Islamischer Staat aus Hama vertrieben

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Mit der Unterstützung der Eliteeinheit „Tiger Forces“ startete die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen vor wenigen Tagen einen neuen Großangriff auf den eingeschlossenen Islamischen Staat in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib. Innerhalb von drei Tagen konnte die Armee sämtliche Ziele erreichen und die kleinen Siedlungen im Provinzendreieck Aleppo-Idlib-Hama unter seine Kontrolle bringen. Der eingeschlossene Islamische Staat birgte ein Sicherheitsrisiko, da es andauernd einzelne Checkpoints überfiel und dutzende Soldaten gefangen nahm und daraufhin exekutierte.

Tagtäglich wurden durchschnittlich 50 Ortschaften vom Islamischen Staat erobert, am Ende kontrollierte er nur noch die Stadt Suruj und eine örtliche Militärbasis. Auf einer Fläche von über 1100km² wurden Minen gefunden und geplant gesprengt, derzeit läuft dieser Prozess weiterhin an um die Dörfer wieder für ihre Einwohner bewohnbar zu machen. Letzen Endes trat die Armee auf wenig Widerstand, einzig erwähnenswert war der erste und einzige Einsatz einer Autobombe und eines Selbstmordattentäters (SVBIED) im eingeschlossenen Gebiet auf ein Treffen von syrischen Soldaten, der Erfolg ist unbekannt.

Trotz der militärischen Erfolge gab es einige Gerüchte über den Durchbruch von IS-Kämpfern durch die Verteidigungspositionen der syrischen Armee und dem Erreichen in Idlib, welches von der islamistischen Opposition gehalten wird. Daraufhin soll es zu intensiven Gefechten zwischen den beiden Fraktionen gekommen sein, wobei der Islamische Staat mehrere Dörfer sichern konnte.

Unklar ist, ob der IS tatsächlich seinen Weg durch Regierungsterritorium bahnen konnte und nun aktiv gegen die Opposition kämpft. Die Rebellen berichten von derartigen Angriffen, können aber bisher noch keine Beweise vorlegen. Sollte sich dies bewahrheiten bleibt die Frage, wie sich der Islamische Staat scheinbar unbestraft durch das Gebiet der syrischen Armee bewegen konnte, tatsächlich könnten geheime Verhandlungen zwischen den beiden Seiten zu dem Ergebnis geführt haben, immerhin besitzt der IS dort nur noch über leichte Waffen, nachdem die „Tiger Forces“ große Mengen an Kriegsgerät (darunter auch zwei Panzer) erbeutet haben.

Denn ursprünglich stammt der Islamische Staat aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung der oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfiel und verbal dazu aufrief, die Tausenden an eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Doch nach wenigen Tagen hinterging der IS die Verhandlungen mit Tahrir al-Sham und schnappte sich gewaltsam mehrere Dörfer. Nach ewigen Kämpfen die zugunsten der Opposition ausfielen war das Kontrollgebiet nur noch auf zwei Dörfer begrenzt. Nachdem die Armee eine neue Offensive in Idlib startete konnte der IS von der Situation profitieren und viele Siedlungen erobern. Letzen Endes wurden über 50 Ortschaften ohne jeglichen Widerstand erobert. Schätzungsweise 1000 Mitglieder des Islamischen Staates befinden sich derzeit in dem eingeschlossenem Gebiet, viele davon sind Deserteure von der Opposition.

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