Syrische Armee und IS weiter auf dem Vormarsch in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Süden der Provinz Idlib neue Gebiete von der Opposition erobern. Dabei wurden Dutzende Dörfer im Norden und Osten der derzeitigen Frontverläufen erobert, darunter Burtuqalah, Farijah, Juhman, Duwadiyah, Ray al-Hawa, Abul Eleij, Jubb al-Qasab, Maksar Tahtani, Maksar Fawqani, Harmalah, Bashkun, al-Shakoseh, al-Khuraybah, Istalabat  und Harjalah.

Dadurch befindet man sich nun etwa fünf Kilometer von Abu Duhur entfernt, dem eigentlichen Ziel dieser Offensive. Westlich der Stadt konnte man bereits den Nachschubweg nach Maarat al-Nuuman kappen. Veröffentlichte Videos und Bilder zeigen Spione des syrischen Geheimdienstes in der nahezu gänzlich verlassenen Stadt Abu Duhur und seinem Militärflughafen.

Neben den Erfolgen in der Provinz Idlib gab es ebenfalls einen kleinen Vorstoß in der Provinz Hama, wo die SAA die Dörfer al-Rahjan und Jakushya von Tahrir al-Sham und der Islamischen Turkestan-Partei sichern konnte. In der Vergangenheit war al-Rahjan immer wieder Schauplatz intensiver Gefechte, da es sich um eine wichtige letzte Hochburg der Opposition in Nordost-Hama handelt.

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Die derzeitigen Vorstöße zeigen den Unwillen der Opposition, sich in Angesicht der drohenden Gefahr zu einen und aktiv gegen die syrische Regierung vorzugehen. Während die wichtigen Fraktionen wie Tahrir al-Sham den Kampf um Ost-Idlib bereits als gescheitert ansehen und ihre Truppenkontigente gänzlich zurückziehen entsteht ein neues Vakuum, welches vom Islamischen Staat in seiner Hama-Enklave ausgenutzt wird.

Nach wochenlanger Inaktivität nutzte der IS den Gunst der Stunde und eroberte innerhalb eines Tag über 20 Dörfer von der Opposition, dies geschah nahezu ohne Kämpfe. Darunter befindet sich auch der byzantinische Palast in Wasr Ibn Wardan, der nun durch seine mögliche Zerstörung durch IS-Kämpfer bedroht wird. Wahrscheinlich werden in den kommenden Tagen weitere Dörfer unter der Kontrolle des Islamischen Staates fallen und sie die Provinz Aleppo erstmals wieder betreten.

Es soll auch zu lokalen Kämpfen zwischen der syrischen Armee und dem Islamischen Staat gekommen sein, wobei Diese nur kleine Plänkeleien darstellen und faktisch eine Waffenruhe vorherrscht.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre. Interessanterweise ist die Zugehörigkeit zum Islamischen Staat ebenfalls unbestätigt, in offiziellen IS-Medien (AMAQ, al-Hayat) tauchten bisher keine Bilder, Nachrichten oder Videos aus den Gebieten auf.

In Syrien ist der Islamische Staat damit nur noch in Idlib auf dem Vormarsch. Ursprünglich stammt er aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung von Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfielen und verbal dazu aufrief, die tausenden eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

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