Syrische Armee konsolidiert neu eroberte Gebiete in Süd-Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Süden der Provinz Idlib neue Gewinne erzielen und über die letzten Tage hinweg mehrere Dörfer und Hügel erobern. Die Dörfer al-Mashhad, Murayjib al-Mashad, Umm Rajim und Qasr al-Abyad wurden jeweils an den nördlichen und östlichen Grenzverläufen erobert. Im Gegensatz zum rapiden Vorstoß gestern handelt es sich eher um eine Konsolidation der bisherig eroberten Gebiete. Sinjar befindet sich derzeit nur noch fünf Kilometer von den Stellungen der „Tiger Forces“ entfernt, der nächstgrößere Ort und scheinbares Ziel der Offensive. Sinjar befindet sich seit jeher fest unter der Kontrolle von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra).

Bisher beschränkt sich der Vorstoß nur in die nördliche Richtung, die nördliche Hama-Ebene, von denen in den bisherigen Jahren immer wieder Offensiven der Opposition ausgingen, wird dabei ignoriert. Als mögliches Etappenziel der Operation wird der Luftwaffenstützpunkt bei Abu Duhur gesehen, derzeitige Stellungen sind etwa 22 Kilometer davon entfernt.

Neben Tahrir al-Sham sind ebenfalls weitere Gruppierungen in Nord-Hama involviert, darunter die international als terroristisch eingestufte chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ oder FSA-Gruppierungen wie „Jaish al-Izzah“ oder die „1st Coastal Division“. Neuen Gerüchten zufolge bildeten dutzende Einheiten einen gemeinsamen Operationsraum. Darunter fällt auch Nour al-Din al-Zenki oder Ahrar al-Sham, wo es vor wenigen Monaten noch zu Zerwürfnissen und oppositionsinternen Kämpfen gegen Tahrir al-Sham kam.

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Familien fliehen aus der Region um Sinjar

Durch die Kämpfe und dem Vormarsch der Armee fliehen viele Einwohner von den Kämpfen weiter in die Provinz Idlib hinein. UN-Daten zufolge flohen bisher 60.300 Zivilisten aus der Region. Die provisorischen Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze werden also zusätzlich belastet, obwohl bereits jetzt schon die finanzielle Mittel für eine Grundversorgung der Flüchtlinge fehlen.

Außerdem startete der Islamische Staat in Ost-Hama nach zweiwöchiger Inaktivität wieder eine Offensive auf die von Tahrir al-Sham kontrollierten Gebieten. Berichten zufolge konnte der IS dabei das Dorf al-Shamali erobern.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, es herrscht eine faktische Waffenruhe vor. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

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