Syrische Armee schickt Verstärkungen nach Südsyrien

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Nach dem Abschluss der Armeeoperationen in den Regionen um Damaskus und Homs scheint die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen eine neue Offensive gegen die syrische Opposition vorzubereiten. Videos aus den sozialen Netzwerken zeigen etliche Militärkonvois, die sich von Damaskus in südlicher Richtung nach Da’ara begibt, die südlichste Provinz des Landes mit der gleichnamigen Provinzhauptstadt, die zugleich als der „Geburtsort der Revolution“ gilt. Daraus resultieren nun die Gerüchte, die nächste Operation könnte im Süden des Landes gestartet werden, auch wenn die Provinz Idlib zuvor als weitere Option gehandelt wurde.

Derzeitigen Gerüchten zufolge geht es hierbei um die Eroberung von Ost-Da’ara, vom sogenannten „Todesdreieck“ bei Izra bis an den syrisch-jordanischen Grenzübergang al-Naseeb sollen sämtliche Gebiete gesichert werden, wodurch auch ein weiterer Teil der vitalen M5-Straße erobert werden würde, die von Jordanien bis in die Türkei führt. Zudem würde dadurch wieder ein direkter Handel und Zugang zum Nachbarland im Süden entstehen für die syrische Regierung. Während das Land zu Beginn die Opposition aktiv unterstützte, wurde es in den letzten Jahren ruhig und akzeptiert scheinbar jeden Ausgang des Konfliktes.

Ein möglicher Nutznießer dieser Gefechte könnte der Islamische Staat sein, der an der Grenze zu Jordanien und Israel einige Städte und Dörfer seit Jahren erfolgreich hält. Da die Ressourcen der Opposition woanders gebunden sind könnten die Islamisten eine eigene Offensive starten und wie in der Vergangenheit Gebiete erobern. Trotz internationaler Unterstützung (darunter auch Israel) waren die Bemühungen der Aufständischen recht halbherzig, den IS vor Ort auszulöschen.

Die sogenannte „Southern Front“ im Süden Syriens war in der Vergangenheit die inzwischen wohl ruhigste, aktive Front im gesamten Konflikt. Sie ist mehrheitlich von der FSA dominiert, Islamisten erhalten aber immer mehr Zulauf. Seit den äußerst verlustreichen Offensiven im Jahre 2015 in Richtung Quneitra und schweren Kämpfen in der Stadt Sheikh Maskeen fehlt er den dortigen Einheiten eigentlich an offensiven Kapazitäten. Dara’a selber ist seit Anbeginn des Krieges in zwei Teile geteilt. Ursprünglich war die gesamte Region Teil der Deeskalationszonen, völlig erloschen sind die Kämpfe jedoch nie.

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