Aufstände in Ost-Ghouta

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Einwohner von Saqba halten die Flagge der syrischen Regierung

Seit über einer Woche dauert nun die Operation „Damaszener Stahl“ der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeter Milizen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an, wo man derzeit versucht oppositionelle Kräfte aus der Enklave in Ost-Ghouta zu vertreiben. Nach den enormen militärischen Erfolgen scheint sich innerhalb der dortigen Bevölkerung ein Widerstand gegen die Opposition zu bilden, der zur großen Gefahr werden könnte. Nun wurde in dem kleinen Städtchen Hamouriyah die Flagge der Syrischen Arabischen Republik gehisst und es gibt Sprechchöre die die Rückkehr von Assad und den Abzug der „bewaffneten Aufständischen“ verlangen.

Auf dem zentralen Marktplatz von Hamouriyah weht die Flagge der syrischen Regierung, während die meisten Menschen unbeirrt ihrem Alltag nachgehen. Mehrere Personen stimmen lautstark im Chor „Was wollen wir? Wir wollen Assad!“ und „Wir wollen diese Aufständischen nicht“ ein, was wohl die Meinung vieler Personen repräsentiert, die in Ost-Ghouta von den oppositionellen Kämpfern gefangen gehalten werden. In den Städten Sabqa und Misraba soll sich ein ähnliches Bild ergeben, auf den Straßen soll die syrische Fahne zu sehen sein. Woanders sollen weiße Flaggen zu sehen sein, zusammen symbolisieren sie Eines: Den Willen nach Frieden und die Ablehnung der Islamisten in der breiten Bevölkerung.

Bisher scheinen die bewaffneten Kämpfer von Faylaq al-Sham und Tahrir al-Sham noch nichts gegen diese Aufstände unternommen zu haben, wobei es in den nächsten Stunden dazu kommen könnte. Denn ähnliche Fälle gab es in ganz Syrien, sei es damals in Ost-Aleppo, Idlib oder Da’il. Die Frage bleibt, ob die Opposition überhaupt noch genügend Ressourcen besitzt um zugleich die Armee zu bekämpfen und innere Aufstände niederzuschlagen. Derweil sollen die jeweiligen Städte Beziehungen mit der syrischen Regierung aufgenommen haben, um eine friedliche Übergabe zu garantieren. Sollten sich diese Meldungen bewahrheiten wäre zumindest teilweise ein brutaler Häuserkampf vermieden worden.

Außerdem konnten die syrischen Streitkräfte neue Fortschritte in Ost-Ghouta verzeichnen. Zum Einem wurden im Osten mehrere Dörfer erobert, darunter das zuvor hart umkämpfte al-Rayhan, Muhamadiyah und Hawsh al-Ashari. Damit befinden sich gänzlich alle landwirtschaftlichen Gebiete in Ost-Ghouta unter der Kontrolle der syrischen Armee, die Opposition beherrscht lediglich mehrere Städte in einem engen, stark bebautem Gebiet. Die einst größte islamistische Gruppierung „Jaish al-Islam“ ist inzwischen nur noch auf die Stadt Douma reduziert, nachdem sie fast alle Gebiete aufgeben mussten.  Außerdem konnten mehrere Farmen nördlich des Viertel Harasta im Nordwesten gewonnen werden, was die Versorgungsstraßen zwischen Douma im Norden und z.B. Jibreen im Süden stark einschränkt. Würde die Armee etwa drei Kilometer weiter östlich vom Militärstützpunktes in Harasta vordringen, so würden sie die Enklave in zwei Teile spalten. Insgesamt konnte die syrische Regierung über 40% von Ost-Ghouta wiedergewinnen.

Derweil befindet sich der von der syrischen Regierung und mit russischer Unterstützung eingerichtete „humanitäre Flüchtlingskorridor“ im Nordwesten unter dem Beschuss der oppositionellen Mörser. Berichten zufolge wurden bei mehreren Salven etwa acht Zivilisten verletzt. Mit der Unterstützung des Roten Halbmondes konnten zwei pakistanische Staatsbürger diese Route zur Flucht aus Ost-Ghouta nehmen, wo sie seit Ausbruch des Krieges gefangen waren. Zudem flüchteten an Samstag Mitternacht zwei Kleinkinder durch den Korridor in das Territorium unter Regierungskontrolle. In dem dazu veröffentlichten Video sieht man ganz klar wie die fliehenden Kindern von der Opposition beschossen werden, sollte sich das Video als wahr herausstellen. Am Tag darauf sollen zwei weitere Kinder geflohen sein. In einem von dem sogenannten „Council of the Revolutionary Command of Damascus“ veröffentlichten Statement wurden die Zivilisten davor gewarnt, ihre Häuser zu verlassen, Kontakt mit der Regierung aufzunehmen oder zu fliehen.

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