Islamischer Staat siegt in Damaskus und Deir ez-Zor

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Zum Ende des Jahres 2017 konnte der Islamische Staat erfolgreich in seinen „Kerngebieten“ in Syrien und dem Irak bekämpft und fast vollständig besiegt werden, nur noch wenige Enklaven kann der IS vor den verschiedensten Kriegsparteien schützen. Von diesen aus starteten die Islamisten nun vermehrt Angriffe und können dabei gar einige Erfolge erzielen. In Damaskus konnte er mehrere Bezirke von der islamistischen Opposition erobern, während der Islamische Staat in der syrischen Wüste den von den USA unterstützen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) enorme Verluste zufügen und eine Offensive abwehren konnte. Dabei setzt die Terrormiliz auf den Fanatismus der inzwischen eher dem Volkssturm ähnelnden Streitkräfte und dem Einsatz eher unkonventioneller Taktiken, beispielsweise dem erstmaligen Einsatz von Frauen.

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Türkei setzt angeblich Giftgas gegen Kurden in Afrin ein

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Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach fast einem Monat sollen die türkischen Streitkräfte nun Giftgas gegen die YPG eingesetzt haben, wie mehrere syrische Medienhäuser vermelden.

Die syrische Nachrichtenagentur SANA und das kurdische Militär vermeldeten den Einsatz von Chlorgas gegen ein Dorf im syrisch-türkischen Grenzgebiet bei Afrin, wobei sechs Zivilisten verletzt wurden. Die Türkei kommentierte diese Meldungen bisher nicht.

Es ist aber auch äußerst unwahrscheinlich, dass es ähnlich vorherigen Behauptungen nur um eine reine Erfindung handelt mit dem Ziel, den Gegner zu diskreditieren. Bereits vor einigen Wochen behauptete die TFSA zweimal, dass die Kurden Giftgas gegen sie eingesetzt hätten ohne jemals dafür Beweise vorzuweisen. Diese Behauptung ähnelt den regulären Anschuldigungen der Opposition, die syrische Armee setze regelmäßig Giftgas ein (alleine 2018 bereits drei Mal), ohne dabei ernsthafte Beweise vorzulegen. Scheinbar erhofft man sich einen ähnlichen Aufschrei, nur wäre der Einsatz von Chlorgas mithilfe eines Mörsers äußerst ineffektiv (da sehr geringe Menge und sehr schnell flüchtig) und es bleibt die Frage, woher die Kurden plötzlich chemische Waffen hätten.

Türkei gegen die Kurden in Afrin auf dem Vormarsch

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Neue türkische Fahrzeuge warten an der Landesgrenze für den Einsatz in Operation „Olivenzweig“

Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Nach fast einem Monat gewinnt die Offensive an Momentum, nachdem sie in den ersten Wochen geradezu wie ein militärisches Fiasko für die Türkei wirkte. Langzeittrends sind aber davon noch nicht ablesbar, die Kurden können weiterhin auf die Unterstützung der syrischen Regierung zählen.

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Eliteeinheiten nach Ost-Ghouta verlegt

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Die offensive Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter dem berühmten Suheil al-Hassan wurden aus der nordsyrischen Provinz Idlib nach Ost-Ghouta östlich von der Hauptstadt Damaskus bzw. in Rif Dimashq verlegt. Diese Planänderung ist ein ganz klarer Indikator für eine groß angelegte Offensive auf Ost-Ghouta, Eine der letzten großen Bastionen der Opposition. Ost-Ghouta besteht teils aus Damaszener Vierteln, großen Städten und landwirtschaftlichen Gebieten. Seit Anbeginn des Konfliktes konnte die Opposition Ost-Ghouta halten und teilweise auch expandieren, musste aber 2016 viele Gebietsverluste hinnehmen.

