Beginn der Evakuierung von al-Nusra in Arsal

In der Provinz Arsal im syrisch-libanesischen Grenzgebirge beginnt heute die zweite Phase der Evakuierung der islamistischen Gruppierung Jabhat al-Nusra, die innerhalb einer Woche militärisch von der syrischen & libanesischen Armee und der Hisbollah vernichtet wurden. In Folge darauf kapitulierte man und begannen Verhandlungen über einen möglichen Abtransport der verbliebenen Kämpfer nach Idlib, Syrien.

In der ersten Phase wurden Leichen ausgetauscht und begraben. Die zweite Phase besteht aus der eigentlichen Evakuierung, wo geschätzt 8000 Personen (sowohl Kämpfer als auch deren Familien und weitere Zivilisten) mithilfe von über 160 Bussen nach Syrien gebracht werden. Außerdem sollen acht Hisbollah-Kämpfer aus der Gefangenschaft übergeben werden, darunter einige Kämpfer die in Süd-Aleppo gefangen genommen wurden.

 

Armee erobert noch mehr Dörfer am Euphrat

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Stammesmilizen aus der Region eroberten im zweiten Tag in Folge weitere Dörfer am Euphrat südwestlich von Raqqah. Nach der bestätigten Übernahme von Ghanim al-Ali gestern kommen noch die Dörfer Jabilah und al-Rabiyah weiter westlich hinzu. Kurz zuvor gab es Berichte über einen IS-Gegenangriff auf diese neu eroberten Dörfer, die darauf folgend zurückerobert wurden. Dies scheint sich aber nicht zu bewahrheiten.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge befindet sich die Syrische Armee nun nur noch 50 Kilometer von Deir ez-Zor entfernt, was aber doch eher eine optimistische Schätzung ist. In der Stadt selber sprengte die Armee einen rund 240m langen Tunnel, der eine Nachschubroute des Islamischen Staates zum Tirdah-Friedhof im Zentrum der Stadt durchbrach. Der Friedhof befindet sich zwischen den beiden Exklaven der Armee bzw. Regierung vor Ort, der bei einer Offensive Anfang des Jahres erobert wurde und das Territorium effektiv zweiteilte.

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In anderen Berichten soll der Islamische Staat neue Kämpfer von Deir ez-Zor in die Region verlegt haben, um u.a. die Stadt Ma’adan zu verteidigen. In einem neu veröffentlichten Video zeigt man Kämpfe im Süden Rusafas, wo Munition erbeutet wurde und man einen Soldaten gefangen nahm. Der Widerstand scheint sich nun langsam zu intensivieren, nachdem der IS scheinbar völlig überrascht von den Fortschritten der SAA war.

 

Die Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat zu erwarten. Rusafa (Segiopolis) galt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Am Euphrat hingegen gibt es fruchtbare Felder und viele kleine und große Dörfer, die ebenfalls einen Weg nach Deir ez-Zor eröffnen würden.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

IS hält seit über 2 Monaten philippinische Großstadt

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In der südphilippinischen Großstadt Mirawa dauern nun seit über zwei Monaten schwere Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und dem „Islamischen Staat in Lanao“ an. Der IS konnte weite Teile der inzwischen fast völlig verlassenen Stadt halten, die philippinischen Streitkräfte scheinen trotz der Unterstützung der USA und Chinas gegen eine Wand zu laufen, beide Seiten sollen Hunderte an Toten zu beklagen haben. Und es ist bei weitem kein Ende der Kämpfe in Sicht.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte findet die deutlichsten Worte für das Geschehen in Marawi, laut ihm waren alle Parteien auf einen derart organisierten und effektiven Gegner nicht vorbereitet. Duterte sieht ein Ende der Kämpfe erst in einem Jahr. Die Fakten auf dem Schlachtfeld sind der simpelste Ausdruck seiner Aussagen: Hunderte IS-Kämpfer kontrollieren seit dem 23. Mai rund 50% der einst 200.000 Einwohner zählenden Großstadt. Trotz dem täglichen Einsatz der Luftwaffe und Artillerie hält sich der Islamische Staat in seinen Ruinen östlich der Kanäle, die die Stadt in drei Teile teilt. Insgesamt soll man rund 860 Gebäude kontrollieren.

