Libysche Nationalarmee attackiert Islamistenhochburg

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Die unter dem Kommando der westlibyschen Tobruk-Regierung stehende „Libysche Nationalarmee“ startete vor etwa zwei Wochen eine neue Operation zur Eroberung der westlibyschen Küstenstadt Derna. Derna befindet sich unter der Kontrolle eines dschihadistischen „Shura-Rats“, der intensive Beziehungen mit al-Qaida pflegt und auch einst eine Präsenz des Islamischen Staates besaß, diese IS-Anhänger jedoch in Folge von Attentaten in Ungnade gefallen sind. Neben Basis von islamistischen Extremisten gilt die Stadt ebenfalls ein essentielles Teil des Menschenschmuggels und -handels.

Die „Armee“ unter Khalifa Haftar konnte demnach bereits an den ersten Tagen wichtige Erfolge verzeichnen und dabei einen Großteil der Stadt und der umliegenden Gebiete erobern, nachdem Islamisten aber für einige Verluste durch den Einsatz von Minen und Panzerabwehrwaffen sorgten. Die Nationalarmee selber hat enorme Mengen an Truppen und Kriegsgerät in Stellung gebracht, in anderen Landesteilen herrscht im Vergleich eine relative Ruhe.

Besonders im Westen und Osten der Stadt konnten die Streitkräfte bisher vordringen und viele Viertel erobern. Recht schnell konnten sie die Bezirke Embakh Dheil-el-Wadi und Bilad sichern, darunter fällt auch der Hafen der nun zur besseren Versorgung der Einwohner von humanitären Hilfsgütern genutzt werden kann. Die Islamisten kontrollieren weiterhin das Zentrum und den Norden, jedoch ist die Situation für sie militärisch aussichtslos. Viele Kämpfer wurde gefangen, bei dem Prominentesten handelt es sich um den Sicherheitschef Yahja Omar. Die Luftstreitkräfte der Libyschen Nationalarmee leisten dabei Unterstützung.

Die Eroberung der einst 150.000 Einwohner zählenden Küstenstadt würde eine positive Dynamik für Khalifa Haftar in Westlibyen und den internationalen Beziehungen auslösen. Haftar manifestiert damit seine elementare Rolle in Libyen als der Bekämpfer des islamistischen Extremismus, was vor allem bei Ländern wie Frankreich gut ankommt, die auch finanzielle und militärische Unterstützung leisten.

Er selber gilt inzwischen als der stärkste und mächtigste Mann im Land und wurde bei der Revolution gegen Gaddafi von der USA unterstützt. Inzwischen aber kann er eher auf die Unterstützung Russlands, Ägyptens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreichs setzen. Die konkurrierende Regierung aus Tripolis dagegen wird von den USA, der UN und weiteren Ländern unterstützt.

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