Assad besichtigt „Todestunnel“ in Ost-Ghouta

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Der syrische Präsident Bashar al-Assad und seine Frau Asma al-Assad besuchten am 16. August überraschenderweise die noch vor einem halben Jahr von verschiedenen islamistischen Gruppierungen kontrollierte Region Ost-Ghouta, direkt östlich der Hauptstadt Damaskus. Demnach besuchten sie einen inzwischen zum Kunstprojekt veränderten Tunnel, welcher noch damals in der Zeit der Belagerung zum unbehelligten Transport von Kriegsgerät und Kämpfern der islamistischen Organisationen genutzt wurden. Während viele davon in ganz Ost-Ghouta errichtet wurden, nahmen nur Wenige die Dimensionen der Tunnel wie in Douma an, wo man für Fahrzeuge nutzbare, mehrstöckige und völlig durchleuchtete Durchgänge errichtete. Assad besuchte hingegen „nur“ einen Normalen im Viertel Jobar weiter südwestlich, die Region wurde zuvor von Faylaq al-Rahman kontrolliert. Der Tunnel besitzt den Spitznamen „Todestunnel“, da einigen Zeugen zufolge Hunderte Gefangene, darunter Soldaten und Zivilisten, zum Bau des Tunnels gezwungen wurden und man während der Arbeiten sich wenig um den Gesundheitszustand der Arbeiter scherte.

Insgesamt 18 Künstler erschufen Reliefs und Skulpturen an den Wänden des Tunnels, die Meisten davon glorifizieren und zeigen den Sieg der Syrisch-Arabischen Armee in Ost-Ghouta oder kulturelle Symbole Syriens. Ebenso bemerkenswert war der Auftritt seiner Frau, da sie erst vor wenigen Wochen mit einem Brustkrebs „in frühem Stadium“ diagnostiziert wurde. Die Präsidentschaft rückt das für die syrische Gesellschaft stigmatisierte Tabuthema nicht nur in die Öffentlichkeit, zudem wird Asma al-Assad auch als unermüdliche Frau im Dienste des Staates inszeniert.

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