Opposition bricht in Südsyrien zusammen

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Einwohner Südsyriens heißen Soldaten der syrischen Armee willkommen

Noch nicht mal eine Woche dauert die Militäroffensive mit dem Namen „Operation Basalt“ der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeter Organisationen an und bereits nach nur wenigen Tagen stehen die syrischen Streitkräfte kurz davor,  die jordanische Grenze zu erreichen und damit eines der primären Ziele zu erfüllen. Neben den militärischen Erfolgen ist dieser Fortschritt vor allem der Diplomatie zu verdanken, wodurch viele Städte die Kontrolle friedlich an die syrische Regierung übergaben und so weitere Zerstörung verhindert werden konnte. Die einrückenden Armeeeinheiten werden von der Bevölkerung bejubelt und gefeiert. Die Aufständischen halten inzwischen nur noch wichtige Orte im Westen der Provinz Dara’a und in Quneitra nahe der israelischen Grenze.

Nachdem bereits am Freitag mehrere Orte wie Ibta oder Dael einen Deal mit der syrischen Regierung und Russland eingingen, schlossen sich weitere Dörfer und Städte diesen Verhandlungen an, darunter Tafas, Umm Walad, Sawahd, Bosra und Jizah, welches lediglich neun Kilometer von der Grenze zu Jordanien entfernt ist. Angeblich legten auch Dörfer wie Saida, al-Tayyibah, Umm Mayatheen und Naseeb ihre Waffen nieder, jedoch betraten keine Soldaten der syrischen Armee das Gebiet. Einigen Berichten zufolge wurde die Flagge der „Arabische Republik Syrien“ bereits über den gleichnamigen und einzigen Grenzübergang Naseeb gehisst, was zunächst eine Bereitschaft zu Verhandlungen bedeutet. All diese Erfolge bedeuten die Spaltung der von der Opposition gehaltenen Territorien in drei Teile.

Aber auch militärische konnte die Armee unter dem Kommando von Eliteeinheiten wie den „Tiger Forces“ und den „Republikanischen Garden“ vorrücken und jene Siedlungen erobern, die bisher zu keinen Gesprächen bereit waren. Darunter fallen Ortschaften wie al-Karak, al-Musayfirah, Ghariyah al-Sharqiyah und al-Ghariyah. An wenigen Punkten leisten wenige Islamisten mit der Unterstützung von amerikanischen Panzerabwehrwaffen Widerstand und konnten dadurch einige Panzer beschädigen und Verteidigungspositionen der Armee attackieren, die verursachten Verluste sind jedoch sehr gering.

Währenddessen dauern die Proteste der Bevölkerung gegen die weiterhin bestehende Präsenz der Aufständischen weiterhin an, anderswo konnten sie erfolgreich den Abzug erwirken. Nun sollen zunächst Einheiten der syrischen Armee und die russische Militärpolizei die Ordnung aufrecht erhalten, in der Stadt Bosra wurden mehrere russische Militärfahrzeuge mit dazugehörigen Spezialeinheiten gesichtet. In den wiedereroberten Städten werden die Soldaten jubelnd empfangen, aufgrund des Anlasses werden Süßigkeiten an die Bewohner verteilt.

Auf der anderen Seite fliehen Tausende in Richtung der jordanischen und israelischen Grenzgebiete, wo sie sich Schutz und Zuflucht vor der anhaltenden Brutalität erhoffen. Während Jordanien seine Grenze bereits geschlossen hat und die Kämpfe dort auch langsam abklingen, könnte sich die Provinz Quneitra zu einem neuen Brandherd entwickeln. Die Grenzorte zu Israel sind am sichersten da sie faktisch den Schutz des israelischen Militärs genießen bzw. attackiert Israel bei Grenzgefechten stets Positionen der syrischen Armee. Außerdem nutzten viele Flüchtlinge die von der Regierung errichteten „humanitären Flüchtlingskorridore“ in der Provinz Dara’ah.

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Die Armee hat neben regulären Streitkräften auch Eliteeinheiten wie die „Tiger Forces“, die „Republikanische Garde“ und die 4. Division aufs Feld gebracht. Unterstützt werden sie in ihrem Vorhaben auch von einfachen Milizen wie dem Golan-Regiment, Liwa al-Quds oder Nusour al Zawba’a. Ein Ausnahmefall bildet die fehlende Beteiligung der Hisbollah und dem Iran nahe stehende Milizen, die nach angeblichen Hinterzimmer-Verhandlungen zwischen Israel und Russland sich auf eine Pufferzone einigten, wo der Iran und mit ihm verbandelte Milizen sich nicht der israelischen Grenze nähern dürfen und dementsprechend nicht in Südsyrien aktiv sein werden.

Die sogenannte „Southern Front“ im Süden Syriens war in der Vergangenheit die inzwischen wohl ruhigste, aktive Front im gesamten Konflikt. Sie ist mehrheitlich von der FSA dominiert, Islamisten erhalten aber immer mehr Zulauf. Seit den äußerst verlustreichen Offensiven im Jahre 2015 in Richtung Quneitra und schweren Kämpfen in der Stadt Sheikh Maskeen fehlt er den dortigen Einheiten eigentlich an offensiven Kapazitäten.  Dara’a selber ist seit Anbeginn des Krieges in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war die gesamte Region Teil der Deeskalationszonen, völlig erloschen sind die Kämpfe jedoch nie. Die Ankunft der jeweiligen Verstärkungen scheinen von einem Niveau zu sprechen, welches es ansonsten nur in Aleppo oder Ost-Ghouta zuletzt gab.

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