Islamischer Staat in Südsyrien fast besiegt

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Im Süden Syriens dauert die Operation der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeter Organisationen gegen den Islamischen Staat im sogenannten Yarmouk-Tal weiter an, nachdem man bereits in den vergangenen Tagen die Hälfte des IS-Territoriums erobern konnte. Nun fällt die größte, noch unter der Kontrolle der Terrormiliz stehende Stadt al-Shajara ebenfalls in die Hände eines recht seltenen Bündnis, einer Allianz von Regierungseinheiten und ehemaligen Aufständischen. Effektiv kontrolliert der Islamische Staat damit nur noch vier Dörfer entlang der jordanischen und israelischen Grenze, insgesamt etwa 1% der südsyrischen Provinzen Dara’a und Quneitra.

Nach tagelangen Gefechten zwischen der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ und IS-Kämpfern konnten die Orte Abidin, al-Awad, Abu Kharaj und die einst 6.500 Einwohner zählende Stadt al-Shajara dem Islamischen Staat abgerungen werden. Besonders al-Shajara war aufgrund seiner Relevanz als letzte größere Stadt schwer befestigt, der IS setzte mehrmals Selbstmordattentäter gegen Verteidigungsstellungen der syrischen Armee ein und konnte dabei nach eigenen Angaben über 50 Soldaten töten. Erst nachdem der Ort von drei Seiten umstellt war konnte ein finaler Vorstoß den Sieg hervorbringen. Derzeit laufen noch Säuberungsaktionen und Entschärfungen von Haus zu Haus an, die vor allem von ehemaligen „Rebellen“ übernommen werden.

Versprengte IS-Kämpfer anderswo versuchen noch, die Lage im Yarmouk-Tal und für die ehemals unter den Namen bekannte „Jaish Khalid bin-Walid“ zu retten, indem sie politische Forderungen für die Freilassung von fast 40 gefangen genommen, drusischen Frauen und Mädchen stellen, darunter die Beendigung der Militärkampagne in der südwestlichsten Ecke des Landes. Dies geschah nach den verheerenden Angriffen auf die Provinz Suweida vor einigen Tagen, in dessen Folge man über 250 Personen töten konnte. Außerdem gibt es einige Gerüchte über die Infiltration von IS-Schläferzellen auf das Areal al-Lajat in Südsyrien, welches als erstes von der Militäroffensive der Armee in Südsyrien erobert werden konnte. Demnach flog die syrische Luftwaffe mehrere Angriffe in dieser Region.

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Einige der Panzer, die in Folge der Vereinbarungen von der Armee konfisziert wurden

Währenddessen dauert die Evakuierung der letzten Dörfer in der Grenzregion zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen weiter an. Inzwischen verließen insgesamt fünf Konvois mit Dutzenden Transportbussen und Tausenden Insassen (vor allem Islamisten und ihre Familienmitglieder) den Süden und brachten die Menschen in die Provinz Idlib, die letzte größere Region, welche noch von oppositionellen/islamistischen Streitkräften beherrscht wird. Parallel dazu werden weiterhin schweres Gerät und Waffen von den Kapitulierenden abgegeben, zuletzt mehrere Panzer des Typs T-55 oder T-72.

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