Neues Islamistenbündnis entsteht in Idlib

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In der von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib formiert sich ein neues großes Oppositionsbündnis, das bisher Dritte dieses Jahres. Demzufolge soll sich der zweit- und drittgrößte Machtblock in Idlib vereinen und damit ein wichtiges Gegengewicht zu den stärksten Kräften in der Region bilden. Das neue Bündnis besteht hauptsächlich aus Islamisten und türkischen Proxygruppen. Denn im Hintergrund der Zusammenführung scheint die Türkei die Strippen zu ziehen, um seine eigenen Stellvertreter in der Provinz zu stärken und zugleich den Einfluss von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat al-Nusra und Fateh al-Sham, syrischer al-Qaida-Ableger) in der Region zu vermindern, um die eigenen Ziele eines faktischen Protektorats durchzusetzen.

Die Formierung wird in den kommenden Tagen verwirklicht und besteht aus folgenden Organisationen: Den aus Ahrar al-Sham und Nour al-Din al-Zenki bestehenden Block von Jabhat Tahrir al-Souriyah und Jabhat al-Wataniya lil-Tahrir (Nationale Befreiungsfront), worunter sich die  1st & 2nd Coastal Division, Free Idlib Army, Faylaq al-Sham, 2nd Army, Jaish al-Nasr, Jaish al-Nokhbar, Shuhada al-Islam, 23. Division, 37. Regiment und Liwa al-Hurriyah organisieren. Letzteres Bündnis wird weiterhin bestehen bleiben, alle Mitglieder von Jabhat Tahrir al-Souriyah werden sich der „Nationalen Befreiungsfront“ anschließen, aufgrund ihrer Stärke aber eine dominierende Position einnehmen.

Die Türkei hat fast zu allen Gruppierungen gute Beziehungen und ist ohnehin sehr aktiv bei der Unterstützung, z.B. erhielten sie erst vor wenigen Monaten mehrere Panzerfahrzeuge. Die 2nd Coastal Division besteht fast ausschließlich aus Turkmenen und erhält Unterstützung von anderen türkischen Organisationen wie den Grauen Wölfen. Zudem kämpfte ein Großteil der oben erwähnten Oppositionskräfte bereits gegen Tahrir al-Sham, welcher in vielen Teilen aufgrund seiner dominierenden Position als Gefahr angesehen wird und vor allem relativ unabhängig vom türkischen Einfluss agiert.

Seit der Bildung der „Nationalen Befreiungsfront“ gab es medial kaum Veröffentlichungen und Aktivitäten, was wohl vor allem auch auf die eigene Stärke der Mitglieder zurückzuführen ist. Mehrheitlich besteht sie aus ehemaligen Fraktionsmitgliedern der Freien Syrischen Armee, zugleich sind Extremisten wie die „2nd Coastal Division“ oder die „Free Idlib Army“ präsent, ohnehin besitzen „moderatere Kräfte“ in Idlib kaum an Einfluss oder Präsenz. Al-Zenki ist dafür bekannt, bei der Schlacht um Ost-Aleppo ein Kind lebendig enthauptet zu haben, Ahrar al-Sham ist die zweitgrößte islamistische Gruppierung im Land. Allesamt waren in der Vergangenheit in irgendeiner Form mit al-Nusra verbündet oder kämpften gemeinsam.

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