Wo hält der IS noch Gebiete in Syrien? Teil 2

Trotz offensichtlicher Siegesbekundungen von den Medien, den amerikanischen und russischen Verteidigungsministerien ist der Islamische Staat in Syrien nicht vollständig besiegt, geschweige vertrieben. In vielen Teilen des Landes hält er weiterhin isolierte Territorien, die zumindest eine Basis für einen zukünftigen Wiederaufstieg ermöglichen könnten. Auch wenn der IS schon lange seine Anziehungskraft verloren hat, so ist er weiterhin regional eine Gefahr für andere Kontrahenten im Konflikt. Hier handelt es sich um die Aufzählung aller Gebiete, in denen der Islamische Staat weiterhin Boden kontrolliert. Dazu zählen nicht Guerilla-Gruppierungen, wie sie es beispielsweise in Idlib gibt.

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Damaskus

Im Damaszener Viertel Yarmouk und umliegende Bezirke gibt es eine nahezu einmalige Konstellation: Syrische Armee und Rebellen kämpfen zusammen gegen den Islamischen Staat im einstigen palästinensischen Flüchtlingslager. 2015 überrannten ehemalige Oppositionskämpfer unter der Flagge des IS das Viertel fast vollständig. Die noch zuvor verbündete Opposition schloss sich entweder der syrischen Armee an oder flüchtete vollständig in andere Viertel. Die danach folgenden Kämpfe waren von geringer Intensität, es gab keine Frontverschiebungen.

Vor etwa einem Monat startete die FSA einen Angriff auf die Positionen des Islamischen Staates, aufgrund von Selbstmordattentätern und Scharfschützen konnte der Angriff aber abgewehrt werden. Zwei Wochen später startete der IS wiederum eine Offensive auf Stellungen der Armee nördlich von Yarmouk, musste sich aber zwei Tage später auf seine ursprünglichen Positionen zurückziehen. Das urbane Territorium macht es für beide Seiten schwierig, die jeweilig anderen Gebiete zu erobern. Aufgrund dessen wird der IS wohl noch länger dort sich aufrecht halten können.

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Hama

In Syrien ist der Islamische Staat damit nur noch in Idlib auf dem Vormarsch. Ursprünglich stammt er aus Ost-Hama, wo die syrische Armee ihn bedrohte. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion aber überquerte er (auch mit der Unterstützung von Tahrir al-Sham, die mehrere Checkpoints entlang der Straße überfielen und verbal dazu aufrief, die tausenden eingeschlossenen „Zivilisten“ zu retten) die Khanaser-Straße zwischen Hama und Aleppo und erreichte sicher Oppositionsterritorium.

Nach wenigen Tagen brachen Kämpfe zwischen Opposition und IS aus, nach kurzer Zeit konnten sie viele Dörfer erobern, nach einer Gegenoffensive aber wurden sie nur noch auf zwei Dörfer dezimiert. Seitdem erobert der Islamische Staat immer wieder neue Dörfer.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, die letzten Kämpfe fanden zwischen den beiden Seiten vor mehreren Wochen statt. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre. Dennoch lässt es sich nicht vollends beweisen, ob es tatsächlich Teile des Islamischen Staates sind, denn bisher haben offizielle IS-Medien keinerlei Videos und/oder Bilder aus dem Gebiet veröffentlicht.

Wo hält der IS noch Gebiete in Syrien? Teil 1

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Trotz offensichtlicher Siegesbekundungen von den Medien, den amerikanischen und russischen Verteidigungsministerien ist der Islamische Staat in Syrien nicht vollständig besiegt, geschweige vertrieben. In vielen Teilen des Landes hält er weiterhin isolierte Territorien, die zumindest eine Basis für einen zukünftigen Wiederaufstieg ermöglichen könnten. Auch wenn der IS schon lange seine Anziehungskraft verloren hat, so ist er weiterhin regional eine Gefahr für andere Kontrahenten im Konflikt. Hier handelt es sich um die Aufzählung aller Gebiete, in denen der Islamische Staat weiterhin Boden kontrolliert. Dazu zählen nicht Guerilla-Gruppierungen, wie sie es beispielsweise in Idlib gibt.

