Islamisten attackieren belagerte Orte

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Letztes Jahr bombardierten Islamisten einige Evakuierungsbusse, die Kranke und Alte aus den beiden Städten bringen sollten

In der nordwestsyrischen Provinz Idlib kam es nach langer Zeit zu intensiven Gefechten zwischen islamistischen Extremisten und schiitischen Milizen als Verbündete der syrischen Regierung. Kampfort waren die zwei schiitischen Städte Fuah und Kafraya, die nur wenige Kilometer nördlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt liegen und seit der Oppositionsoffensive 2015 belagert sind. Islamisten haben demnach mit Angriffen auf diese Städte begonnen, die sie selber als „Vergeltungsaktionen gegen das Massaker in Zardna“ bezeichnen. Dort kamen vor zwei Tagen angeblich Dutzende Zivilisten durch syrische Luftangriffe um.

Die Kämpfe begannen Samstag Nacht, die Opposition setzte Mörser und Artillerie bei ihren Angriffen ein, konnten am Ende jedoch ohne größere Schwierigkeiten zurückgeschlagen werden. Bei diesen Gefechten wurden mindestens vier Hisbollah-Kämpfer getötet und zwei Weitere verletzt. Auf oppositioneller Seiten dominiert hierbei Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) und weitere ausländische Elemente wie Usbeken und Tschetschenen, die sich scheinbar nicht an die eigentlich ausgemachte Waffenruhe binden wollen. Als Reaktion wurde auch die syrische Luftwaffe aktiv, die nicht nur an den Frontlinien Luftschläge ausführte sondern auch in mehreren Städten fernab von Idlib.

Denn eigentlich herrscht eine faktische Waffenruhe zwischen den beiden Seiten vor Ort, trotzdem kommt es immer wieder zu kleineren Mörserbeschüssen auf die etwa 30.000 Einwohner. Die Städte selber werden nur noch über den Luftweg notgedrungen mit dem Nötigsten versorgt. Die syrische Armee selber hat keine Truppen in der Region, dafür übernehmen schiitische Milizen die Kontrolle, die aus den beiden Orten rekrutiert werden. Ausländische schiitische Milizen und der Iran sehen in der Belagerung von Fuah und Kafraya eine Legitimation für die weiterhin bestehende Präsenz im Land.

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