In diesem und letztem Jahr startete die Armee mit großen Truppenkontingenten und den „Republikanischen Garden“ mehrere größere Operationen, um Damaszener Viertel wie Ayn Terma und Irbeen zu erobern, konnten aber nur einige hundert Meter vordringen und dabei enorme Verluste erleiden. Der urbane Häuserkampf ist für beide Seiten besonders verlustreich, besonders konnte die Opposition sieben Jahre lang Verteidigungspositionen errichten, besonders gefürchtet sind die komplexen Tunnelsysteme (teilweise können dadurch sogar Autos und Panzer transportiert werden) und die Tunnelbomben, die immer wieder zu großen Verlusten bei der Armee führen. Neben der starken Verteidigung besitzen die Aufständischen in Ost-Ghouta ebenfalls über den Vorteil, dass in der Vergangenheit viele korrupte Armeeoffiziere die Stellungen um Ghouta übernahmen und es zu einem regen Schmuggel an allerlei Waren kam.

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Ost-Ghouta

Schätzungsweise 200.000 bis 400.000 Zivilisten sollen sich in dem dicht bebautem Gebiet aufhalten, die löchrige Belagerung der Armee (mit der Ausnahme von einigen UN-Hilfslieferungen) setzte der Bevölkerung zu, Grundnahrungsmittel sind teilweise rar. Die Bevölkerung in Damaskus ist hingegen immer wieder Mörserangriffen ausgesetzt, die von den Oppositionsparteien abgefeuert werden. Denn Diese besteht aus den Gruppierungen Jaish al-Islam, Ahrar al-Sham, Faylaq al-Rahman und Tahrir al-Sham, allesamt mit einem islamistischen Hintergrund. In der Vergangenheit beispielsweise sperrten sie gefangen genommene Alawiten in Käfige, paradierten sie und stellten sie als menschliche Schutzschilde vor Luftschlägen auf Dächer.

Insgesamt wird es sich bei Ost-Ghouta für die sonst sieg- und erfolgreichen „Tiger Forces“ um eine sehr schwere Aufgabe handeln, sie haben es mit einem perfekt vorbereiteten Gegner zu tun welcher in der Vergangenheit Angriff auf Angriff erfolgreich abwehren und teilweise sogar neue Gebiete (z.B. bei Harasta und der dazugehörigen Militärbasis) erobern konnte.

Kämpfe zwischen IS und Opposition in Idlib

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Islamischer Staat in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor

In der Provinz Idlib sind offene Gefechte zwischen dem Islamischen Staat und der islamistischen Opposition ausgebrochen, nachdem der IS Regierungsterritorium durchquerte und Rebellengebiete erreichte. Den Berichten zufolge konnte die Terrormiliz dort einige Dörfer erobern, darunter auch die größere Ortschaften Khuwayn al-Khabir und al-Khalakhil. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierte Opposition versucht derzeit relativ erfolglos, den Vorstoß des Islamischen Staates in Idlib weiter zu verhindern.

Bei diesen Versuchen wurden mehrere IS-Kämpfer festgenommen, darunter auch Kindersoldaten. Diese Gefangenen reden über eine Anzahl von insgesamt 300 bis 400 Kämpfern, lediglich mit leichten Waffen ausgerüstet, nachdem die syrische Armee fast sämtliches schweres Kriegsgerät bei ihrem Ausbruchsversuch aus Nord-Hama erbeuten konnte. Eigentlich schien er dort völlig besiegt zu sein, konnte aber aus bisher ungeklärten Umständen genügend Kampfkraft mobilisieren um einen Ausbruch über mehrere Kilometer erfolgreich abzuschließen. Es wäre nicht unmöglich, sollte die syrische Regierung einen unbestraften Abzug erlaubt haben um die Islamisten in Idlib weiter zu destabilisieren.

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Denn ursprünglich stammt der Islamische Staat aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung der oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfiel und verbal dazu aufrief, die Tausenden an eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Doch nach wenigen Tagen hinterging der IS die Verhandlungen mit Tahrir al-Sham und schnappte sich gewaltsam mehrere Dörfer. Nach ewigen Kämpfen die zugunsten der Opposition ausfielen war das Kontrollgebiet nur noch auf zwei Dörfer begrenzt. Nachdem die Armee eine neue Offensive in Idlib startete konnte der IS von der Situation profitieren und viele Siedlungen erobern. Letzen Endes wurden über 50 Ortschaften ohne jeglichen Widerstand erobert. Schätzungsweise 1000 Mitglieder des Islamischen Staates befinden sich derzeit in dem eingeschlossenem Gebiet, viele davon sind Deserteure von der Opposition.

