Der bevorstehende Kampf um Idlib

 

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In und um der syrischen Provinz Idlib im Nordwesten des Landes gehen die Vorbereitungen für eine bevorstehende Offensive der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeter Organisationen weiter voran. Seit mehreren Tagen und Wochen setzt die Armee vermehrt Artillerieeinheiten ein, die an der Front liegende Städte und feindliche Verteidigungspositionen bereits attackiert, diese Operationen erhalten dabei Unterstützung von der syrischen und russischen Luftstreitkräfte. Mehr und mehr Truppen erreichen den Norden nach Abschluss der Militäroperationen in den südsyrischen Provinzen Quneitra und Dara’a. Inzwischen befinden sich namhafte Gruppierungen wie die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ mitsamt des legendären Generals Suheil al-Hassan, Republikanische Garden und die mit vielen Panzern ausgerüstete 4. Division vor Ort und werden die Angriffe zukünftig unterstützen.

Die von islamistischen Gruppierungen wie Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, syrischer al-Qaida-Ableger) sind lediglich in der Position eines Reagierens, so können sie selber nach verlustreichen Jahren keine offensiven Kapazitäten aufweisen, geschweige welche, die auch erfolgsversprechende Offensiven sein können. Während die Bomben auf die eigenen Kämpfer herabfallen versuchen nur wenige, extremistische Gruppierungen wie Huras al-Din, Mörser und kleinere Überfälle auf Armeepositionen zu starten, die jedoch wenig erreichen und man mit Gegenbombardierungen rechnen kann.

Stattdessen scheint man sich weiterhin unbeirrt gegenseitig in Idlib zu bekämpfen, so wie es seit Monaten der Fall ist. Tagtägliche Attentate und Anschläge auf verfeindete Islamisten prägen inzwischen den Alltag in Idlib, besonders Schläferzellen des Islamischen Staates haben seine Aktivitäten enorm erhöht. Alleine heute wurde ein Kommandant von Tahrir al-Sham in der Stadt Salqin mithilfe einer Magnetbombe getötet, gestern zwei Kämpfer in Kafr Kharerim. Währenddessen geht die Mobilisierung der Opposition unbeirrt weiter.

Einige Milizen haben damit begonnen die IS-Schläferzellen aufzuspüren und aufzuheben, jedoch gibt es dabei nur beschränkten Erfolg. Zudem werden immer mehr „Regierungsunterstützer“ festgenommen, die sich für einen friedlichen „Versöhnungsprozess“ in Idlib einsetzen. Bisher wurden bis zu 100 Zivilisten deswegen gefangen genommen und verhört. Es zeugt von der Bevölkerungseinstellung, ein wohl schweigender Teil der Bevölkerung Idlibs würde jederzeit militärische Aktionen der Armee begrüßen und dabei auch den dadurch entstehenden Frieden und die Stabilität (im Gegensatz zur Herrschaft unter den Islamisten) herbeisehen.

Die Anführer verschiedener Organisationen bringen sich propagandistisch in Positionen, während al-Jolani, Anführer von Tahrir al-Sham, die Frontlinien bei Latakia besucht, zeigt sich der neu gewählte Anführer von Ahrar al-Sham mit dem Namen Jaber Pasha die Frontlinien im Norden Hamas. Beides sind die letzten Versuche, Stärke zu zeigen und womöglich neue Anhänger zu rekrutieren.

Die USA warnen die syrische Regierung, einen Angriff in der Provinz Idlib starten zu wollen. Jedoch geschah gleiches bereits bei der Offensive in Südsyrien, die Drohungen erwiesen sich nur als leere Rhetorik. Ohnehin steht Idlib unter türkischen Einfluss, das nördliche Nachbarland besitzt selber mehrere „Observierungspunkte“ bzw. Militärbasen in der Provinz, die den in den Astana-Gesprächen zwischen dem Iran, Russland und der Türkei ausgehandelten Frieden in den „Deeskalationszonen“ überwachen sollen. Von einstigen Drohungen wurde die Türkei inzwischen auch immer ruhiger, inzwischen sagen Regierungsoffiziere, man werde gemeinsam mit Russland gegen die „terroristischen Gruppierungen“ in Idlib vorgehen.

 

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