Südjemen hält erste Nationalversammlung

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Die südjemenitische Bewegung konnte am 23. Dezember einen weiteren Schritt in Richtung der eigenen Unabhängigkeit unternehmen. In der provisorischen Hauptstadt Aden kam es erstmals zur Nationalversammlung aller 303 Mitglieder beisammen, um über nähere Schritte zu debattieren. Ebenfalls anwesend waren wichtige Militärs und Stammesführer.

Die Mitglieder und 23 Mitglieder der derzeitigen Regierung bestimmten Ahmed bin-Barik als den neuen Präsidenten des der Nationalversammlung gewählt, zuvor hatte er die Rolle des Gouverneurs der südjemenitischen Provinz Hadramut inne, bevor er sich von der Hadi-Regierung abwandte. Die Rolle des Übergangsrates hat sich nicht verändert, alle Minister und der Präsident Aidarus Al-Zubaidi bleiben. Weitere Resolutionen waren die Festlegung von Aden als Hauptstadt und Erennung des Vize-Präsidenten Anis Yousef Ali Luqman.

Die Internationale Haltung gegenüber Südjemen ist kompliziert, die Vereinigten Arabischen Emirate sind bisher das einzige Land, welches bereits zu Beginn Sympathien für Südjemen zeigte und selbst Truppen in Aden stationiert hat. Al-Zubaidi setzte sich für Verhandlungen mit Saudi-Arabien ein, Diese unterstützen aber die Hadi-Regierung, welche den Großteil Südjemens regiert, aber wenig Unterstützung genießt und in Riad residiert. Der Westen und die Rivalen im Norden äußerten sich bisher noch nicht.

Das Verhältnis zur Hadi-Regierung ist ähnlich ambivalent. Trotz offensichtlicher Unterschiede kooperieren zumindest beide Fraktionen auf der militärischen Seite gegen die Houthi-Rebellen. Hadi wird früher oder später mit Südjemen in Konfrontation geraten, vor allem wenn diese Unabhängigkeitsbestreben weiter verfolgt werden.

1990 vereinigte sich die Demokratische Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Jemenitische Arabische Republik (Nordjemen) zur heutigen Republik Jemen. Dies geschah in erster Linie unter der Führung des Präsidenten von Nordjemen Ali Abdullah Saleh, weshalb bis heute die politischen Eliten aus dem Norden stammen oder zumindest Verbindungen zu ihnen aufweist. Die Vereinigung geschah zu Beginn unter der Hoffnung, auch zwei relativ verschiedene Länder, deren Kulturen, Ressourcen und Menschen zu vereinen.  Doch bald kam es zur Ernüchterung, der Süden fühlte sich hintergangen und es kam 1994 zum Bürgerkrieg. Südjemen verlor jedoch den Konflikt und alle Hoffnungen auf ein föderalistisches System wurden aufgegeben. 2007 gab es zuletzt eine größere Unabhängigkeitsbewegung des Südens, die Hirak-Bewegung die kurz darauf brutal von der Saleh-Regierung niedergeschlagen wurde. Seitdem gab es immer wieder kleinere Proteste, letzten Endes führte aber die Kriegssituation und Entlassung von al-Zubaidi aber erst zur größeren Massenbewegung in Aden.

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