Laut Opposition haben derweil alle 340 IS-Kämpfer kapituliert, falls sich diese Information bestätigt, wäre dies eine dramatische Niederlage für den IS.

Iranische Unterstützung für die Kurden in Afrin?

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Neu ausgebildete Kämpfer der syrischen „Hamza Brigade“ begeben sich unter türkischer Flagge nach Afrin

Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Trotz ihrer bisher größten Verluste an einem Tag konnten die türkischen Streitkräfte viele Dörfer erobern und die erste Stadt in Afrin bedrohen. Derweil scheinen nun schiitische Milizen mit iranischen Waffen auf dem Boden präsent zu sein und die Kurden in ihrem Verteidigungskampf zu unterstützen.

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Islamischer Staat aus Hama vertrieben

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Mit der Unterstützung der Eliteeinheit „Tiger Forces“ startete die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen vor wenigen Tagen einen neuen Großangriff auf den eingeschlossenen Islamischen Staat in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib. Innerhalb von drei Tagen konnte die Armee sämtliche Ziele erreichen und die kleinen Siedlungen im Provinzendreieck Aleppo-Idlib-Hama unter seine Kontrolle bringen. Der eingeschlossene Islamische Staat birgte ein Sicherheitsrisiko, da es andauernd einzelne Checkpoints überfiel und dutzende Soldaten gefangen nahm und daraufhin exekutierte.

Tagtäglich wurden durchschnittlich 50 Ortschaften vom Islamischen Staat erobert, am Ende kontrollierte er nur noch die Stadt Suruj und eine örtliche Militärbasis. Auf einer Fläche von über 1100km² wurden Minen gefunden und geplant gesprengt, derzeit läuft dieser Prozess weiterhin an um die Dörfer wieder für ihre Einwohner bewohnbar zu machen. Letzen Endes trat die Armee auf wenig Widerstand, einzig erwähnenswert war der erste und einzige Einsatz einer Autobombe und eines Selbstmordattentäters (SVBIED) im eingeschlossenen Gebiet auf ein Treffen von syrischen Soldaten, der Erfolg ist unbekannt.

Trotz der militärischen Erfolge gab es einige Gerüchte über den Durchbruch von IS-Kämpfern durch die Verteidigungspositionen der syrischen Armee und dem Erreichen in Idlib, welches von der islamistischen Opposition gehalten wird. Daraufhin soll es zu intensiven Gefechten zwischen den beiden Fraktionen gekommen sein, wobei der Islamische Staat mehrere Dörfer sichern konnte.

Unklar ist, ob der IS tatsächlich seinen Weg durch Regierungsterritorium bahnen konnte und nun aktiv gegen die Opposition kämpft. Die Rebellen berichten von derartigen Angriffen, können aber bisher noch keine Beweise vorlegen. Sollte sich dies bewahrheiten bleibt die Frage, wie sich der Islamische Staat scheinbar unbestraft durch das Gebiet der syrischen Armee bewegen konnte, tatsächlich könnten geheime Verhandlungen zwischen den beiden Seiten zu dem Ergebnis geführt haben, immerhin besitzt der IS dort nur noch über leichte Waffen, nachdem die „Tiger Forces“ große Mengen an Kriegsgerät (darunter auch zwei Panzer) erbeutet haben.

Denn ursprünglich stammt der Islamische Staat aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung der oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfiel und verbal dazu aufrief, die Tausenden an eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Doch nach wenigen Tagen hinterging der IS die Verhandlungen mit Tahrir al-Sham und schnappte sich gewaltsam mehrere Dörfer. Nach ewigen Kämpfen die zugunsten der Opposition ausfielen war das Kontrollgebiet nur noch auf zwei Dörfer begrenzt. Nachdem die Armee eine neue Offensive in Idlib startete konnte der IS von der Situation profitieren und viele Siedlungen erobern. Letzen Endes wurden über 50 Ortschaften ohne jeglichen Widerstand erobert. Schätzungsweise 1000 Mitglieder des Islamischen Staates befinden sich derzeit in dem eingeschlossenem Gebiet, viele davon sind Deserteure von der Opposition.

