Syrische Armee auf dem Vormarsch in Hama & Aleppo

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Milizen konnten neue Dörfer in den Provinzen Hama, Aleppo und Idlib von der Opposition erobern. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Kräfte fallen zunehmend unter Druck, ihre Stellungen an mehreren Fronten zu halten.

Die syrische Armee konnte die Dörfer Tal Khinzir, al-Hawiyah und Mushayrifa im Norden Hamas erobern. Damit betreten sie auch erstmals die Provinz Idlib von südlicher Richtung, welche fast vollständig von der Opposition gehalten wird. Die russischen Luftstreitkräfte intensivieren derweil ihre Luftschläge auf die Region und bombardieren dabei auch Grenzdörfer zwischen der Opposition und dem Islamischen Staat, welcher dort ebenfalls operiert.

Neben den Fortschritten in Nord-Hama/Idlib gab es ebenfalls einen Vorstoß östlich von Khanaser in der Provinz Aleppo. Dort eroberte man die Hügel und Dörfer um Rasem Al-Sayalleh und Oubeda. Von östlicher Seite befindet man sich damit 26 Kilometer von Abu Duhur entfernt, vom Süden 30 Kilometer. Als Ziel der Armeeoperation gilt der Luftwaffenstützpunkt Abu Duhur in der Provinz Aleppo. In Hama ist man derzeit etwa 35 Kilometer von dieser Basis entfernt.

Die Opposition startete hingegen eine Gegenoffensive weiter westlich der aktiven Frontlinien. Nördlich von Hulfayiah eroberten Jaish al-Izzah und tschetschenische Islamisten das relativ isolierte Dorf Zilaqiat gesichert haben, nachdem die Armee sich ohne Kämpfe zurückgezogen hat.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, es herrscht eine faktische Waffenruhe vor. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

Dennoch konnte der Islamische Staat in den vergangenen Wochen keine neuen Gewinne erzielen, die Grenzverläufe zwischen den Fraktionen haben sich nicht verändert. Womöglich konsolidiert er derzeit seine Stellungen in den neu eroberten Territorien.

Neben Tahrir al-Sham sind ebenfalls weitere Gruppierungen involviert, darunter die international als terroristisch eingestufte chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ oder FSA-Gruppierungen wie „Jaish al-Izzah“ oder die „1st Coastal Division“. Weitere Fraktionen wie Ahrar al-Sham oder Nour al-Din al-Zenki, beide kämpften vor wenigen Monaten noch gegen Tahrir al-Sham, kündigten ihre Bereitschaft zur Verteidigung an, ein gemeinsamer Operationsraum wurde aber noch nicht gebildet.

In Syrien ist der Islamische Staat damit nur noch in Idlib auf dem Vormarsch. Ursprünglich stammt er aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung von Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfielen und verbal dazu aufrief, die tausenden eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Nach wenigen Tagen brachen Kämpfe zwischen Opposition und IS aus, nach kurzer Zeit konnten sie viele Dörfer erobern, nach einer Gegenoffensive aber wurden sie nur noch auf zwei Dörfer dezimiert. Seitdem erobert der Islamische Staat immer wieder neue Dörfer.

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