Syrische Armee kontrolliert 70% von Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Fast ein Monat dauert die Operation „Damaszener Stahl“ an und konnte dabei beachtliche Gewinne vorweisen, darunter die Eroberung von über 70% der Gebiete Ost-Ghoutas, die zuvor unter der Kontrolle der Opposition standen. Nun konnte Ghouta in drei Teile geteilt werden, während die verzweifelten Rebellengruppen versuchen, Proteste der eigenen Bevölkerung gewaltsam aufzulösen und sich zehntausende Menschen in die Sicherheit der syrischen Regierungsgebiete begeben.

In Folge neuer Eroberungen konnte die Stadt Jisreen im Südosten gesichert werden. Insgesamt dauerten die Kämpfe mehrere Tage in der Stadt an, nachdem die Armee unter der Führung der „Republikanischen Garden“ die umliegenden Farmen und südlichen und östlichen Stadteingang stürmten. Mit diesem Gewinn befindet sich die Stadt Saqba weiter nördlich von drei Seiten umkreist, im Westen hingegen Kafr Batna, ein Ort welcher in den vergangenen Wochen immer wieder von den stärksten Protesten gegen die „bewaffneten Aufständischen“ geprägt war. Außerdem gibt es nun offizielle Bestätigung von der vollständigen Eroberung der Stadt Hamouriyah seitens des syrischen Militärs, damit kontrolliert die Opposition in Ost-Ghouta lediglich neun Städte.

Aufgrund der militärisch recht aussichtslosen Situation scheint es auf Seiten der Opposition zu einer Bereitschaft zu Verhandlungen gekommen zu sein, die aber nicht mehr als Verzögerungstaktiken sein könnten. Demnach wollen die islamistischen Gruppierungen Faylaq al-Rahman, Jaish al-Islam und Ahrar al-Sham einen politischen Prozess beginnen und sich der Resolution der Vereinten Nation anschließen, die eine 30-tägige Waffenruhe in Syrien besagt. Da sie sich aber scheinbar nur zu einer Waffenruhe, aber zu keinen Zugeständnissen oder einem Abzug nach Idlib oder Daraa bereit sind scheint es sich eher um eine einfache Hinhaltetaktik handeln, um die UN zur Intervention zu bewegen und sich eine kurze Kampfpause zu ermöglichen.

 

Derweil fliehen seit drei Tagen Zehntausende Menschen aus dem belagerten Ost-Ghouta durch einen „humanitären Flüchtlingskorridor“, der in Hamouriyah durch die syrischen Streitkräfte errichtet wurde. Bisher ist der Flüchtlingsstrom ungebrochen, am ersten Tag flohen Schätzungen zufolge 10.000 bis 12.000, am zweiten Tag erneut Tausende und am Samstag bisher Hunderte bis Tausende. Das russische Verteidigungsministerium hat dabei mehrere Kameras und Drohnen aufgestellt, die Liveübertragungen von diesem Korridor zeigen und behauptet, dass inzwischen 30.000 Zivilisten aus Ost-Ghouta flohen. Das syrische Fernsehen zeigt Menschen, die die Islamisten aufs Schärfste kritisieren, darunter die Hortung von Nahrung und Medizin, weitreichende Korruption und den Tod von mehreren Menschen, die Tage zuvor gegen sie demonstriert haben. Es kommt auch zu mehreren Familienzusammenführungen, wo nach sieben Jahren Soldaten ihre Eltern wiedertreffen.

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