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Syrische Wüste & Euphrat-Tal

In der Grenzregion zum Irak erstreckt sich die große syrische Wüste, das Terrain dient als perfektes Rückzugsgebiet. Östlich und westlich des Euphrats soll demnach der Islamische Staat Wüstengebiete von insgesamt 15000km² kontrollieren. In dieser Region existieren weder Dörfer noch einzelne Siedlungen, insofern fehlt es an Infrastruktur zum Aufbau einer nötigen Basis. Die meisten IS-Kämpfer flohen in die Wüste nach den etlichen Niederlagen im fruchtbaren Euphrat-Tal und errichteten ähnlich dem Irak wahrscheinlich einige Lager und Tunnelsysteme, um weiterhin durch Guerilla-Taktiken operieren zu können.

Die syrische Armee versucht nun seit Wochen die Wüste zu säubern, bisher mit mittelmäßigen Erfolg. Südwestlich der Grenzstadt Abu Kamal trafen Eliteeinheiten der Tiger Forces auf mehrere Verteidigungsanlagen in Form von Gräben und Bunkern, die Anzahl an verbliebenen Kämpfern wird in die „Hunderte“ geschätzt. Die genauen Frontverläufe sind aufgrund der Wüste unklar, ebenso können beide Seiten keine Tausende Kilometer langen Frontlinien vollständig bemannen, wahrscheinlich überqueren IS-Kämpfer regelmäßig die syrisch-irakische Grenze.

Außerdem hält der Islamische Staat im Euphrat-Tal ebenfalls einige Dörfer und die Stadt Hajin. Neben einigen Ölfeldern ist das Gebiet aufgrund seiner landwirtschaftlichen Bedeutung relevant. Für die Bekämpfung dort sind die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zuständig. Seitdem die Armee aber die andere Seite des Euphrats vollständig unter seine Kontrolle brachte sind die Kämpfe zwischen SDF und IS relativ halbherzig, einige Zeit lang gab es sogar Gerüchte von einer Waffenruhe. In den letzten Wochen konnte die SDF keinen großen Vorstoß erzielen, was dem Islamischen Staat mehrere Angriffe auf die Armee ermöglichte. Mithilfe von Booten sollen dutzende IS-Kämpfer den Euphrat überquert und daraufhin Abu Kamal angegriffen haben. Insgesamt ermöglicht die Wüste und das Euphrat-Tal Angriffsmöglichkeiten auf verschiedene Orte: Deir ez-Zor, al-Mayadeen, Abu Kamal, Palmyra und die Straße zwischen Damaskus und Bagdad entlang des Euphrats.

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Armee erobert neue Gebiete in Nord-Hama und Beit Jinn

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten im Norden der Provinz Hama neue Gewinne erzielen und am Donnerstag Morgen mehrere Dörfer und Hügel erobern. Südöstlich von Abu Dali konnte die Armee das wochenlang umkämpfte Dorf Mushayrifah sichern, hinzu kommen die Dörfer al-Khalifah, al-Dijaj und der Hügel al-Maghta. Damit liegt man noch etwa zwei Kilometer von Abu Dali entfernt, einem ehemaligen neutralen Dorf, welches im Oktober in einer überraschenden Offensive von Tahrir al-Sham erobert wurde.

Neben Tahrir al-Sham sind ebenfalls weitere Gruppierungen in Nord-Hama involviert, darunter die international als terroristisch eingestufte chinesische „Islamische Turkestan-Partei“ oder FSA-Gruppierungen wie „Jaish al-Izzah“ oder die „1st Coastal Division“. Neuerdings kündigte Ahrar al-Sham ebenfalls seine Kooperation an, nachdem es zu Zerwürfnissen und oppositionsinternen Kämpfen gegen Tahrir al-Sham kam.

