Erster SVBIED-Selbstmordanschlag in den Philippinen

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Bilder vom Mai 2017, als der IS die Großstadt Marawi kontrollierte

Am Dienstag kam es in der Stadt Lamitan auf der südphilippinischen Insel Basilan zu einer verheerenden Autoexplosion nahe einem Kontrollpunkt des philippinischen Militärs, wobei mindestens elf Personen getötet wurden. Beim Angriff kam es zum Einsatz eines sogenannten SVBIED, (zumeist) ein Auto welches mit Sprengstoff gefüllt ist und zudem von einem Selbstmordattentäter bedient wird. Meistens besitzen SVBIEDs noch zusätzliche Panzerung, jedoch existieren darüber keine näheren Details. Nur wenige Stunden später deklarierte der Islamische Staat in Ostasien diesen Angriff für sich und veröffentlichten weitere Informationen über die Tat, darunter auch Informationen über den Selbstmordattentäter: Der Marokkaner Mohammad Khattab.

Hierbei handelt es sich um den ersten Einsatz eines SVBIED in den Philippinen, was eine außergewöhnliche und zukünftig gefährliche Entwicklung hervorbringen könnte. Es offenbart die Übernahme von Taktiken und Waffen, die im Nahen Osten etabliert wurden. Darunter fällt auch die nahezu „industrielle“ Produktion von SVBIEDs in verschiedenen Workshops, wie es der Islamische Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht tat. Da derartige Taktiken nun vom IS in Südostasien übernommen wird weist auf die gute interne Vernetzung der verschiedenen IS-Landesableger hin und kann die weitere Transformation von Techniken und Strategien aus dem Nahen Osten nach sich ziehen.

Dass diese Tat gerade von einem Marokkaner durchgeführt wurde zeigt auch diese Vernetzung und die Abhängigkeit auf ausländische/internationale Rekruten für den Islamischen Staat, zumindest in den Philippinen. Im Land selber ist der Einsatz von Selbstmordattentätern eine sehr seltene Ausnahme, dementsprechend ist man bei solchen Fällen aus ausländische Dschihadisten angewiesen. Das Einsickern von fremden und erfahrenen IS-Kämpfern bedeutet eine große Gefahr und ist seit Monaten bekannt, zuletzt haben spanisch-tunesische und ägyptische Islamisten versucht die gleiche Insel Basilan zu betreten, wurden jedoch dabei festgenommen.

Der Islamische Staat auf den Philippinen ist der wohl stärkste Flügel und Vertreter der Terrormiliz in Ostasien, der größte Erfolg der Organisation war die monatelange Übernahme der Großstadt Marawi im Süden des Landes. Dabei musste man jedoch bis auf die Führungsebenen hinauf schwere Verluste erleiden und ist daraufhin wieder zum Guerillakampf zurückgekehrt. Seitdem kommt es wöchentlich zu neuen Überfällen auf das Militär oder die Zivilbevölkerung. Der Ableger entstand als Zusammenschluss verschiedenster islamistischer Gruppierungen im Land, darunter befinden sich die Bekanntesten wie Abu Sayaf oder Maute, welche fälschlicherweise oft noch von den Medien getrennt werden.

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Vom IS veröffentlichtes Bild des marokkanischen Selbstmordattentäters

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