Syrische Armee durchbricht IS-Verteidigung in Südsyrien

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Nach eher eingeschränkten Erfolgen gegen den Islamischen Staat im Süden Syriens konnte die Syrisch-Arabische Armee und verbündete Milizen am Donnerstag wichtige Fortschritte erzielen und mehrere Städte erobern, wodurch die Hälfte des IS-Territoriums nun unter der Kontrolle der syrischen Regierung steht. Beim Kampf gegen die Terrormiliz kann die Armee auf die Unterstützung lokaler Rebellen zählen. Währenddessen beziehen die syrischen Truppen Stellung entlang der einstigen UNDOF-Linie, an der Grenze zu den von Israel beherrschten Golanhöhen, nachdem die Opposition aus den Grenzorten evakuiert wurde.

Mit der Unterstützung von Tausenden, ehemaligen Aufständischen konnte die Armee mehrere Dörfer und Städte entlang der für mehr als eine Woche festgefahrenen Frontlinie sichern und weiter vorstoßen. Nachdem man die Dörfer Saysun, Kawkab, Shabraq und Ayn Dhakar eroberte und somit in südlicher Richtung weiter vorrückte, gab es einen weiteren groß angelegten Angriff im Osten auf die Städte Hayt und Saham al-Jolan. Dadurch war die größte IS-Stadt Tasil völlig eingeschlossen, die verbliebenen IS-Kämpfer zogen sich daraufhin aus den umliegenden Gebieten zurück und gaben dadurch all die Orte auf, die sie in Folge einer Rebellen-Offensive 2016 erobert hatten. Damit kontrolliert der Islamische Staat lediglich sieben Orte in der südwestlichsten Ecke des Landes, etwa 4% von ganz Südsyrien.

Mit dem Rückzug in die eigenen „Kerngebiete“ machen sich die verbliebenen Mitglieder der Terrormiliz auf das letzte Gefecht bereit, wahrscheinlich haben sie dort noch ihre letzten Verteidigungspositionen. Mit dem Einsatz von Selbstmordattentätern bzw. Autobomben (SVBIEDs) konnte der IS zwar den Vorstoß der Armee verlangsamen und einige Verluste zufügen, aber nicht aufhalten.

Währenddessen wurde die Flagge der Arabischen Republik Syrien an vielen Grenzorten gehisst, darunter in der verlassenen Stadt Quneitra oder in al-Hamadyah. Mit Militärparaden und viel Prunk wurde die Wiedereroberung der Provinz Quneitra gefeiert, die einzigen Grenzübergänge zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen befinden sich wieder vollständig in Regierungshänden. Dabei wurden auch etliche Waffen und Fahrzeuge von den ehemaligen UN-Truppen gefunden, die eigentlich die Grenze überwachen sollten. Einige der schneeweißen Fahrzeuge wurden von Islamisten umgerüstet und zu Autobomben gemacht.

Außerdem ist die Evakuierung aller Dörfer, die sich noch vor wenigen Wochen unter der Kontrolle der Aufständischen befanden, fast abgeschlossen. Fast überall betraten russische oder syrische Einheiten die Dörfer um damit die Rückkehr der syrischen Regierung zu symbolisieren und zugleich Waffen und Fahrzeuge von der Opposition zu konfiszieren. Inzwischen befinden sich wieder Dutzende Panzer, mehrere UN-Panzerfahrzeuge, Raketenwerfer und vieles mehr.

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Grenzstadt Quneitra, im Hintergrund ist eine militärische Anlage Israels zu sehen

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