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Drusische Kämpfer in Mughr al-Mir

In der Region um Beit Jinn im Südwesten von Damaskus konnte die Armee und drusische Milizen hingegen das Dorf Mughr al-Mir erobern. Dies ist ein Resultat der Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition in der Region. Seit etwa zwei Tagen gibt es eine Waffenruhe, in den kommenden Tagen werden wohl die restlichen Kämpfer entweder nach Idlib oder Daara transportiert werden, insofern sie nicht die Generalamnestie akzeptieren und unter der Regierung leben wollen.

Derzeit gibt es Unstimmigkeiten innerhalb den islamistischeren Elementen vor Ort, ob man tatsächlich die Evakuierung akzeptieren solle. Dadurch sind die geplanten Verhandlungen um mehrere Tage verschoben worden. In den letzten Wochen konnte die syrische Armee strategisch wichtige Punkte in den Gebieten um Beit Jinn und umliegenden Dörfern erobern, wodurch die Opposition militärisch im Nachteil geriet und zwangsweise den diplomatischen Weg akzeptierten.

Vorbereitungen für eine Großoffensive auf Idlib

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„ISIS Hunter“ in Nord-Hama

In den letzten Tagen und Wochen erreichten immer mehr Verstärkungen der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen die Front in den Provinzen um Idlib, Hama und Aleppo. Meistens kehren sie von der Operation gegen den Islamischen Staat im Osten des Landes zurück, der dort nun fast völlig zerstört ist. Zudem sollen am Dienstag mindestens acht russische Iljuschin-Transportflugzeuge den Militärflughafen in Hama erreicht haben, Augenzeugen zufolge wurde eine große Menge an Waffen und Truppen entladen, wahrscheinlich werden sie ebenfalls in der Idlib-Operation gegen die Opposition involviert sein.

Syrische und russische Luftstreitkräfte intensivierten ihre Luftangriffe auf die Städte in Nord-Hama, wobei mehrere Munitionslager und Hauptquartiere zerstört wurden. Unterstützt wurde dies durch Artillerieangriffe auf Städte wie beispielsweise Kafr Zita oder al-Latinmah. Alles deutet auf die Vorbereitung einer groß angelegten Offensive auf das letzte größere Gebiet der Opposition, Idlib, hin. Dies wird wohl hauptsächlich von Nord-Hama aus geführt werden, da sich dort die größte Konzentration an Einheiten befindet. Möglich sind ebenfalls Operationen von der Provinz Aleppo aus.

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Syrischer Jet in Idlib abgestürzt

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Ein syrischer Jet des Typs „L-39 Albatros“ soll in der Nähe des Dorfes Abu Dali in der Provinz Idlib/Hama abgestürzt sein, wie Regierungs- und Oppositionsmedien melden. Die „Free Idlib Army“ spricht selber von einem Abschuss durch die eigene Luftabwehr. Ebenso möglich ist aber ein technischer Defekt, was bereits in der Vergangenheit für mehrere Abstürze innerhalb der syrischen Luftstreitkräfte verantwortlich war. Ein veröffentlichtes Video zeigt einen getöteten Piloten, welcher nach seinem Auffinden exekutiert wurde.

Ein weiteres Video soll den Abschuss durch ein MANPAD zeigen, welches die Aussage mit dem Abschuss bestätigen würde. Oppositionelle besitzen seit Jahren Flugabwehrraketen und MANPADs, dennoch ist deren Einsatz äußerst selten und liegt Jahre zurück. Möglicherweise wurden ihn in letzter Zeit neue Waffen geliefert, wahrscheinlicher ist aber ein einfacher Restbestand.

 

 

Südjemen hält erste Nationalversammlung

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Die südjemenitische Bewegung konnte am 23. Dezember einen weiteren Schritt in Richtung der eigenen Unabhängigkeit unternehmen. In der provisorischen Hauptstadt Aden kam es erstmals zur Nationalversammlung aller 303 Mitglieder beisammen, um über nähere Schritte zu debattieren. Ebenfalls anwesend waren wichtige Militärs und Stammesführer.