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Syrische Armee erobert weitere Städte am Euphrat

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Stammesmilizen aus der Region eroberten nach bisher noch nicht gänzlich bestätigten Angaben die Dörfer Ghanim al-Ali, Qubbat Abu Ahmad, al-Atshana und Muqla Saghir direkt am Euphrat südöstlich der Stadt Raqqah. Sollten sich diese Angaben bewahrheiten würde das eine Belagerung der IS-Gebiete westlich bedeuten, darunter wichtige Orte wie Zawr Shammar (welches derzeit auch von den russischen Luftstreitkräften bombardiert wird) und Qibli. Damit befindet man sich auch nur noch knapp zehn Kilometer von dem administrativen Zentrum der Region namens Ma’adan entfernt, nachdem man bereits südlich sich auf rund sechs Kilometer angenähert hat.

In anderen Berichten soll der Islamische Staat neue Kämpfer von Deir ez-Zor in die Region verlegt haben, um u.a. die Stadt Ma’adan zu verteidigen. In einem neu veröffentlichten Video zeigt man Kämpfe im Süden Rusafas, wo Munition erbeutet wurde und man einen Soldaten gefangen nahm. Der Widerstand scheint sich nun langsam zu intensivieren, nachdem der IS scheinbar völlig überrascht von den Fortschritten der SAA war.

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Die Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat zu erwarten. Rusafa (Segiopolis) galt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Am Euphrat hingegen gibt es fruchtbare Felder und viele kleine und große Dörfer, die ebenfalls einen Weg nach Deir ez-Zor eröffnen würden.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Syrische Armee betritt zum ersten Mal seit 2013 die Provinz Deir ez-Zor

 

 

Die Syrisch-Arabische Armee, die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ und verbündete Stammesmilizen betraten durch die neuen Eroberungen gegen den Islamischen Staat erstmals seit 2013 die Provinz Deir ez-Zor in Ost-Syrien. Der Eintritt soll irgendwo in der Wüste im Westen der Provinz geschehen sein, ein genauer Ort ist nicht bekannt. Die letzten Eroberungen aber sprechen von der Tifadah-Wüstenregion, die sich in etwa südlich der Bezirksstadt Maadan am Euphrat befindet. Den bisherigen Berichten zufolge drang man sogar zehn Kilometer weiter vor. Dies entspräche dann in etwa noch ~48km bis zum belagerten Deir ez-Zor.

Die derzeitige Taktik der Tiger Forces zeigt den Versuch, die urbanen Zentren entlang des Euphrat-Tals zu ignorieren und sie eher zu „umschließen“. Damit möchte man die anstrengenden Kämpfe in den Dörfern und Städten vermeiden und den IS darin zur Aufgabe zu zwingen und einen Fluchtweg offen zu lassen. Ähnliche Taktiken gab es bereits bei Kuweires und Khanaser.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

USA beendet möglicherweise Besetzung des syrisch-irakischen Grenzüberganges

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US-Spezialeinheiten und verbündete Milizen bei al-Tanf

Die USA scheint inzwischen immer weniger gewillt zu sein, ihre zwei vorgeschobenen Außenposten im Süden der syrischen Wüste zu schützen. Dem vorausgegangen war die Entscheidung Donald Trump’s, die Unterstützung der Opposition durch die CIA zu stoppen. Dies scheint sich scheinbar nicht nur auf Waffenlieferungen zu beschränken, sondern man möchte wohl möglicherweise den syrisch-irakischen Grenzübergang al-Tanf aufgeben, der bisher eine Verbindung des Territoriums der syrischen und irakischen Regierung verhinderte.

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Houthis bombardieren saudischen Flughafen

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Burkan-1-Raketen

Gestern Abend begannen die in Nordjemen ansässigen Houthi-Rebellen und die verbündete Saleh-Regierung den Beschuss des König-Fahd-Flughafens bei Taif, eine Großstadt in der Nähe von Mekka.

Den Angaben zufolge sollen fünf selbst produzierte (mit der Unterstützung des Irans) Burkan-1-Raketen dabei eingesetzt worden sein, die eine Entfernung von etwa 700 Kilometern überwindeten. Eine Rakete soll die Luftabwehr zerstört haben. Als Reaktion darauf starteten die saudischen Luftstreitkräfte mehrere Luftschläge auf die jemenitische Hauptstadt Sana’a, wo mehrere Wohnhäuser und die angeblichen Startrampen zerstört wurden.

Diese Angriffe sind nichts ungewöhnliches, bereits vor einigen Tag griff man Ölraffinerien im Westen des Landes an. Der erste Angriff galt der Hauptstadt Riad, wobei die Medien von einem „Meteoriteneinschlag“ gesprochen haben. Die Raketenangriffe sind als Vergeltungsschläge für die ständigen Bombardierungen Saudi-Arabiens zu betrachten, wobei es eher moralische als materielle Schäden anrichtet.

