Anschlag auf amerikanisch-französischen Militärstützpunkt in Nordsyrien

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US-Soldaten überwachen Positionen der türkischen Armee nördlich von Manbij

Bei einer Explosion nahe einem amerikanischen Militärstützpunkt kam nach bisherigen Berichten eine Person ums Leben. Dieser Mitarbeiter wurde angeblich durch eine improvisierte Sprengstoffvorrichtung (IED) getötet, die bei Kontakt explodiert. Bisher ist nicht die genaue Ursache geklärt, weshalb es zu dieser Explosion gekommen ist. Während das amerikanische Verteidigungsministerium nur von der „Detonation eines Munitionslagers“ berichtet, bekennt sich eine mit der syrischen Regierung verbündeten Guerilla-Miliz zu dem Angriff, die das Ziel verfolgt, „amerikanische, französische und grundsätzlich ausländische Invasoren“ zu vertreiben.

Schauort dieses Ereignisses war Ain Issa zwischen Kobane und Raqqah im Norden Syriens. Erst vor wenigen Monaten kündigte Frankreich vor Ort eine höhere Präsenz der eigenen Soldaten an, davon betroffen war auch die Stadt Ain Issa. Die aus verschiedenen arabischen Stämmen aus der Region rekrutierte Miliz „Popular Resistance“ bekannte sich zum Anschlag, wobei angeblich der SDF-Kommandeur Abu Khalid getötet wurde, einem wichtigen Geheimdienstchef der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) aus der Region. Sie unterstützt offiziell die syrische Regierung in ihrem Versuch, das gesamte Land wiederzuerobern. Aber auch eine andere Gruppierung berichtet von einem ähnlichen Geschehen und bezieht sich dabei auch wahrscheinlich auf diese Explosion. Die der Türkei und der Opposition nahe stehende Organisation „Harakat al-Kiyam berichtet in der selben Nacht vom Tod von sechs SDF-Kämpfern, verursacht durch eine Explosion in Ain Issa.

Beide Gruppierungen können in der Vergangenheit auf erfolgreiche Angriffe auf westliche Truppen und SDF-Kämpfern zurückblicken, wobei besonders al-Kiyam sehr erfahren ist. Die wahrscheinlich mit dem türkischen Geheimdienst in Verbindung stehende Miliz führt alle paar Wochen neue Attentate auf Kämpfer und teilweise auch wichtige Mitglieder des arabisch-kurdischen Milizenbündnis der SDF aus, beispielsweise konnten sie Shervan Derwish, der ranghöchste Kommandeur in der Region von Manbij,  schwer verletzen. Möglicherweise töteten sie am 1. April einen britischen und amerikanischen Soldaten in der Stadt Manbij.

Die „Popular Resistance“ hingegen trat nur mit vereinzelten Raketen- und Mörserbeschüssen auf amerikanische Militärbasen auf, wobei es jedoch nie zu Schäden oder Verletzungen kam. Erst zwei Tage vor diesen Ereignissen einigten sich über 70 nordsyrische Stämme auf einen aktiven Kampf gegen die „amerikanische Besatzung Syriens“. Die Popular Resistance profitiert dadurch direkt und erhält wahrscheinlich wichtige Mittel und Unterstützung in ihrem aktiven Guerilla-Kampf.

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