Opposition in Homs akzeptiert Kapitulation

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Die zwischen den zentralsyrischen Städten Homs und Hama liegende Region um Rastan wurde seit Anbeginn des Konfliktes von syrischen Aufständischen kontrolliert. Nun scheint man auch dort einen diplomatischen Durchbruch wie in anderen Teilen des Landes errungen zu haben. Die syrische Regierung und vergleichsweise moderate Opposition einigten sich auf einen Deal, der die friedliche Beilegung der Kämpfe vorsieht und man dafür freies Geleit in andere Territorien Syriens erhält, die weiterhin von den Rebellen beherrscht werden. Dafür übernimmt die syrische Regierung die Kontrolle über sämtliche Gebiete und bestätigt erneut eine Generalamnestie für alle Kämpfer, die aufgeben.

Diese Einigung kam nach der Androhung einer bevorstehenden Militäroffensive der syrischen Armee zustande, nachdem es bereits im östlichen Teil zu schweren Gefechten zwischen den beiden Fraktionen kam. Die bei Homs fest sitzenden Kämpfer sind allgemein schlecht und sehr leicht ausgerüstet, verfügen kaum über Fahrzeuge und haben zudem (dank einer effektiven Waffenruhe) kaum Kampferfahrung aufgrund ihrer isolierten Position. Ein militärisches Unternehmen wäre von vorneherein zum scheitern verurteilt gewesen, auch weil die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter ihrem Anführer Suheil al-Hassan eingesetzt werden sollte.

Bereits am Tag darauf gaben die viele Kämpfer ihre Waffen ab, jedoch scheint sich auch Widerstand von den islamistischen Fraktionen (wie Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham) zu bilden. Es ist bisher unklar ob wirklich alle involvierten Gruppieren diesen Deal akzeptierten oder ob sie sich zähneknirschend der Mehrheit gebeugt haben. Nach langer Zeit wurde die wichtige M1-Straße zwischen Hama und Damaskus geöffnet, neben syrischen Sicherheitskräften werden auch Russische eingesetzt.

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Aufständische übergeben ihre Artillerie und Mörser an die syrische Regierung

Die Region um Rastan liegt zwischen den Großstädten Hama und Homs und verläuft größtenteils entlang der vitalen M5-Straße, die diese beiden Städte miteinander verbindet. Aufgrund ihrer isolierten Position gab es kaum einen islamistischen/dschihadistischen Einfluss auf die dort ansässigen Kämpfer. Zugleich aber gibt es seit Jahren dort keine Gefechte mehr, zuletzt gab es kleinere Plänkeleien bei dem Dorf Zara, woraufhin Dutzende Alawiten von der Opposition getötet wurden. Bereits in der Vergangenheit gibt es immer wieder Verhandlungen zwischen den Aufständischen und der Regierung, wobei besonders Russland und ihr „Versöhnungszentrum“ eine entscheidende Rolle einnehmen. Zurzeit gibt es beispielsweise Gespräche über die freie Nutzung der M5-Straße für alle Fraktionen, wofür die russische Militärpolizei stationiert werden soll.

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