Al-Nusra kapituliert am syrisch-libanesischem Grenzgebirge

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Die syrische Armee, die libanesische Armee und Hisbollah starteten letzte Woche eine groß angelegte Offensive auf die verbliebenen Posten des Islamischen Staates und Tahrir al-Sham (HTS) in der Grenzregion um Arsal. Ziel ist die vollständige Rückeroberung der syrisch-libanesischen Grenze, die damit abgeschlossen wäre. Der Anführer der Hisbollah Hassan Nasrallah verkündete den Sieg bereits in einer gestrigen Rede.

Nach etwa fünftägigen Kämpfen gegen die verbliebenen Kämpfer von al-Nusra vereinbarte man ab 6:00 Uhr Ortszeit eine Waffenruhe, die darauffolgend den Transport der Kämpfer nach Idlib in Syrien vorsieht. Hierbei wendet man das durchaus in Syrien reguläre Modell an, eingeschlossene und aussichtslose Milizen zur oppositionell beherrschten Provinz Idlib zu schicken und damit weitere Kämpfe zu verhindern.

Damit bleibt nur noch das Territorium des Islamischen Staates übrig, einigen Berichten zufolge flohen mehrere Nusra-Mitglieder in das Gebiet. Es sollte in einer ähnlichen Zeitspanne fallen.

Den Großteil der Kämpfe übernimmt die Hisbollah, die dementsprechend rund 20 Tote zu beklagen hat. Die libanesische Armee übernimmt vor allem Artillerieangriffe und die Koordination, weswegen es dort bisher zu keinen Verlusten gekommen ist.

SDF verneint Aufstellung einer „LGBT-Einheit“

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TQILA irgendwo im vom SDF eroberten Gebiet Raqqahs

In Raqqah soll sich die Gruppierung „The Queer Insurrection and Liberation Army“ gebildet haben, welche wiederum einen Teil der anarchistischen „International Revolutionary People’s Guerrilla Force“ ist. In einem von TQILA veröffentlichten Statement begründete man die Bildung als Reaktion auf die Diskriminierung „faschistischer und extremistischer“ Mächte wie dem Islamischen Staat (aber auch christliche Konservative wurden explizit erwähnt), die angebliche Homosexuelle von Hausdächern werfen und steinigen.

Der Pressesprecher der SDF (der dominierenden Fraktion im Kampf gegen den IS in Raqqah und Umgebung), Mustafa Bali, verneinte daraufhin die Existenz und/oder Gründung einer solchen Einheit in den Rängen der SDF. „Wir respektieren die Menschenrechte und damit auch die Rechte der Homosexuellen, verneinen aber die Bildung einer solchen LGBT-Einheit“ hieß es sinngemäß.

Wahrscheinlich handelt es sich in erster Linie hierbei um einen PR-Stunt für die westliche Zuschauerschaft, da gerade die ansässige Bevölkerung wenig erfreut darüber sein wird. Die sozialen Medien der arabischen Welt zeigten bereits Spott und Beschimpfungen für diesen Schritt.

Ohnehin ist eine militärische Präsenz der „International Revolutionary People’s Guerrilla Force“ völlig unbekannt, bis auf ein Propagandavideo im April kam es zu keinen weiteren Veröffentlichungen, diverse Berichte sprechen von maximal ~20 Mitgliedern, die sich personell wahrscheinlich nicht groß von TQILA unterscheidet. Bei der lokalen Bevölkerung werden solche Gruppen oft nicht ernst genommen, nur als Jugendliche aus dem Westen die den (nicht selbst gefochteten) Kampf gegen den IS als Lifestyle und mit hübschen Bildern auf Facebook verkaufen.

 

Syrische Armee erobert neue Stadt am Euphrat

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Stammesmilizen in Ukayrishah

Die Syrisch-Arabische Armee und verbündete Stammesmilizen aus der Region eroberten die 5.000 Einwohner zählende Stadt Huwayjat Shinan südöstlich von Raqqah. Zuvor drang man in den Wüstengebieten südlich von Raqqah drang man über 35 Kilometer nordöstlich vor und erreichte den Euphrat. Ausgangspunkt war der Knotenpunkt bei den antiken Ruinen von Sergiopolis und den umliegenden Erdgasfeldern. Primäre Streitkraft sind die „Tiger Forces“, eine offensive Eliteeinheit unter dem Kommando von Suheil al-Hassan.

