Operation in Ost-Ghouta kurz vor ihrem Ende

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In der einst von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus nimmt die Evakuierung der letzten Aufständischen langsam ein Ende. Die von der islamistischen Fraktion „Jaish al-Islam“ gehaltene Großstadt Douma war der zuletzt noch verbliebene Ort in den Händen der Islamisten, wurde jedoch nach zähen Verhandlungen und einer kurzen militärischen Kampagne der syrischen Regierung übergeben. Nun befindet sich das Gebiet unter der Kontrolle der syrischen Regierung, Eine der größten Hochburgen der „syrischen Revolution“ seit 2011 wurde damit erobert, dennoch sorgt Jaish al-Islam schon wieder für neue Skandale.

Seit Tagen dauert nun die Evakuierung der letzten verbleibenden Kämpfer von Jaish al-Islam in der Stadt Douma an, im Gegenzug dafür wurden Tausende Menschen aus der Gefangenschaft unter den Islamisten entlassen, wie es bei der Vereinbarung vorgesehen war. Die geretteten Soldaten und Zivilisten wurden mithilfe von Bussen in Sicherheit gebracht, russische Soldaten sind bei der gesamten Operation fest involviert. Dafür wurde es den Kämpfern von Jaish erlaubt, entweder die Generalamnestie zu akzeptieren oder sich mithilfe von Transportbussen in die syrisch-türkische Grenzstadt Jarablus bringen zu lassen, die seit über einem Jahr unter der Kontrolle und dem Einfluss der Türkei liegt.

Neben russischen Truppen wurden auch Beobachter und Fernsehteams vor Ort gesichtet. Russisches Personal besuchte den angeblichen Fundort des „Massakers, welches von Giftgas der syrischen Armee versucht wurde“, konnte dort aber nichts verdächtiges finden. Parallel dazu lud Russland die OPCW dazu ein, ebenfalls vor Ort zu erscheinen und das Gebäude auf verdächtige Spuren des Giftgases zu untersuchen. Außerdem gab es ein Fernsehteam, welches mehrere Zivilisten und Ärzte interviewten, die ebenfalls die Darstellung eines angeblichen Giftgasangriffes bestätigen können.

Einigen Angaben zufolge kam es jedoch zu einem Bruch der Vereinbarungen durch Jaish al-Islam, die sich scheinbar nicht an die Entlassung aller Gefangenen halten. Eigentlich sollten Tausende Personen (die Meisten davon sind syrische Soldaten oder Alawiten, die beim Überfall und darauffolgenden Massaker auf die Stadt Adra gefangen genommen wurden) inzwischen entlassen, jedoch fehlt von ihnen jede Spur. In einem Bus versuchten Aufständische einen gefangenen Soldaten „mitzuschmuggeln“, wurden jedoch von russischen Soldaten dabei erwischt und er daraufhin befreit. Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat sich am Dienstag mit Familien getroffen, dessen Familienmitglieder vermisst werden. Er sicherte ihnen zu, dass das höchste Ziel der syrischen Regierung die Befreiung aller Häftlingen unter Jaish al-Islam derzeit ist.

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Kämpfer der „National Defence Forces“ erreichen das Zentrum von Damaskus, von wo aus die bevorstehende Offensive erwartet wird. 

Derweil ziehen sich immer mehr Truppen der syrischen Streitkräfte im Damaszener Viertel Yarmouk zusammen, ein ehemaliges palästinensisches Flüchtlingslager welches inzwischen vom Islamischen Staat kontrolliert wird. Nachdem es zu einem ähnlichen Deal wie in Ost-Ghouta zwischen den Rebellen im Viertel al-Qadam kam ergriff der IS die Chance und attackierte die nun in al-Qaida stationierten Soldaten, die daraufhin fast vollständig aus dem Bezirk vertrieben wurden. Vor allem Einheiten des Milizenverbandes der „National Defence Forces“ scheinen sehr präsent zu sein. Zusammen mit Russland und anderen Oppositionskräften in umliegenden Vierteln, die aber nicht der Regierung über feindlich sind.

Gerüchten zufolge ist die Operation in und um Yarmouk und weiteren Vierteln nach dem erfolgreichen Abschluss in Ost-Ghouta geplant. Mit der Eroberung dieser Gebiete vom Gegner würde der gesamte Raum von Damaskus unter die Kontrolle der syrischen Regierung und seiner Verbündeten fallen, die nächste Positionen der Opposition wären etwa 30 Kilometer im Osten von Qalamoun entfernt.

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