Armee erbeutet etliche Panzer und Waffen in Qalamoun

DbS5GkfUwAAiU5j.jpg
Einige der Panzer, die die syrische Armee in Qalamoun zurückgewinnen konnte

Die Evakuierung der einst von der syrischen Opposition gehaltenen Region Ost-Qalamoun ist derzeit im vollem Gange, Tag für Tag erreichen Dutzende Transportbusse die Städte al-Dumayr, Ruhaybah, Jalrouh und Nasiriyah und transportieren Tausende aufständische Kämpfer und ihre Sympathisanten in die von der Türkei kontrollierte Region in Nord-Aleppo. In der größten Stadt al-Dumayr wurde bereits die Flagge der syrischen Regierung gehisst, nachdem man dort bereits einige Tage zuvor einen separaten Evakuierungsdeal mit der islamistischen Fraktion „Jaish al-Islam“ erreichen konnte. Bestandteil dieser Vereinbarungen war auch die Abgabe schwerer Waffen, die syrische Armee konnte dadurch eine beachtliche Menge an Panzern, Fahrzeugen etc. erbeuten, die man Jahre zuvor verloren hatte.

Insgesamt wurden fast 40 Panzer und Panzerfahrzeuge übergeben, darunter auch auf aufgerüstete Kampfpanzer wie der T-72 oder viele Transportfahrzeuge. Zudem wurden etliche Mengen von amerikanischen Panzerabwehrwaffen (TOWs und Milans) und weitere Ausrüstung gefunden, vor allem über die jordanische Grenze dorthin geschmuggelt. Außerdem wurde Eine der wenigen Abschussplattformen für die berühmten Zelzal-2-Ballistikraketen. Das Gros der Waffen fällt dadurch in die Hände der elitären „Tiger Forces“, die hauptsächlich an der kurzweiligen, quasi eintägigen Operation federführend waren. Ihr Anführer Suheil al-Hassan war bereits vor Ort und begutachtete die erbeuteten Waffen.

Das an der syrischen Wüste gelegene Grenzgebiet wird von mehreren Oppositionsgruppen gehalten und besteht hauptsächlich aus den Städten Ruhaybah, Jalroud, Nasiriyah und größeren Wüstengebieten, die vor allem von hohen Gebirgen geprägt sind. Die Offensive begann mit einem Vorstoß auf die Verteidigungspositionen der FSA-Miliz „Jaish Tahrir al-Sham“ (nicht zu verwechseln mit der islamistischen Organisation Hayyat Tahrir al-Sham), die auch die stärksten Streitkräfte vor Ort aufstellen kann. Zudem existieren hauptsächlich noch die von der USA unterstützten „Ahmed al-Abdo Forces“ und die Islamisten von „Jaish al-Islam“ vor Ort.

Diese Offensive entstand nach einem scheinbaren Zusammenbruch der langjährigen Waffenruhe und langwieriger Verhandlungen zwischen Aufständischen und syrischer Regierung den Konflikt friedlich zu lösen, wo die Regierung die Kontrolle übernehmen würde und verfeinde Kämpfer entweder eine Generalamnestie akzeptieren oder in andere Gebiete Syriens evakuiert werden, vor allem in die von den Islamisten gehaltene Provinz Idlib oder Nord-Aleppo, welches unter der Kontrolle der Türkei steht. Insgesamt wurden etwa 5.000 Menschen, davon 1.500 Kämpfer, transportiert. Nun dauern auch im restlichen Qalamoun die Verhandlungen zur Kapitulation an, wahrscheinlich wird eine ähnliche Vereinbarung wie bei al-Dumayr entstehen, die erneut Tausende Menschen nach Jarablus bringen werden.

Dem Angriff vorausgegangen war ein separater Deal zwischen Regierung und Jaish al-Islam in der nahe gelegenen Stadt al-Dumayr, die die oben beschriebene Möglichkeit akzeptierten und derzeit evakuiert werden. Kurz zuvor wurde der Verhandlungsführer von unbekannten Personen ermordet. Eigentlich herrscht dort seit Jahren Frieden, jedoch starteten einzelne Kampfverbände in den letzten Wochen mehrere Überfälle auf Verteidigungspositionen der syrischen Armee beim Berg Muhassa, wobei mindestens ein T-72-Panzer zerstört wurden. Außerdem wurde angeblich ein syrischer Kampfjet abgeschossen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s