Syrische Armee belagert erstes Gebiet in Südsyrien

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Die oppositionellen Kräfte mobilisieren für die bevorstehende Großoffensive der Armee

In den südsyrischen Provinzen Da’ara und Suweida dauern nun kleinere Gefechte zwischen der Opposition und der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) seit zwei Tagen an. Trotz dieser kleinen Spanne und beschränkten Operation konnten die syrischen Streitkräfte unter dem Kommando der syrischen Regierung bereits einige Erfolge erzielen und faktisch jegliche Versorgungslinie für eine Region im berüchtigten „Todesdreieck“ kappen und dadurch belagern. Mit der Unterstützung verschiedener Milizen, schwerem Artilleriefeuer und der syrischen Luftstreitkräfte beginnt somit ein neues Kapitel für Südsyrien, welches am Ende einer monatelang geplanten Großoffensive von der syrischen Armee vollständig erobert werden soll. Die syrische Opposition würde damit nur noch in der Provinz Idlib ein Großteil der Territorien halten, Da’ara im Süden gilt als der Geburtsort der syrischen „Revolution“.

Die bereits am Mittwoch begonnenen Kämpfe in der Nähe der Stadt Busra al-Harir im Areal al-Jaraf wurden am Donnerstag weitergeführt mit den ersten Berichten, dass die Dörfer al-Museikah und al-Dallafa erfolgreich von Divisionen der syrischen Armee und der Eliteeinheit der „Tiger Forces“ erobert wurden. Zudem konnte eine alte Anlage zur Luftabwehr und mehrere Felder in der Nähe von Busra al-Harir gesichert werden. Die Kämpfe dort sind aber noch nicht beendet, in der Nähe von al-Museikah und Nahita kommt es weiterhin zum Austausch von Artilleriefeuer. Die Gruppe Jaysh Ahrar al-Asha’er berichtet selber davon, einen Vorstoß der Armee beim Dorf Samma erfolgreich abgewehrt zu haben.

Zuvor warnte besonders die USA vor einer möglichen Offensive der syrischen Regierung in Südsyrien, da sie die Waffenruhe vor Ort gefährden werden. In den Hinterzimmern sollen Russland und Israel den Abzug der Hisbollah und dem Iran nahe stehenden Gruppen verhandelt haben, wodurch sie nicht an der Operation beteiligt sein werden. Die Opposition berichtet zwar von Hisbollah-Kämpfern, die nur ihre Uniform geändert haben, jedoch gibt es dafür keinerlei Beweise und es ist ohnehin unwahrscheinlich.

Trotz des Angriffes der syrischen Streitkräfte wurde ein Großteil der Einheiten vor Ort noch nicht mobilisiert oder eingesetzt, stattdessen erreichen weiterhin neue Militärkonvois aus Damaskus den Ort. Ersten Angaben zufolge sollte die Offensive zum Zuckerfest starten, jedoch wurde sie scheinbar aus unbekannten Gründen verschoben. Nun ist aber davon auszugehen, dass sie in den nächsten Tagen beginnen wird.

Die sogenannte „Southern Front“ im Süden Syriens war in der Vergangenheit die inzwischen wohl ruhigste, aktive Front im gesamten Konflikt. Sie ist mehrheitlich von der FSA dominiert, Islamisten erhalten aber immer mehr Zulauf. Seit den äußerst verlustreichen Offensiven im Jahre 2015 in Richtung Quneitra und schweren Kämpfen in der Stadt Sheikh Maskeen fehlt er den dortigen Einheiten eigentlich an offensiven Kapazitäten.  Dara’a selber ist seit Anbeginn des Krieges in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war die gesamte Region Teil der Deeskalationszonen, völlig erloschen sind die Kämpfe jedoch nie. Die Ankunft der jeweiligen Verstärkungen scheinen von einem Niveau zu sprechen, welches es ansonsten nur in Aleppo oder Ost-Ghouta zuletzt gab.

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