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Einigung zwischen Armee und Opposition bei Damaskus

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Im Südwesten der syrischen Hauptstadt Damaskus scheint es zu einer Einigung zwischen der syrischen Regierung und Oppositionellen gekommen zu sein, nachdem eine dreitägige Waffenruhe verkündet wurde. Die derzeit anlaufenden Verhandlungen soll sich um die Evakuierung von hunderten Kämpfern, deren Familien und weitere Zivilisten drehen, die aufgrund der bevorstehenden militärischen Niederlage in der Region um Beit Jinn lieber einen Transport in andere Oppositionsgebiete (vor allem Idlib oder Daara) vorziehen. In den letzten Wochen konnte die syrische Armee strategisch wichtige Punkte in den Gebieten um Beit Jinn und umliegenden Dörfern erobern, wodurch die Opposition militärisch im Nachteil geriet.

In dem belagerten Gebiet sind vor allem lokale Streitkräfte wie die „Streitkräfte des Mount Hermon“ aktiv, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) soll aber ebenfalls eine Präsenz besitzen. Insgesamt hält der Opposition lediglich vier Dörfer.

Neben den regulären Kämpfen fanden aber auch oppositionsinterne Konflikte statt. Unter anderem vertrieben lokale Kräfte radikalere Einheiten um Tahrir al-Sham aus dem Dorf Kafr Hawar, da sie sich für eine weitere Eskalation der Kämpfe einsetzten. Dementsprechend soll es separate Verhandlungen zwischen Kafr Hawar und der Regierung gegeben haben, die nicht denen von Beit Jinn entsprechen.

Huthi-Rebellen auf dem Rückzug

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Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien unterstützten Soldaten unter dem Banner der Hadi-Regierung und die mit ihnen verbündeten südjemenitischen Unabhängigkeitskämpfer unter dem Namen „Southern Resistance“ konnten neue Gebiete im Südwesten des Landes erobern und die inneroppositionellen Kämpfe zwischen den Houthi-Rebellen und Anhängern des verstorbenen Ex-Präsidenten Abdullah Saleh ausnutzen.

In ihrem Vorstoß unterstützt werden sie ebenfalls von desertierten Truppen unter der ehemaligen Führung von Saleh und von Milizen des Tihama-Stammes. Insgesamt sollen sie etwa 50 Kilometer weiter nördlich entlang der Küste vorgedrungen sein, dabei konnten sie die Stadt und den gesamten Bezirk von al-Khokah erobern. Sie sollen die Grenze der Provinz Zarid erreicht haben. Ziel ist die Eroberung des Hudaydah-Hafens, dem wohl wichtigsten Hafen des Jemens und der Houthis am Roten Meer. Die Houthis sollen sie aber wieder bis nach Hays zurückgeworfen haben, 100 Kilometer von Hudaydah entfernt.

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Kämpfer der „Southern Resistance“ an der westlichen Küste

Andere Erfolge gab es hingegen weit im Norden nahe der saudischen Grenze. Divisionen der Vereinigten Arabischen Emiraten haben die Straße zwischen Saada und Jawf erobert, für die Houthis eine wichtige Schmuggelroute durch die Wüste zum Oman. Die jemenitische Armee unter der Hadi-Regierung konnte ebenfalls mit der inzwischen miteinander kooperierenden islamistischen Islah-Partei neue Eroberungen in der Provinz Marib verzeichnen können. Dort gibt es derzeit intensive Gefechte bei Jabal Raydan bei Bayhan, wo die Houthis viele Scharfschützen positioniert haben. Dennoch sehen sich die Houthi-Rebellen dort aufgrund einer Übermacht zum Rückzug gezwungen.

Die Houthis sind zunehmend militärisch und politisch isoliert, an vielen Fronten ziehen sie sich aufgrund der neuen Bündniskonstellationen zurück.

