Großer IS-Angriff auf syrisch-irakische Grenzstadt zurückgeschlagen

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Die Syrisch-Arabische Armee und verbündete Milizen konnten einen Angriff auf die Stadt Abu an der syrisch-irakischen Grenze im Euphrat-Tal aufhalten, nachdem für mehrere Stunden intensive Gefechte andauerten. Der Islamische Staat griff von mehreren Fronten aus die einst 50. Einwohner zählende Stadt an und konnte sogar für einige Zeit umliegende Gebiete erobern und halten, mussten sich jedoch am Ende durch syrische Luftschläge und dem Erreichen neuer Verstärkungen zurückziehen und aufgeben. In den letzten Wochen vermehrten sich die Angriffe und Überfälle des IS auf die syrische Regierung in der Region, dieser Vorfall stellt bisher den schwersten dar.

An einem Freitag morgen begann die Offensive mit dem Einsatz von mindestens zwei Selbstmordattentätern bzw. Autobomben (SVBIEDs) auf Verteidigungspositionen der syrischen Armee. Einige Medien berichten sogar von insgesamt zehn Selbstmordanschlägen, jedoch sind diese Angaben eher inflationärer Natur. Die Hauptangriffe kamen vom Westen aus dem Irak und dem Südwesten aus der syrischen Wüste. Nach mehrstündigen Kämpfen nahe den Getreidesilos im Süden der Stadt konnte die Terrormiliz aber geschlagen werden. Zuvor erreichten neue Verstärkungen der Armee und Hisbollah die Stadt, da sie in der Nähe der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor stationiert waren.

Ein besonderes Problem bei der Bekämpfung des Islamischen Staates stellen die USA und die von ihnen unterstützen „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) dar, die trotz mehrfacher Ankündigungen seit Monaten keine ernsthaften Schritte zur Bekämpfung des IS östlich des Euphrats unternommen zu haben. Der Fluss wurde von der USA einseitig zur „Demarkationslinie“ erklärt, die syrische Armee darf also nicht den Islamischen Staat vor Ort bekämpfen. Dort herrscht relativer Friede für die IS-Kämpfer, sodass sie den Fluss überqueren und die syrischen Kampfverbände angreifen können, genauso wie es bei Abu Kamal der Fall war. Ein syrischer Soldat beschreibt diesen Umstand als „wie einen vergifteten Dolch im Rücken“ zu haben.

Die weitere Existenz des Islamischen Staates in Syrien ist nämlich zum Vorteil für die USA. Einerseits erlaubt es eine Legitimation um weiterhin im Land präsent sein zu können („Kampf gegen den Extremismus“) und andererseits gibt es immer wieder Überfälle und Angriffe der IS-Kämpfer auf das Territorium der syrischen Regierung, wodurch auch eine sichere Landverbindung zwischen Syrien und Irak verhindert wird.

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