Zehntausende Menschen fliehen aus Ost-Ghouta

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Aufgrund militärischer Fortschritte der syrischen Streitkräfte und verbündeter Milizen ist das „Verteidigungsnetz“ der Opposition in der Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus nahezu völlig kollabiert und daraus resultierend mehrere Schlupflöcher entstanden, die inzwischen von immer mehr Menschen genutzt werden, um vor den Kämpfen und der Opposition zu fliehen. Inzwischen begeben sich mit der Unterstützung syrischer und internationaler Hilfsorganisationen tausende Menschen in die Sicherheit. Wochen zuvor kam es bereits zu Fluchtversuchen einzelner Zivilisten, dennoch nimmt es inzwischen eine völlig neue Dimension an, die bis zum Ende in Ost-Aleppo nicht mal der Fall war. Derweil kann die Syrisch-Arabische Armee (SAA) neue Erfolge erzielen und in zwei Städten erfolgreich vordringen.

Auf Livestreams und veröffentlichten Videos syrischer und russischer Medien ist ein scheinbar unendlicher Strom an Menschen zu beobachten, die unter dem Schutz der syrischen Armee nur mit leichtem Gepäck fliehen, einige konnten sogar ihre Autos, Tiere oder Traktoren retten. Riesige Menschenmassen begeben sich nach der Errichtung eines „humanitären Flüchtlingskorridors“ in der Stadt Hamouriyah im Zentrum von Ost-Ghouta in die notdürftig eingerichteten Flüchtlingslager wie das in al-Wafidin, die bereits vor Anbeginn der Armeeoffensive errichtet wurden. Schätzungsweise 10.000 Menschen nutzten bisher diese Gelegenheit zur Flucht, Tendenz steigend. Die Situation erinnert an das Geschehen in Ost-Aleppo damals, wo ebenfalls Tausende Zivilisten nach West-Aleppo flohen.

In Hamouryiah kam es in der Vergangenheit zu mehreren Protesten der örtlichen Bevölkerung gegen die „bewaffneten Aufständische“ und für die Ankunft von Armeeeinheiten, die wieder für Sicherheit sorgen sollen. Mehrere Personen stimmen lautstark im Chor „Was wollen wir? Wir wollen Assad!“ und „Wir wollen diese Aufständischen nicht“ ein, was wohl die Meinung vieler Personen repräsentiert, die in Ost-Ghouta von den oppositionellen Kämpfern gefangen gehalten werden.

 

Auf militärischer Seite kann die syrische Armee in den Städten Jisreen und Hamouriyah im Südosten der derzeitigen Enklave neue Gewinne erringen und Teile der jeweiligen Städte erobern. Angeblich soll sich nach intensiven Häuserkämpfen die Hälfte von Jisreen und ein Großteil von Hamouriyah unter der Kontrolle der syrischen Regierung befinden, einzigen Milizen zufolge sogar schon ganz Hamouriyah. Den Angriff auf die letztere Stadt übernehmen vor allem die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan, während „Republikanische Garden“ die Kämpfe in Jisreen dominieren. Derzeit finden brutale Gefechte in al-Rayhan, Jisreen und dem Industriegebiet von Douma statt, wo Jaish al-Islam bisher jegliche Vorstöße der Armee erfolgreich abwehren konnte. Insgesamt kontrolliert die Regierung nach drei Wochen der Operation „Damaszener Stahl“ etwa 60% von ganz Ost-Ghouta bzw. dem, welches zuvor unter der Kontrolle der Opposition stand.

Bereits zu Beginn der Offensive flohen mit der Unterstützung des Roten Kreuzes zwei pakistanische Staatsbürger, wurden aber wahrscheinlich auch mit der Unterstützung der Aufständischen entlassen. Einige Tage darauf nutzten zwei Kinder den von der syrischen Regierung und Russland eingerichteten „humanitären Flüchtlingskorridor“ bei al-Wafidin.  In dem dazu veröffentlichten Video sieht man ganz klar wie die fliehenden Kindern von der Opposition beschossen werden, sollte sich das Video als wahr herausstellen. Am Tag darauf sollen zwei weitere Kinder geflohen sein. Zuletzt floh eine dreiköpfige Familie nach der Eroberung von Beit Sawa, 60 Zivilisten wurden in Sicherheit gebracht,

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