Islamistische Gegenoffensive in Idlib bisher relativ erfolglos

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Die von mehreren islamistischen Gruppierungen gestartete Gegenoffensive in der Provinz Idlib hat nach etwa zwei Tagen kaum Erfolge verzeichnen können. Die mit dem Namen „Die Invasoren zurückschlagen“ gestartete Operation diente dem Ziel, die Verteidigungsstellungen der Armee zu durchbrechen und sie aus weiten Teilen der erst kürzlich eroberten Gebiete zurückzuschlagen. Bisher konnten aber nur einige wenige Dörfer gesichert werden.

Oppositionelle Einheiten unter der Führung von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra), Faylaq al-Sham und die von der UN als terroristisch eingestufte, chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ konnten demnach innerhalb von zwei Tagen die Dörfer Tal Sultan, Thuwayl al-Habib, Tell Kalbah und Dhahabiyah wiedererobern. Man behauptet ebenfalls Baris und Ras al-Ayn wiedergewonnen zu haben, jedoch befanden sich diese Orte nie unter der Kontrolle der Armee.

Diese Fortschritte sind äußerst wenig und nicht zu vergleichen mit den bisherigen anfänglichen Erfolgen der Opposition, wenn sie eine Gegenoffensive gestartet haben. Trotz Einsatzes von Autobomben, Panzern und schwerer Artillerie konnten die Verteidigungsstellungen größtenteils gehalten werden. Auffällig sind wieder die türkischen Truppenpanzer, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten stammen. Die Armee konzentriert sich derweil auf andere Gebiete, vor allem auf den Islamischen Staat in Hama.

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Die von Tahrir al-Sham eingesetzte Autobombe

Besonders Tel Sultan war umkämpft und wechselte innerhalb von 24 Stunden dreimal den Besitzer. Letztendlich konnte sich Tahrir al-Sham mit dem Einsatz einer Autobombe die Ortschaft sichern. Dabei ist unklar, ob der umgebaute Schützenpanzer einen Selbstmordattentäter als Fahrer besaß oder es in einem seltenen Fall ferngesteuert wurde. Ebenso unsicher ist der Erfolg der Autobombe, wie üblich behauptet die Armee den BMP-1 vor dem Erreichen seines Zieles zerstört zu haben. Am Tag darauf wurde erneut eine weitere Autobombe eingesetzt, diesmal mit einem Fahrer. Hier ist ebenso das Schicksal unbekannt, der Einsatz ereignete sich westlich von Tel Sultan.

Hinzu kommt ein separat davon gestarteter Angriff weiter südlich, wo die Dörfer Ajaz und Sarja erobert wurden. Dabei wurden rund zehn Soldaten getötet und zwei weitere Kämpfer gefangen genommen. Die Offensive dort wird eher von Kräften der FSA unter Ahrar al-Sham und Faylaq al-Sham angeführt und startete erst verspätet.

Einige Tage zuvor wurden zwei Operationsräume gebildet, jeweils unter der Führung von Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham. Auf Seiten von Tahrir operieren ebenfalls die Islamische Turkmenistan-Partei und Jaish al-Badiya. Ahrar al-Sham führt hingegen Faylaq al-Sham, Faylaq al-Izza, Nour al-Din al-Zenki oder Jaish al-Nukhba an. In den letzten Monaten kam es zu Rivalitäten zwischen den beiden Seiten, weshalb beide Operationsräume wohl relativ unabhängig agieren.

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