Erste Kämpfe zwischen Armee und Islamischen Staat in Südsyrien

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In der südsyrischen Provinz Dara’a schlossen sich weitere Städte und Dörfer dem sogenannten „Versöhnungsprozess“ zwischen Russland, der syrischen Regierung und Opposition an, wo diese Orte der Regierung übergeben werden und die Aufständischen eine Amnestie oder Evakuierungstransport nach Idlib erhalten, insofern sie auch ihre schweren Waffen abgeben. In Folge dessen sind die militärischen Auseinandersetzungen in den Hintergrund gerückt und stattdessen kommt es zu ersten Kämpfen zwischen Armee und der „Jaish Khalid bin-Walid“, einer Organisation die sich vor Jahren dem Islamischen Staat angeschlossen hat und mehrere Städte in der südwestlichsten Ecke des Landes kontrolliert. Es ist davon auszugehen, dass der IS im Gegensatz zur Opposition nicht aufgeben wird und dementsprechend eine militärische Lösung benötigt wird.

Die Kämpfe wurden mit einem Selbstmordattentäter bzw. einer Autobombe (SVBIED) eingeläutet, als er Verteidigungspositionen der Syrisch-Arabischen Armee Hiyit-Tal attackiert und nach IS-Angaben zwei Panzer zerstörte und Dutzende Soldaten tötete, wobei diese Zahlen stets übertrieben sind. Später intervenierten die syrischen Luftstreitkräfte und griffen mehrere Städte an, vor allem in der Nähe von Nawa und Tafas weiter nördlich. Denn dort gibt es derzeit Friedensverhandlungen mit der Opposition, in dessen Folge wurden dort auch russische und syrische Einheiten stationiert. Einigen Angaben zufolge hielten die zwei eigentlich verfeindeten Seiten der Rebellen und Regierung zusammen einen IS-Angriff ab.

Weitere Städte die derzeit Verhandlungen aufgenommen haben sind al-Yadoudah, Inkhil, Hayt und Dara’a selber. Dort gab man bereits teilweise schwere Waffen und Fahrzeuge (darunter auch mehrere Panzer des Typs T-55) ab und erlaubt die Präsenz von russischen Truppen. Anderswo fand man unterirdische Munitions- und Waffenlager entlang der jordanischen Grenze, wo auch mehrere Panzerfahrzeuge aus polnischer und britischer Produktion gefunden wurden.

Der Süden Syriens hat eine besondere symbolische Bedeutung, immerhin startete dort der syrische Konflikt im Jahre 2011. Die oppositionellen Kräfte vor Ort sind im Vergleich zum Rest des Landes verhältnismäßig moderat unter der Führung der „Southern Front“, das größte Bündnis im Süden. Nachdem aber Erfolge gegen die syrische Armee seit Jahren ausblieben gewannen islamistische Kräfte wie Ahrar al-Sham, Tahrir al-Sham oder die dem Islamischen Staat angehörige Jaish Khalid bin-Waleed an Zuwachs.

Eigentlich ist die Region eine in Folge der Astana-Gespräche ausgehandelte „Deeskalationszone“ wo es eine faktische Waffenruhe gibt, jedoch sind die Kämpfe nie gänzlich erloschen und finden nun ihr Ende in der großen Armeeoffensive mit dem Ziel, die gesamte Grenzregion zu Israel und Jordanien wiederzuerobern. Danach kontrolliert die Opposition neben Wüstengebieten um den irakischen Grenzübergang al-Tanf lediglich Teile der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes.

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