Rebellenoffensive in Nord-Hama aufgehalten

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Erbeuteter T-55 

Die vor zwei Tagen gestartete Offensive der syrischen Opposition im Norden der zentralsyrischen Provinz Hama konnte nach nur einem Tag vollkommen zurückgeschlagen werden, ohne auch nur nennenswerte Erfolge zu erzielen. Die mit den Titel „Rache für Ost-Ghouta“ benannte Operation wurde dabei von Jabhat Tahrir Souriyah (JTS) angeführt, einem neu gegründeten Oppositionsbündnis aus den islamistischen Fraktionen Ahrar al-Sham und Nour al-Din al-Zenki und von weiteren Gruppierungen wie Jaish al-Izzah oder Jaish al-Ahrar unterstützt. Die Offensive sah die Eroberung der Stadt Kernaz vor, doch nach stundenlangen Gefechten konnten die Islamisten keinerlei nennenswerte Erfolge vorzeigen und die Operation nach nur einem Tag aufgegeben.

Die Offensive kam zum Halt nachdem die syrische Armee Verstärkung in die Region brachte, da zuvor lediglich heimische Milizen unter dem Dachverband der „National Defence Forces“ die Verteidigung übernahmen. Zuvor gab es glaubwürdige Berichte über die erfolgreiche Eroberung von Kernaz durch Jabhat Tahrir Souriyah, mussten aber unter syrischen und russischen Luftschlägen sich wieder zurückziehen. Dabei wurde auch einiges an Kriegsgerät zurückgelassen, nennenswert wäre dabei ein T-55-Panzer und ein Panthera F9, ein Militärfahrzeug welches vor zwei Monaten einigen Oppositionsgruppierungen von der Türkei übergeben wurde. Es ist dabei der erste Panthera in den Händen der syrischen Regierung. Zudem wurden mehrere Kommandanten von JTS getötet.

Alljährliche Offensiven der Opposition auf Nord-Hama haben sich inzwischen zu einer Tradition entwickelt, wobei das Ergebnis immer der Gleiche ist: Nach anfänglichen Erfolgen und Eroberungen muss man sich nach der Stationierung von besser ausgebildeten Truppenkontigenten der Armee geschlagen geben und unter hohen Verlusten teilweise sogar Gebiete verlieren. Auch hier scheint bisher das gleiche Szenario einzutreffen, es werden nämlich bisher kaum Truppen der syrischen Streitkräfte dort eingesetzt, dafür übernehmen einheimische Milizen unter dem Dachverband der „National Defence Forces“ als eine Form von „Stadtwachen“ die Verteidigung der Dörfer.

Zugleich kann die Opposition in dieser Offensive nicht mit sonderlich guten Kämpfern und Ausrüstung aufweisen, was vor allem auf die involvierten Gruppierungen zurückzuführen ist. Einzig Jabhat Tahrir Souriyah als wohl zweitgrößte Rebellenorganisation besitzt ausreichend Truppen, ist aber derzeit in der Provinz Idlib mit ihrem Rivalen Tahrir al-Sham beschäftigt, die sich seit Wochen erbitterte Kämpfe um verschiedene Städte führen.

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