Irakische Armee erobert letzte IS-Hochburg

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Irakische Streitkräfte und verbündete Gruppierungen wie dutzende Milizen unter dem Dachverband der „Volksmobilisierungseinheiten“ bzw. Hashd al-Shaabi konnten die letzte Hochburg des Islamischen Staates, al-Qaim, erobern und damit ebenfalls das gesamte südliche Ufer des Euphrats sichern. Dieser Sieg ist ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den Terrorismus, der IS hält damit im Irak lediglich Wüstengebiete und die Kleinstadt Rawa.

Die vom irakischen Premierminister Haidar al-Abadi offiziell angekündigte Offensive besitzt zwei große Vorstoßrichtungen. Auf der einen Seite entlang des Euphrats vom erst kürzlich wiedereroberten Anah hinauf und auf der Anderen von dem südlichen Luftwaffenstützpunkt Akashat in der Anbar-Wüste. Nach kurzer Zeit wurden weite Teile der Wüste erobert und man konsolidierte seine Stellungen etwa fünf Kilometer um al-Qaim.

Am Donnerstag wurde dann der Startschuss für Operationen innerhalb der Stadt gegeben, nach kurzer Zeit wurde der Husaybah-Grenzübergang zu Syrien erobert. Insgesamt gab es kaum Berichte von Kämpfen, drei Selbstmordattentäter soll der IS eingesetzt haben. Das Wüsten-Terrain und der Aufbau von al-Qaim gaben den IS-Kämpfer keine Vorteile bei der Verteidigung.

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Für einige Tage gab es eine Verzögerung der Operation, Gerüchten zufolge wartete man auf die Fortschritte der syrischen Armee gegen den Islamischen Staat auf der anderen Seite der Grenze. Generell und in dieser Offensive kooperieren beide Armeen eng miteinander gegen den Islamischen Staat, auch gibt er des Öfteren koordinierte Luftschläge der irakischen Luftstreitkräfte auf syrische Städte. Ebenfalls gab das syrische Verteidigungsministerium vor kurzem die Erlaubnis, dass irakische Einheiten syrisches Territorium im Kampf gegen den IS betreten dürfen.

Man kann dies aber nicht nur als Schwäche werten, ein gleiches Szenario gab es in Tel Afar und Hawijah. Dort wurden die wichtigen Städte fast kampflos aufgegeben. Ähnlich al-Qaim sind all diese Orte bereits zu Beginn des Aufstiegs des Islamischen Staates wichtige Hochburgen gewesen. Ein Rückzug bedeutet keine Zerstörung und damit auch keine Zerstörung der Sympathien der dortigen Bevölkerung und von wichtigen Strukturen, wie man es z.B. nach Mossul gesehen hat. Damit ist auch noch lange nicht der Untergang des Islamischen Staates besiegelt, er wird zu Guerilla-Taktiken übergehen und weiterhin Anschläge verüben, in Nord-Bagdad gibt es mehrere Trainingscamps, wo Selbstmordattentäter „ausgebildet“ werden und immer wieder Anschläge in Bagdad und Umgebung verüben. Dennoch wurde ein entscheidender Sieg getätigt.

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