Neuer Armeevorstoß bei Beit Jinn

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) konnte in ihrer Operation gegen die Opposition im Osten von Damaskus den Druck auf die Opposition erhöhen, nachdem sie viele strategisch relevante Hügel in Nähe der Dörfer erobert hat. Mehrere belagerte Dörfer um Beit Jinn sind seit mehreren Wochen mehrmalig Offensiven ausgesetzt gewesen. Trotz jahrelanger Belagerung konnten lokale Milizen bisher die meisten Offensiven der Armee zurückschlagen. Dennoch konnten in den letzten Tagen erneut einige Gewinne verzeichnet werden, darunter mehrere Farmen südlich der Stadt Beit Jinn und Khirbat Harakmat.

In dem belagerten Gebiet sind vor allem lokale Streitkräfte aktiv, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) soll aber ebenfalls eine Präsenz besitzen. Insgesamt hält der Opposition lediglich vier Dörfer.

Neben den regulären Kämpfen finden aber auch oppositionsinterne Konflikte statt. Unter anderem vertrieben lokale Kräfte radikalere Einheiten um Tahrir al-Sham aus dem Dorf Kafr Hawar, da sie sich für eine weitere Eskalation der Kämpfe einsetzten. Es gibt vermehrt Stimmen für Friedensverhandlungen und die darauffolgende Evakuierung, wie es bereits etliche Male in und um Damaskus geschehen ist. Bisher zeigte sich die syrische Armee aber noch nicht zu Verhandlungen bereit.

Die neue Krise im irakischen Kurdistan

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In den vielen Städten der Provinz Suleymaniyah in dem nordirakischen, kurdischen Autonomiegebiet sind plötzlich schwer bewaffnete, unbekannte Söldner zu sehen. Sie können weder regulären Sicherheitskräften noch der Peschmerga zugerechnet werden. Ihr Zweck: Weitere Proteste gegen die kurdische Regierung zu unterdrücken. In den Städten Rania, Halabja und Suleymaniyah ergibt sich ein gleiches Bild, wo gestern noch tausende Demonstranten friedlich protestierten, stehen heute schwere Panzerfahrzeuge.

Die Opposition macht dafür die Patriotische Union Kurdistan verantwortlich, Eine der zwei regierenden Parteien und Schutzherr über die Gebiete in der Provinz Suleymaniyah unter den Clan-Strukturen der Talabanis. Sie sollen brutalst die derzeitigen Proteste unterdrücken und hunderte Demonstranten mitten in der Nacht festgenommen haben. Hinzu kommt die Erstürmung des kurdischen Fernsehsenders NRT, welcher zu Beginn als Einziger von den Unruhen berichtet hat und die Festnahme von Mitgliedern des NGO „STOP“, welche gegen die enorme Korruption in Kurdistan versuch vorzugehen.

Denn diese Auflehnung ist vor allem ein Widerstand gegen die herrschende Regierung der Demokratischen Kurdistan-Partei unter Massoud Bahrzani und der bereits erwähnten PUK unter Talabani. Seit Jahren wurden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen immer wieder aus verschiedenen Vorwänden verschoben. Besonders kritisch sind aber die seit Monaten ausbleibenden Bezahlungen von Beamten und Militärs, stattdessen werden sie von irakischen Zentralregierung subventioniert.

Seitdem die irakische Regierung die Provinz Kirkuk und ihre dazugehörigen Ölfelder wiedererobert haben verfügt das kurdische Autonomiegebiet über wesentlich weniger Einnahmen, zuvor war die Finanzierung des Haushalts bereits ein großes Problem, welches damit nur noch vergrößert wurde. Das wenige Einkommen wird durch die extreme Korruption nochmals vermindert, immerhin sind die KDP und PUK einzig Strukturen zum Machterhalt des Bahrzani- und Talabani-Clans.

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Aleppo feiert einjährige Befreiung

In der Millionenstadt Aleppo kam es anlässlich des einjährigen Jubiläums von der vollständigen Eroberung der Großstadt durch die Syrisch-Arabische Armee (SAA) zu großen Feierlichkeiten, woran die Bevölkerung und das Militär beteiligt waren. Tausende Einwohner demonstrierten an mehreren Orten ihre Solidarität mit der syrischen Regierung und der Armee.

