Kurden übergeben Gebiete Afrins an die syrische Regierung

UcaTeJM

In Folge der militärisch aussichtslosen Situation im nordwestlichen Afrin-Kanton für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und verbündete Kräfte in der Verteidigung gegen die türkischen Streitkräfte und die mit ihnen verbündeten Rebellengruppen (TFSA) im Zusammenhang der sogenannten „Operation Olivenzweig“ scheinen syrische Milizen unter dem Kommando der syrischen Regierung einige Gebiete friedlich übernommen zu haben, die sich zuvor unter der Kontrolle der YPG befanden. Dies trifft vor allem für die Dörfer in der Umgebung der Stadt Tel Rifaat zu, die bisher nicht von der türkischen Armee attackiert wurden. Bereits in der Vergangenheit hatten russische Spezialeinheiten und syrische Milizen eine wichtige Präsenz in Tel Rifaat, bildeten dort auch kurdische Kämpfer aus.

Derzeit ist nicht geklärt inwiefern dieser Entschluss zwischen den beiden Fraktionen vereinbart wurde und welche Gebietes es umfasst. Angeblich befinden sich darunter mehrere Dörfer, Tel Rifaat selber und der Menagh-Luftwaffenstützpunkt, der traurige Berühmtheit durch ein Massaker an syrischen Soldaten durch Jabhat al-Nusra und dem Islamischen Staat erfuhr. Zumindest jetzt befindet sich schon der Kontrollpunkt bei Ziyarah unter der Kontrolle der „National Defence Forces“ (NDF), nachdem dort die Flagge der Syrischen Arabischen Republik gehisst wurde. Sollten all diese Territorien unter die Kontrolle der syrischen Regierung fallen würde dadurch eine Pufferzone entstehen und die syrische Regierung könnte ein großes Gebiet ohne nur einen Schuss abzufeuern „erobern“.

Traditionell besitzen die Kurden in Afrin und die syrische Regierung eigentlich gute Beziehungen, beide besitzen den gleichen Gegner (die islamistische Opposition) und unternahmen beispielsweise 2016 eine gemeinsam koordinierte Offensive gegen die Opposition in Nord-Aleppo, um die Belagerung der schiitischen Städte Nubl und Zaahra aufzuheben, die wiederum nochmal ein ganz besonderes Verhältnis zu Afrin haben.

Die politische Führung Afrins muss sich nun zunehmend mit der Kritik auseinandersetzen, dass ein solch hilfloses Unterfangen wie eine erfolgreiche Verteidigung des Kantons reines Wunschdenken ist und am Ende unnötig das Leben von Zivilisten und Soldaten kosten wird. Besonders kritisch ist der Widerwillen gegenüber der syrischen Regierung, die mehrmals zugunsten dem Wegfall politischer Autonomie und Unabhängigkeit den Schutz unter der syrischen Armee angeboten hat. Nun muss man mit der einzigen Alternative leben: Ein Leben unter der Kutte Erdogans und seinen syrischen Söldnern, bekannt für Korruption, Disziplinlosigkeit und ihrem Islamismus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s