Houthi-Drohne trifft Flughafen von Abu Dhabi

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Der inzwischen getötete Ex-Präsident Saleh und Houthi-Beamte inspizieren 2015 das neue gebaute Drohnenarsenal

Nur einen Tag nach einem erfolgreichen Angriff auf einem saudi-arabischen Öltanker vor der jemenitischen Küste scheint den Houthi-Rebellen ein zweiter, großer Angriff gelungen zu sein: Diesmal auf den Internationalen Flughafen von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Demnach griff mindestens eine ferngesteuerte Drohne den über 1.200 Kilometer entfernten Hauptstadtflughafen an, es gibt keine näheren Berichte von verursachten Schäden oder verletzten. Der Luftverkehr scheint ebenfalls regulär zu laufen. Auf Twitter bestätigte der Flughafen einen „Vorfall“ im Zusammenhang mit einem Versorgungsfahrzeug, bestätigen also nicht direkt die Darstellung von Houthi-Medien.

Sowohl die eingesetzte Waffe als auch das Ziel sind für die jemenitischen Houthi-Rebellen außergewöhnlich, wenn auch nicht überraschend. Lediglich im Dezember griffen die Houthis mithilfe einer Cruise-Missile das noch unter Aufbau befindliche Atomkraftwerk „Barakah“ im Süden des Landes an, ansonsten ist Saudi-Arabien das primäre Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen aus dem südlichen Nachbarland. Ebenso besonders war der Einsatz einer Drohne auf einer derart langen Reichweite. Nur am 18. Juli gelang eine ähnliche Aktion, wo man eine Erdölraffinerie nahe der Hauptstadt Saudi-Arabiens angriff und dabei ein Feuer entfachte.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind wohl das zweitwichtigste Mitglied in der Arabischen Koalition im Kampf gegen die Houthi-Rebellen im Norden des Jemens. Das Land unterhält mehrere Militärbasen und unterstützt vor allem die südjemenitische Unabhängigkeitsbewegung und nicht direkt die Hadi-Regierung, wie sie von Saudi-Arabien finanziert wird. Der Golfstaat hat seit seiner Intervention 2015 Hunderte Soldaten und Fahrzeuge im Kampf gegen die Houthis verloren. Innenpolitisch trifft die scheinbar ausweglose und erfolglose Operation im Jemen immer auf höhere Kritik, zuletzt erhöhte man den Wehrdienst auf 16 Monate.

 

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