Wenige Stunden zuvor begann die Opposition aufgrund des Jubiläums mit dem Beschuss einiger Viertel im westlichen Aleppo. Bisherigen Angaben zufolge wurden dabei zwei bis drei Frauen und Kinder im Distrikt al-Khalidayah getötet. Es sind weitere Mörser- und Artillerieangriffe über den Tag hinweg zu erwarten.

Verbale Eskalationen zwischen syrischer Regierung und SDF

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Die Rhetorik zwischen der syrischen Regierung den von der USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hat sich in den letzten Tagen zugespitzt, nachdem Präsident Bashar al-Assad in einem Interview sagte, dass alle Menschen, die unter der Führung eines fremden Landes in Syrien agieren, Verräter seien. Dabei erwähnte er aber nicht explizit die SDF, dennoch beschuldigte sie im Tag darauf die Regierung selber des Verrats, da die Aussage ein klares Zeichen der Kooperation mit der Türkei gegen die Kurden der YPG/SDF bedeutet.

Außerdem soll Assad der SDF zufolge Tür und Tor dem „internationalen Terrorismus“ in Syrien geöffnet haben, u.a. durch die Freilassung von islamistischen Terroristen aus den Gefängnissen 2011. „Assad sollte die letzte Person sein, die von Verrat spricht“, sagte ein Pressesprecher. Sprecher des Präsidenten erwähnte aufgrund der negativen Reaktionen explizit, dass man nicht die Kurden (Kurden in ihrer Gesamtheit und nicht nur innerhalb der SDF) angesprochen habe, auch wenn unweigerlich diverse Teile genau diese Beschreibung erfüllen. Damit hat man immer noch nicht verneint, dass die SDF nicht gemeint ist.

Derweil scheint sich ein völlig andere Situation in Aleppo zu entwickeln: Die SDF und syrische Regierung haben sich scheinbar über die administrative Verwaltung des kurdischen Viertels Sheikh Maqsoud entschieden haben, die nun alleinig der Regierung zufallen soll. Das Viertel und weitere Bezirke befinden sich seit Jahren in unabhängiger Kontrolle. Nun sollen wichtige Institutionen wie Schulen, Gerichte etc. übergeben werden. Ob es sich tatsächlich bewahrheitet ist aber unklar, möglich ist auch eine intensivere, gemeinsame Verwaltung.

Tote bei Protesten im irakischen Kurdistan

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Im kurdischen Autonomiegebiet im Norden Iraks gab es zum dritten Tag in Folge Proteste gegen die vorherrschende Regierung unter Massoud Bahrzani, der seit Jahren Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ausgesetzt hat. In der kleinen kurdischen Stadt Rania ist die Gewalt völlig eskaliert, auf Seiten der Protestierenden und Sicherheitskräften gibt es mehrere Tote zu vermelden. An weiteren Orten kam es zu zahlreichen Verletzten, nachdem die Polizei versuchte die Proteste gewaltsam aufzulösen.

Die für den Kurdenaufstand gegen Saddam Hussein im Jahre 1991 bekannte Stadt Rania vermeldet unterschiedliche Todeszahlen. Die Angaben reichen von sechs bis 16 Tote und über 90 Verletzte. Nachdem die örtlichen Kräfte Feuer auf die Protestierenden eröffnet haben sollen sich mehrere Demonstrierende bewaffnet und die Polizeibehörde und das Parteibüro der herrschenden Partei KDP gestürmt haben. Es ist unklar wie sich derzeit die Situation in Rania ergibt, möglicherweise befindet sich die Stadt derzeit größtenteils nicht mehr unter der Kontrolle der kurdischen Regierung.

Weitere Schauplätze waren Kifri, Chamchamal und Khomal, wo eine Ausgangssperre verhängt wurde und es zu weiteren Verletzten kam. Außerdem wurde die Fernsehstation des kurdischen Senders NRT gestürmt, da sie als Einzige von den Protesten berichteten. Für mehrere Stunden war NRT nicht erreichbar, die Journalisten kurzzeitig gefangen genommen und später wieder entlassen. Unklarheit herrscht wer für die Schließung verantwortlich ist. Das von der PUK geführte Kulturministerium beschuldigt den Gouverneur der Provinz Haval Abubakr (Gorran-Partei) für diese Anordnung, Dieser jedoch verneint jegliche Beteiligung. Sein Bruder Shaswar Abdulwahad wurde zuvor von Sicherheitskräften am Flughafen festgenommen.

