Irak: Mögliche Anti-IS-Operationen in Syrien

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Haidar al-Abadi besucht die irakische Stadt Samarra

Der irakische Premierminister Haidar al-Abadi hat eine mögliche irakische Operation auf syrischen Boden in Aussicht gestellt, um den weiterhin existierenden Islamischen Staat aus der Grenzregion vollständig zu vertreiben. Demnach fragte man formell bei der syrischen Regierung über einen möglichen Grenzübertritt nach, der auch bewilligt wurde. Die Aussage entstand nach einem nächtlichen Überfall eines größeren IS-Militärkonvois auf die syrisch-irakische Grenzstadt al-Qaim, der von der syrischen Wüste aus gestartet wurde. Am Ende konnten dort stationierte Truppen den Vorstoß abwehren, dennoch ist er ein Ausdruck einer ständig wiederkehrenden Gefahr für die Sicherheit des Iraks.

Als Argument nennt er den „Kampf gegen den Terrorismus“ und beschreibt, wie das Land von einer internen zu einer regionalen „Anti-Terror-Bekämpfung“ übergehen müsse, obwohl es im Irak immer noch zu regelmäßigen Angriffen des Islamischen Staates kommt. Dennoch sank die Anzahl der Anschläge wieder auf einem Niveau von 2003.

Beide Länder kooperierten bereits in der Vergangenheit gegen die Terrormiliz eng miteinander, beispielsweise richtete man in Bagdad ein gemeinsames Kommandozentrum zur Auswertung gesammelter Aufklärungsdaten ein und die irakischen Luftstreitkräfte flogen ebenfalls schon mehrere Angriffe auf die ostsyrische Provinz Deir ez-Zor. Zudem betraten bereits irakische Milizen syrischen Boden, nachdem es zu Gefechten zwischen syrischer Armee und dem IS bei der Grenzstadt Abu Kamal kam.

In Syrien hält der Islamische Staat neben diversen Enklaven größere Teile der Wüste und mehrere Dörfer im Euphrat-Tal, direkt an der Landesgrenze zum Irak. Da die USA keine syrische Truppen östlich des Flusses erlaubt fallen diese Gegenden unter den „Zuständigkeitsbereich“ der kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und seiner westlichen Partner. Diese kommen aber schon seit Monaten dieser Tätigkeit nicht nach und koexistieren relativ friedlich nebeneinander. Die von einer IS-nahen Nachrichtenagentur veröffentlichen Bilder aus den unter der Kontrolle der Islamisten stehenden Dörfer Hajin oder al-Shafah zeigen prall gefüllte Marktplätze in einer scheinbar friedlichen Atmosphäre.

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