Kämpfe zwischen USA und syrischer Armee werfen Fragen auf

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Beerdigung von christlichen Kämpfern der „ISIS Hunter“ in ihren Heimatorten

In der Nacht vom 8. Februar kam es zu Gefechten zwischen Milizen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), amerikanische Militäreinheiten  und regierungsunterstützenden Milizen im nordöstlichen Euphrat-Tal in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor. Bei diesen Artillerie- und Luftangriffen soll es sich dem Pentagon zufolge um „Verteidigungsschläge“ gehandelt haben, da syrische Truppen sich in einer Offensive auf das Territorium der SDF begeben haben. Die Gefechte sollen in der Ortschaft Kusham bei den Conoco-Erdgasfeldern stattgefunden haben, die zum Tode von mehr als hundert Kämpfern geführt haben sollen. Wieso aber soll die syrische Armee isoliert einen Vorstoß auf die SDF gestartet haben? Gab es geheime Verhandlungen, die gegen die Interesse der USA gehandelt haben und sie dementsprechend intervenierten?

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Syrien zerstört israelischen Kampfjet | Israel bombardiert daraufhin Dutzende Orte

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Überreste des F16-Kampfjets

Die israelischen Luftstreitkräfte bombardierten ein Dutzend Ortschaften in Syrien, wie israelische und syrische Medien vermelden. Hierbei handelt es sich um den Abschuss eines israelischen Kampfjets des Typs F-16, welcher in den frühen Morgenstunden Ziele auf syrischem Territorium attackierte und dabei den Luftraum betrat. Durch den Einsatz der Luftabwehr kam es aber zum Crash, wobei der Jet in Nordisrael abstürzte, die zwei Piloten wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die darauf folgenden Luftangriffe fanden nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums auf „militärische Ziele Syriens und des Irans“ statt, vor allem Militärstützpunkte bei der Hauptstadt Damaskus waren Angriffen ausgesetzt. Aber auch die Tiyas-Luftwaffenbasis bei Palmyra wurde bombardiert.

 

Kurden erbeuten türkisches Militärfahrzeug in Afrin

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Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Die türkischen Streitkräfte können kontinuierlich an Boden gewinnen, auch wenn die großen Erfolge weiterhin ausbleiben und die Verluste zunehmen.

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Kämpfe zwischen syrischer Armee und amerikanischen Spezialeinheiten

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In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor kam es zu kurzen Gefechten zwischen Einheiten der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und amerikanischen Spezialeinheiten, die mit den von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kooperieren. Dem Pentagon zufolge soll die Armee einen Angriff etwa acht Kilometer östlich des Euphrats gestartet haben, die einseitig von der USA erklärte Demarkationslinie. Daraufhin sollen amerikanische Luftstreitkräfte „defensive Luftschläge“ geflogen haben, wodurch die syrischen Truppen den Rückzug antrat. Die syrische Regierung nahm bisher keine Stellung zu den Vorfällen im Euphrat-Tal und es ist auch unklar, wieso syrische Einheiten mitten in der Nacht plötzlich einen „Angriff“ starten bzw. Territorium der SDF betreten. Amerikanischen Angaben zufolge wurden dabei 100 Soldaten getötet, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist.

Die amerikanischen Soldaten sollen sich zu dem Zeitpunkt unter den SDF-Kämpfern aufgehalten haben, da sie eine Aufklärungs- und Ausbildungsmission geleitet haben. Mit der Unterstützung von Luft- und Artillerieschlägen konnte der Gegner erst zurückgeworfen werden, dabei wurde kein US-Soldat verletzt. Weitergehend sollen sich angeblich russische Kämpfer unter den syrischen Einheiten befunden haben, wahrscheinlich von solchen Privatarmeen wie „Wagner“, die bereits zuvor in Deir ez-Zor gegen den Islamischen Staat aktiv waren. Die syrische Armee kontrolliert einen dünnen Streifen östlich des Euphrats bei der Stadt Kushram, weswegen ein Flussübertritt ohne große Probleme erfolgt.

