Syrische Armee erobert über 40% von Ost-Ghouta

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen unter der Führung der Eliteeinheiten der „Republikanischen Garden“ und „Tiger Forces“ konnten in der von der Opposition gehaltenen Enklave Ost-Ghouta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an mehreren Fronten vorrücken und neue Territorien erobern. Nach der einwöchigen Operation „Damaszener Stahl“ konnten die syrischen Streitkräfte knapp 40% aller Gebiete sichern, die zuvor unter der Kontrolle der Opposition standen. Derweil treffen neue Hilfslieferungen in den „belagerten“ Gebieten ein.

Nach tagelangen Kämpfen konnte der Ort al-Shifunyah unter die Kontrolle der syrischen Armee gebracht werden. Das Dorf befindet sich an einem vitalen Verkehrsknotenpunkt zwischen der Stadt Douma und den weiter südlich gelegenen Damaszener Vierteln unter der Kontrolle der Opposition. Nach der Eroberung der Farmen südwestlich von al-Shifunyah befindet man sich nur noch etwa drei Kilometer von der Militärbasis in Harasta entfernt, ein schmaler Korridor welcher bei der Eroberung zur Spaltung der Enklave führen würde. Zudem wurde im Südosten das Dorf Bayt Naim im Südwesten erobert. Durch die letzten Fortschritte ist das Kontrollgebiet der islamistischen Gruppierung „Jaish al-Islam“ nur noch auf die Ortschaften Douma und al-Rayhan beschränkt.

Damit musste die Opposition in Ost-Ghouta fast ihre sämtlichen Farmgebiete aufgeben, wodurch nur noch vereinzelte Städte übrig bleiben. Mit den Angriffen auf die urbanen Stadtgebiete wird die kritische Phase für die Armeeoperation beginnen, denn gerade dort konnten die Islamisten in der Vergangenheit eine effektive Verteidigung vorweisen. Es bleibt abzuwarten, ob die syrische Armee also ähnlich unerwartete Erfolge wie in der bisherigen, einwöchigen Ghouta-Offensive oder wie in Ost-Aleppo verzeichnen kann, oder ob das verzweigte System an Gräben und Tunneln weitere Fortschritte stark behindern werden. Verlierer sind dabei die Zivilisten, die unmittelbar von den Kämpfen betroffen sein werden.

Derweil befindet sich der von der syrischen Regierung und mit russischer Unterstützung eingerichtete „humanitäre Flüchtlingskorridor“ im Nordwesten unter dem Beschuss der oppositionellen Mörser. Berichten zufolge wurden bei mehreren Salven etwa acht Zivilisten verletzt. Mit der Unterstützung des Roten Halbmondes konnten zwei pakistanische Staatsbürger diese Route zur Flucht aus Ost-Ghouta nehmen, wo sie seit Ausbruch des Krieges gefangen waren. Zudem flüchteten an Samstag Mitternacht zwei Kleinkinder durch den Korridor in das Territorium unter Regierungskontrolle. In dem dazu veröffentlichten Video sieht man ganz klar wie die fliehenden Kindern von der Opposition beschossen werden, sollte sich das Video als wahr herausstellen. Am Tag darauf sollen zwei weitere Kinder geflohen sein. In einem von dem sogenannten „Council of the Revolutionary Command of Damascus“ veröffentlichten Statement wurden die Zivilisten davor gewarnt, ihre Häuser zu verlassen, Kontakt mit der Regierung aufzunehmen oder zu fliehen.

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Außerdem trifft am Sonntag ein UN-Hilfskonvoi in Douma ein. Er betritt das Oppositionsgebiet durch den „humanitären Flüchtlingskorridor“ im Viertel al-Wafidin und soll Unterstützung für etwa 30.000 Menschen bereithalten. Kurz wurden aber die Transporter durchsucht und mehrere Paketen beschlagnahmt, vor allem Ausrüstung für Krankenhäuser.

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