Syrische Armee befreit 19 Geiseln vom Islamischen Staat

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In Folge einer geheim ausgeführten Operation der Syrisch-Arabischen Armee konnte man insgesamt 19 Geiseln aus den Händen des Islamischen Staates befreien. Demnach habe man im Nordwesten der zentralsyrischen Wüstenstadt Palmyra einen Hinterhalt geplant, in dessen Folge ein IS-Konvoi überfallen wurde. Bei den ehemaligen Geiseln handelt es sich um drusische Frauen und Kinder, die in Folge der mit Anschlägen und Überfällen ausgeführten Operation auf die südsyrische Provinz Suweida entführt worden sind. Neben Hunderten Toten wurden etwa 30 Personen gefangen genommen und vom IS verschleppt. Zunächst galten sie als tot, wurden jedoch von der Terrormiliz als Verhandlungsbasis mit der syrischen Regierung ausgenutzt. Damit besitzt der IS keine drusischen Geiseln mehr, sechs weitere wurden im Oktober bereits gerettet. 

Bei den Gefechten starben insgesamt acht IS-Kämpfer und zwei der entführten Kinder, ein weiterer Islamist wurde gefangen genommen. Mehrere Pick-Ups und Waffen wurden daraufhin sichergestellt. Die verbliebenen Zivilisten wurden sicher nach Palmyra zurückgebracht und befinden sich inzwischen in der Obhut ihrer Familien. Eine Besonderheit stellte der Ort der Kämpfe dar: Eigentlich hatte man angenommen, dass die IS-Kämpfer sich zu ihrer letzten Exklave beim Vulkan al-Safa zurückgezogen hätten und dort die Drusen gefangen halten. Laut Aussagen des verhafteten IS-Kämpfers nutzte man die schlechten Wetterbedingungen (Sandstürme) aus und fuhr stattdessen in den Nordwesten Palmyras, wo es ursprünglich keine Berichte von einer Präsenz des Islamischen Staates gab.

Die Säuberung des Islamischen Staates von schwer kontrollierbaren Regionen wie der syrischen Wüste erweist sich gemeinhin als herausforderndes Problem, ein unentdeckter IS-Konvoi ist nur ein Indikator dafür. In Syrien und Irak hat die Terrormiliz etliche Rückzugsorte, von wo der IS immer wieder Überfälle oder Massaker, wie jenes in Suweida, planen und ausführen kann. Diese neu gestartete Operation wird zwar wahrscheinlich den Rest-IS entscheidend schwächen, aber nicht vollständig schlagen. Ursprünglich stammen die dortigen IS-Kämpfer aus dem Damaszener Viertel Yarmouk, von wo sie nach einer ausgehandelten Vereinbarung mit der syrischen Regierung evakuiert wurden. Daraufhin wurden sie in die syrische Wüste transportiert, wo sie neue Positionen aufbauten und nun mehrere Anschläge und Überfälle durchgeführt haben. Der Angriff auf mehrere Orte in Suweida mit über 300 Toten war der Startschuss für eine neue Anti-IS-Operation der syrischen Armee.

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