Israelische Luftschläge auf Damaskus

Syrischen Staatsmedien und Anwohnern zufolge starteten die israelischen Luftschläge mehrere Angriffe auf einem Gebäudekomplex bei der Hauptstadt Damaskus. Einwohner hörten mehrere laute Explosionen, die die Luftschläge verursacht haben. Ziel war das Dorf Jamarya, welches ein Militärgelände mit dazugehörigen Forschungslabor besitzt. Angeblich wurde dort wahlweise Giftgas produziert und/oder das iranische Militär hat dort eine Militärbasis errichtet, nachdem dortige Einrichtungen erweitert wurden. Bereits am 5. Dezember 2017 und 2013 kam es dort zu Angriffen seitens Israels.

Es ist unklar wie erfolgreich der Einsatz der syrischen Luftabwehr war. Einigen Angaben zufolge konnten einige Raketen, die von Israel über den Libanon abgefeuert wurden, erfolgreich zerstört werden. Es gibt keine Berichte über den Verlust von Kampfjets.

Kurden setzen angeblich „Giftgas“ gegen die Türkei in Afrin ein

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Seit über einer Woche dauert nun die türkische Operation „Olivenzweig“ in Syrien an, wo die türkische Armee mit verbündeten Oppositionsgruppen (TFSA) gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bzw. amerikanisch unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vorgeht und dabei versucht, die Kurden aus der syrisch-türkischen Grenzregion zu vertreiben. Die türkischen Streitkräfte können kontinuierlich an Boden gewinnen, auch wenn die großen Erfolge weiterhin ausbleiben und die Verluste zunehmen. Die Kurden starteten derweil eine große Medienkampagne gegen den „Angriffskrieg der Türkei“.

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Islamistische Gegenoffensive in Idlib bisher relativ erfolglos

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Die von mehreren islamistischen Gruppierungen gestartete Gegenoffensive in der Provinz Idlib hat nach etwa zwei Tagen kaum Erfolge verzeichnen können. Die mit dem Namen „Die Invasoren zurückschlagen“ gestartete Operation diente dem Ziel, die Verteidigungsstellungen der Armee zu durchbrechen und sie aus weiten Teilen der erst kürzlich eroberten Gebiete zurückzuschlagen. Bisher konnten aber nur einige wenige Dörfer gesichert werden.

Oppositionelle Einheiten unter der Führung von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra), Faylaq al-Sham und die von der UN als terroristisch eingestufte, chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ konnten demnach innerhalb von zwei Tagen die Dörfer Tal Sultan, Thuwayl al-Habib, Tell Kalbah und Dhahabiyah wiedererobern. Man behauptet ebenfalls Baris und Ras al-Ayn wiedergewonnen zu haben, jedoch befanden sich diese Orte nie unter der Kontrolle der Armee.

Diese Fortschritte sind äußerst wenig und nicht zu vergleichen mit den bisherigen anfänglichen Erfolgen der Opposition, wenn sie eine Gegenoffensive gestartet haben. Trotz Einsatzes von Autobomben, Panzern und schwerer Artillerie konnten die Verteidigungsstellungen größtenteils gehalten werden. Auffällig sind wieder die türkischen Truppenpanzer, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten stammen. Die Armee konzentriert sich derweil auf andere Gebiete, vor allem auf den Islamischen Staat in Hama.

