Begründer irakischer Schiitenmilizen: Milizen sollen sich auflösen

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Der schiitische Gelehrte und Großayatollah Ali al-Sistani hat in einer seltenen Rede am Freitag zur Unterordnung der schiitischen Milizen unter den offiziellen irakischen Streitkräften aufgerufen, nachdem er 2014 aufgrund der Gefahr des Islamischen Staates  eine Fatwa für die Formierung dieser schiitischen Gruppierungen verkündete.

Zum Freitagsgebet rief die wichtigste schiitische Figur im Irak zu dieser Forderung auf, die die Milizen unter dem Dachverband der „Volksmobilisierungskräfte“ (auch bekannt unter dem Namen Hashd al-Shaabi) betreffen. Die Einheiten sollen weiterhin operationsfähig bleiben, solange sie sich im legalen Bereich bewegen, also Teil des Staatsapparates werden. Diese Bemerkungen schließen sich den Forderungen der Zentralregierung an, die Milizen sollen in die Streitkräfte integriert werden. Bereits vor mehreren Monaten stimmte das Parlament dazu ab, ob Hashd al-Shaabi als Bestandteil des Sicherheitsapparates gesehen werden soll.

Zwei Anführer wichtiger Gruppierungen zeigten bereits ihre Unterstützung für dieses Vorhaben. Hadi al-Amiri als Vorsitzender der Badr-Partei möchte alle Waffen des militärischen Arms der Regierung übergeben und Beziehungen zur politischen Partei damit auflösen. Qais al-Khazali, Anführer von Asa’ib Ahl al-Haqq, möchte zunächst nur alle schweren Waffen überführen, leichte Waffen sollen vorerst in Besitz bleiben.

Weitergehend sagte al-Sistani außerdem, dass das Ende des Islamisches Staates nicht das Ende des Terrorismus im Irak bedeutet. Der Staat sollte sich nun auf die Bekämpfung der Korruption konzentrieren. Außerdem sollen die Familien und Hinterbliebenen der Kämpfer gegen den IS so gut wie möglich unterstützt werden.

Im Zuge des Vormarsches des Islamischen Staates auf die irakische Hauptstadt Bagdad sah sich al-Sistani dazu gedrungen, mithilfe einer Fatwa die religiöse Legitimation für schiitische Milizen zu schaffen. Sein Beitrag in der kritischsten Stunde des Iraks war entscheidend für den Sieg über den Islamischen Staat im Irak. Besonders der Westen und westliche Medien sahen diese Milizen als eine Möglichkeit des Irans, Einfluss auf den Irak auszuüben. Hashd al-Shaabi (welches auch aus Sunniten, Assyrern, Jesiden usw. besteht) wurden immer wieder Verbrechen gegen Sunniten vorgeworfen, die sich nicht bestätigt haben.

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