie aufgrund des Terrains besonders gefährlich. Die Armee reagiert auf die Angriffe immer mit Vergeltungsluftschläge auf verschiedene Ziele in Nord-Hama und Idlib, welches wiederum „neutralere“ Kräfte mobilisiert, sodass die größten Gruppierungen wie die pro-türkische Nationale Befreiungsfront oder Tahrir al-Sham ebenfalls aktiv werden. Bisher endeten diese Gefechte nach nur wenigen Tagen, jedoch könnte dadurch jederzeit der Krieg weitergeführt werden, welcher durch Russland und der Türkei derzeit verhindert wird.

Russland und die Türkei einigten sich vor einigen Wochen gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Da es aber immer unwahrscheinlicher wird, dass sich die Islamisten an diesen Deal halten werden, rückt eine solche Operation und eine Legitimation ebendieser wieder in den Vordergrund und könnte die einzige langfristige Lösung für das Idlib-Problem darstellen.

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