Der irakische Premierminister Haidar al-Abadi hat derweil angekündigt, irakische Sicherheitskräfte in mehrere Gegenden des irakischen Kurdistans zu senden um eine Deeskalation zwischen den beiden Seiten zu erwirken.

Die gewaltsamen Demonstrationen sind als Protest gegen die Korruption zwischen den führenden Parteien im irakischen Kurdistan zu betrachten, den Clan-Strukturen Bahrzanis in der KDP und dessen von Talabani in der PUK. Neben Korruption stößt aber auch die fehlende Bezahlung auf enorme Kritik, die irakische Zentralregierung bezahlt inzwischen alle Gehälter des Militärs und des Staatsapparates in Kurdistan.

Erneut Raketenabschuss der Huthis auf Saudi-Arabien

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Die jemenitischen Houthi-Rebellen sollen erneut eine ballistische Rakete eingesetzt haben, um Ziele in der saudischen Hauptstadt Riad anzugreifen. Das Ziel soll angeblich der al-Yamama-Königspalast gewesen sein, wo sich zu dem Zeitpunkt ein Meeting von verschiedenen Mitgliedern des Adelshauses stattgefunden haben soll. Den Houthis nahe stehende Medien sprechen von einem Einsatz einer Burkan H2-Rakete, eine eigens in Jemen produzierte Rakete die vor allem Ähnlichkeit zu iranischen und chinesischen Modellen besitzt. Anderen Angaben zufolge aber wurde die Rakete von der saudischen Luftabwehr erfolgreich zerstört bevor sie ihr Ziel erreichen konnte.

Auch wenn diese Raketenangriffe keine Seltenheit haben sie in ihrer Quantität deutlich zugenommen, vor allem Riad ist davon betroffen. Zuletzt wurde angenommen, dass die Eigenentwicklungen sich vor allem unter der Kontrolle der Armee unter dem inzwischen verstorbenen Ex-Präsidenten Saleh befinden. Scheinbar aber besitzen die Huthis einen Restbestand oder entwickeln selber bzw. können auf Unterstützung des Irans setzen.

Proteste im irakischen Kurdistan

Im kurdischen Autonomiegebiet im Norden Iraks gab es zum zweiten Tag in Folge Proteste gegen die vorherrschende Regierung unter Massoud Bahrzani, der seit Jahren Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ausgesetzt hat. Die teilweise gewaltsamen Demonstrationen sind aber vor allem als Protest gegen die Korruption zwischen den führenden Parteien im irakischen Kurdistan zu betrachten. Neben Korruption stößt aber auch die fehlende Bezahlung auf enorme Kritik, die irakische Zentralregierung bezahlt inzwischen alle Gehälter des Militärs und des Staatsapparates in Kurdistan.

In Folge der Proteste wurden mehrere Parteibüros der KDP, PUK und Gorran angezündet und zerstört. Weitere Übergriffe folgten auf die Sicherheitsbehörden. Zentral waren die nordöstliche Stadt Suleihmani, die von der PUK dominiert wird. Angeblich wurde ein Mitglied der Gorran-Partei von der Polizei verhaftet, die Gründe dafür sind unbekannt.

Seitdem sich die politische Situation durch das Unabhängigkeitsreferendum verschärft hat kommt es häufiger zu Protesten. Zuletzt gab es größere Gewaltausbrüche aufgrund der Kritik eines Goran-Abgeordneten im Parlament gegenüber dem amtierenden Bahrzani. Sympathisanten stürmten das Parlament und attackierten Journalisten. Bahrzani regiert seit Jahren das Land nahezu diktatorisch, durch das Scheitern des Referendums kündigte er eigentlich seinen Rückzug aus der Politik an, was sich aber bisher nicht bewahrheitet hat.