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Die von Tahrir al-Sham eingesetzte Autobombe

Besonders Tel Sultan war umkämpft und wechselte innerhalb von 24 Stunden dreimal den Besitzer. Letztendlich konnte sich Tahrir al-Sham mit dem Einsatz einer Autobombe die Ortschaft sichern. Dabei ist unklar, ob der umgebaute Schützenpanzer einen Selbstmordattentäter als Fahrer besaß oder es in einem seltenen Fall ferngesteuert wurde. Ebenso unsicher ist der Erfolg der Autobombe, wie üblich behauptet die Armee den BMP-1 vor dem Erreichen seines Zieles zerstört zu haben. Am Tag darauf wurde erneut eine weitere Autobombe eingesetzt, diesmal mit einem Fahrer. Hier ist ebenso das Schicksal unbekannt, der Einsatz ereignete sich westlich von Tel Sultan.

Hinzu kommt ein separat davon gestarteter Angriff weiter südlich, wo die Dörfer Ajaz und Sarja erobert wurden. Dabei wurden rund zehn Soldaten getötet und zwei weitere Kämpfer gefangen genommen. Die Offensive dort wird eher von Kräften der FSA unter Ahrar al-Sham und Faylaq al-Sham angeführt und startete erst verspätet.

Einige Tage zuvor wurden zwei Operationsräume gebildet, jeweils unter der Führung von Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham. Auf Seiten von Tahrir operieren ebenfalls die Islamische Turkmenistan-Partei und Jaish al-Badiya. Ahrar al-Sham führt hingegen Faylaq al-Sham, Faylaq al-Izza, Nour al-Din al-Zenki oder Jaish al-Nukhba an. In den letzten Monaten kam es zu Rivalitäten zwischen den beiden Seiten, weshalb beide Operationsräume wohl relativ unabhängig agieren.

Armee startet Offensive auf den Islamischen Staat in Hama

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Mit der Unterstützung der Eliteeinheit „Tiger Forces“ startete die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen einen neuen Großangriff auf den eingeschlossenen Islamischen Staat in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib. Ziel wird die vollständige Eroberung des IS-Territoriums sein, welches aus kleinen Siedlungen inmitten unfruchtbarer Ländereien besteht. Mit dem Erfolg der Operation würde das Risiko wegfallen, inmitten einer Idlib-Offensive vom Islamischen Staat überrascht und von hinten angegriffen zu werden. Außerdem fällt dadurch ein sicheres Operationsgebiet für den IS weg.

Es ist zu erwarten, dass die Offensive innerhalb weniger Tage bzw. einer Woche bereits fast vollständig abgeschlossen wird. Bereits in den ersten Tagen konnten Dutzende Siedlungen befreit werden, vor allem im Süden, Norden und Westen. Darunter fallen Ortschaften wie Saramiyah, Butushiat, Tilijat, Abu Hilal, Mashleata, Abu Khanadiq, Malihat und viele mehr. Dennoch sollte man den IS nicht unterschätzen, bei der Armeekampagne in Idlib konnte die Terrormiliz mehrere Soldaten der syrischen Armee gefangen nehmen und exekutieren. Außerdem konnten zuhauf Panzerabwehrwaffen und ein T-55-Panzer erbeutet werden.

Derzeit gibt es zwei Hauptstoßrichtungen: Norden und Süden. Mit den Eroberungen im Westen wird der Islamische Staat zunehmend isolierter und verliert die Möglichkeit, nach Idlib in das Oppositionsterritorium auszubrechen, wie es schon mal ähnlich geschehen ist.

Denn ursprünglich stammt der Islamische Staat aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung der oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfiel und verbal dazu aufrief, die Tausenden an eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Doch nach wenigen Tagen hinterging der IS die Verhandlungen mit Tahrir al-Sham und schnappte sich gewaltsam mehrere Dörfer. Nach ewigen Kämpfen die zugunsten der Opposition ausfielen war das Kontrollgebiet nur noch auf zwei Dörfer begrenzt. Nachdem die Armee eine neue Offensive in Idlib startete konnte der IS von der Situation profitieren und viele Siedlungen erobern. Letzen Endes wurden über 50 Ortschaften ohne jeglichen Widerstand erobert. Schätzungsweise 1000 Mitglieder des Islamischen Staates befinden sich derzeit in dem eingeschlossenem Gebiet, viele davon sind Deserteure von der Opposition.

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