Houthi-Rebellen starten Gegenangriff bei wichtiger Küstenstadt

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Die aufständischen Houthi-Rebellen, auch bekannt unter dem Namen „Ansar Allah“, starteten am Freitag einen Angriff auf die vorrückenden Truppen der Regierung unter Mansour Hadi und südjemenitische Unabhängigkeitskämpfer, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv unterstützt werden. Demnach stürmte man die Dörfer Nakhaila, Tahita, Zabid und Taif und tötete dabei Dutzende Kämpfer auf gegnerischer Seite. Eigenen Angaben zufolge kappte man dabei auch die Nachschublinie an der Küste und belagert damit Hunderte Soldaten und Milizionäre.

Vor wenigen Monaten starteten die Streitkräfte des Südjemens und der Hadi-Regierung einen koordinierten Großangriff auf die letzte wichtige Küstenstadt unter der Kontrolle der Houthis: Al-Hudaydah. Nicht nur wäre diese Eroberung ein bedeutender Sieg, auch stellt der dortige Hafen die letzte humanitäre Verbindung zur Außenwelt für den Norden des Landes dar, nachdem der Westen und verschiedene Golfstaaten das ärmste arabische Land seit 2015 faktisch belagern.

Sollte dieser Vorstoß nun aufgehalten werden würde dies ein enormer Verlust für den Süden und vor allem für die VAE bedeuten, die viele Ressourcen in diese Offensive investiert haben. Davor befanden sie sich nur noch wenige Kilometer vom Flughafen al-Hudaydas entfernt. Die Houthis zogen sich über die Dauer der Operation immer ohne sonderliche Gefechte zurück, hinterließen aber etliche Minen und weitere Sprengstoffvorrichtungen. Die nun eingesetzte Guerilla-Taktik, mit leichten Fußeinheiten die Nachschublinien zu eliminieren ist typisch für Ansar Allah und versprach trotz diverser Niederlagen in der Vergangenheit immer wieder Erfolg.

Besondere Verluste musste die sogenannte „Gigantenbrigade“ (al-Amalika) hinnehmen, wo ein ganzes Battalion zerrieben wurde. Eigentlich untersteht sie dem Kommando von Tareq Saleh, der Neffe des von den Houthis im Jahre 2017 getöteten Präsident Ali Saleh. Nachdem er wegen des Konfliktes mit einer größeren Gruppe in Richtung Hadi-Territorium desertierte versucht er seitdem, seinen verlorenen Einfluss wieder aufzubauen.

Woanders konnten die Houthis alleine innerhalb weniger Tage zwei Apache-Kampfhelikopter Saudi-Arabiens aufhalten und zerstören. Sämtliches Personal soll dabei gestorben sein, wobei der zweite Abschuss an der Westküste bisher noch nicht gänzlich bestätigt ist. Der Erste wurde vor zwei Tage innerhalb von Saudi-Arabien abgeschossen, nachdem er mehrere Angriffe auf Verteidigungsstellungen der Houthi-Rebellen an der Landesgrenze geflogen hatte. Saudischen Angaben starben seit der Intervention 2015 über 1.000 Soldaten der eigenen Armee, hinzu kommen rigorose Materialverluste, beispielsweise wurden über 650 Fahrzeuge zerstört oder erbeutet.

Seitdem es zum Bruch der Zweckbündnisses zwischen den Houthis und dem ehemaligen Präsidenten Ali Saleh kam sehen sich die zaidisch-schiitischen Kämpfe zunehmend militärisch und politisch isoliert und müssen an mehreren Fronten Bodenverluste hinnehmen. Dennoch kontrollieren sie weiterhin die Mehrheit der Bevölkerung und fast ganz den gesamten Norden und sogar einige Landabschnitte in Saudi-Arabien an der Grenze. Der Verlust von al-Hudaydah wäre ein großer Sieg für den Süden, da man somit ein Großteil der Küste zum Roten Meer eingenommen hätte.

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Militärische Situation vor dem Gegenangriff

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