Mysteriöse Gruppe im Irak verursacht Anschläge

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Die mysteriöse Gruppierung im Nordosten des Iraks scheint erstmals in Aktion getreten zu sein und attackierte mehrere Dörfer und die turkmenische Stadt Tuz Khurmatu mit Raketen. Derweil ziehen irakische Streitkräfte und verbündete Milizen ihre Truppen in der Region zusammen um gegen die Gruppe vorzugehen, dessen Ziele und Ideologie nahezu unbekannt sind.

Mit ihren weißen Flaggen und einem schwarzen Löwenkopf wurde sie von Bewohnern als „Weiße Fahnen“ getauft. So unbekannt wie ihr Name ist auch ihre Intention. Die Gerüchte reichen von einem Nachfolger des Islamischen Staates, von Ansar al-Islam oder einer kurdisch-islamistischen Fraktion unter dem Banner des kurdischen Präsidenten Bahrzani.

Najat Hussein, Bürgermeister von Tuz Khurmatu, spricht von klaren Verbindungen zur nordirakischen Autonomieregion Kurdistans und der Gruppe. Kurdische Nationalisten und Islamisten sollen sich mit versprengten IS-Mitgliedern verbündet haben, nachdem beide aus der Region um Kirkuk und Hawijah vertrieben wurden.

Am Dienstag trafen mehrere Mörsergeschosse Tuz Khurmatu, das Ergebnis waren zwei Tote. Etwa eine Woche zuvor errichtete die Miliz mehrere Checkpoints entlang der Straße zwischen Mossul und Bagdad, wo sie wahllos Trucks anhielten und deren Fahrer umbrachten. Diese Praktiken erinnern an den Islamischen Staat, der ebenfalls so seinen Aufstieg begann. Ihr Operation befindet sich östlich von Tuz Khurmatu in der Region um das Twasaqili-Gebirge, welches seit Jahren nicht von irakischen Militärs betreten wurde.

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Assi al-Qalawi reißt 2016 eine Flagge von Kataib Hisbollah von einem Gebäude in Tuz Khurmatu

Bei dem Anführer soll es sich angeblich um Assi al-Qalawi handeln, einem früheren Peschmerga-Kämpfer und Angehörigen der KDP, der herrschenden Partei im irakischen Kurdistan. Vor den Vorfällen zwischen der irakischen und kurdischen Regierung soll er ein einfacher Wasserträger gewesen sein. Bekanntheit erhielt er dadurch, dass er in Tuz Khurmatu gegen die irakischen Streitkräfte gekämpft haben soll, turkmenische Häuser anzündete und schiitische Milizen attackierte. Angeblich wurde er Donnerstag Nacht von der irakischen Armee festgenommen.

Der Peschmerga-Offizier Islam Chali bestätigte Verbindungen zwischen der Peschmerga und den „Weißen Fahnen“. Auch wenn noch nicht bestätigt handelt es sich also tatsächlich um eine kurdische Miliz die gegen die Zentralregierung in Bagdad kämpfen soll. Unklar ist die Rolle von möglichen Islamisten, seien es Mitglieder des Islamischen Staates oder von Ansar al-Islam.

 

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