Irakische Armee betritt Kirkuk

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Irakischer Konvoi in Kirkuk

Einheiten der irakischen Armee und verbündeter Milizen konnten in den vergangenen Stunden von mehreren Himmelsrichtungen aus die Großstadt Kirkuk in der gleichnamigen Provinz betreten und einige Punkte erobern. Bisher ist es noch nicht gänzlich geklärt, ob die Stadt selber das Ziel der irakischen Operation ist oder doch nur die relevante Infrastruktur und Ölfelder in der Region. Es gibt auch die ersten Berichte über Verluste, die Peschmerga soll bisher zehn Kämpfer verloren haben, ebenfalls wurden angeblich eine unbestimmte Anzahl an Zivilisten durch die irakische Armee getötet.

Vereinzelt stoßen die irakischen Streitkräfte auf Widerstand, vor allem bewaffnete Zivilisten und einige Kämpfer der PKK sollen in der Stadt aktiv sein. Visuelle Beweise zeigen Eroberungen in den nördlichen Vierteln Arawa und Raheem, wo sich die bekannte Peschmerga-Statue am Verkehrsdreieck zwischen Erbil und Suleymani befindet. Ebenfalls wurden die Eingänge zum Viertel „1. Juni“ erobert, einigen unbestätigten Berichten zufolge befindet sich die Armee lediglich einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, was jedoch eher unwahrscheinlich erscheint. Der Strom soll gekappt worden sein.

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Zivilisten flüchten aus Kirkuk

Währenddessen fliehen tausende Zivilisten aus der Stadt, die Meisten zur Hauptstadt des irakischen Kurdistans, Erbil. Unter den Zivilisten finden sich auch weitere Peschmerga-Kämpfer, die seit Anbeginn der Offensive völlig demoralisiert sind. Viele Kämpfer fühlen sich von den internationalen Mächten, vor allem der USA und Israel, verraten. Die Peschmerga der politischen Partei PUK verkündete bereits heute früh ihren Abzug aus Kirkuk, wahrscheinlich existiert ein Deal mit der irakischen Zentralregierung. Diese nahmen auch Einiges an Kriegsgerät mit, darunter wurde eine Haubitze von den Peschmergakräften der KDP (herrschende Partei) beschlagnahmt. Möglicherweise kam es bereits zu Reibereien zwischen den beiden Seiten. Einige Einheiten der PUK-Peschmerga wurden von Einwohnern auf ihrem Rückweg mit Steinen beworfen.

Im Zuge des Referendum für die Unabhängigkeit des irakischen Kurdistans im September unter dem Diktator Bahrzani eskalierten die Beziehungen zur Regierung in Bagdad. Die relativ ölreiche Provinz Kirkuk befindet sich seit 2014 unter der Kontrolle der Peschmerga, nachdem sie von dort den Islamischen Staat vertrieben hat. Kirkuk und viele weitere Orte gehören damit nicht zum de jure-Territorium des irakischen Kurdistans.

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