Es gibt aber widersprüchliche Angaben über die Kontrolle der Dörfer Ukayrishah und Dalah, wo beide Seiten (Armee und SDF) die Kontrolle für sich behaupten und die Armee auch Bilder von den eigenen Soldaten im Osten von Ukayrishah veröffentlichte. Es gibt Gerüchte über eine gemeinsame Kontrolle der Orte bzw. einem Art „Kommunikationszentrum“ der beiden Seiten, um unnötige Eskalationen zu verhindern.

Die Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat zu erwarten. Rusafa (Segiopolis) gilt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Am Euphrat hingegen gibt es fruchtbare Felder und viele kleine und große Dörfer, die ebenfalls einen Weg nach Deir ez-Zor eröffnen würden.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Mit welchen Gruppen beendet die USA angeblich ihre Unterstützung? – Teil 2

US-Präsident Donald Trump hat laut Medienberichten die Waffenlieferungen der CIA an die syrische Opposition stoppen lassen. Auch Ausbildungsprogramme für andere Fraktionen sollen unterlassen werden. Hier ist eine Auflistung aller syrischen Oppositionsgruppen, die von der USA aktiv ausgebildet und/oder materiell unterstützt wurden, namentlich vor allem mit Panzerabwehrwaffen (TOWs). Teilweise ist es dennoch unklar, ob die Unterstützung bereits früher fallen gelassen wurde und dementsprechend keine Vollständigkeit garantiert wird.

 

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Jaish al-Izzah

Neben ihrem Hauptquartier in al-Tamanah (Idlib) operieren sie vor allem in Nord-Hama, ein Gebiet welches jährlich einer neuen Offensive der Opposition ausgesetzt ist. Der Anführer Jamil al-Saleh weist Beziehungen zu Tahrir al-Sham (ehemals al-Nusra, syrischer Ableger von al-Qaida) auf, insgesamt arbeiten beide Gruppen eng zusammen.

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Free Idlib Army

Ist ein Zusammenschluss in Idlib aus drei Gruppen, die alle bereits von der USA unterstützt wurden. Die Gruppe selber unterstützte Anfang des Jahres bei den internen Kämpfen Ahrar al-Sham, in den Neuesten aber wurden sie von Tahrir al-Sham als diplomatischer Vermittler eingesetzt und erhielten Kafrnabel.

Eines der Gründungsgruppen war die 13th Division. Ihre Heimat Maarrat al-Nu’man ist immer wieder Schauort von Protesten der Bevölkerung gegen Tahrir al-Sham, wodurch immer wieder Kämpfe zwischen den beiden Seiten entstanden. Im Juni wurden sie mit der Sham Legion fast vollständig zerstört, ob sie überhaupt noch existent sind ist unklar. 

Das zweite Mitglied ist die „Northern Division“. Eigentlich ein Mitglied der 13th Division spalteten sie sich von ihr und schlossen sich mit der 101st Infantry Division zusammen, die sie später jedoch wieder verließen. Viele Mitglieder leben inzwischen in der Türkei.

Zuletzt ist da noch Liwa Suqour al-Jabal. Die ehemalig Mount Zawiya Brigade genannte Einheit hat sich eher dem Kampf der SDF/YPG verschrieben als den gegen die syrische Regierung. Ein Teil der Kämpfer desertierte zu Tahrir al-Sham (damals noch Fateh al-Sham), aber kehrte Monate später wieder zurück.

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Tahrir al-Sham erobert Idlib vollständig

Die größte islamistische Gruppierung Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) konnte die vollständige Kontrolle über die einst 165.000 große Provinzhauptstadt Idlib erringen, nachdem der derzeitige Kontrahent Ahrar al-Sham vertrieben wurde.

Eigentlich herrscht eine Waffenruhe zwischen den beiden Fraktionen, nachdem sich Ahrar al-Sham nach den dreitägigen Kämpfen unter Druck gesetzt fühlte und reihenweise Dörfer verlor und eigene Mitglieder desertierten. Mehrere Hauptquartiere von Ahrar al-Sham und Verbündeten wurden gestürmt, in den Außenbezirken kam es noch zu Kämpfen. Tahrir al-Sham soll eine Autobombe genutzt haben, die elf Personen das Leben kostete.

Neben Idlib eroberte man nach der eigentlichen Waffenruhe auch die Orte Darat Izzah, Salqeen, Jarjanaz, Mar Shamareen, Talmanas und Maar Shoureen, meistens Dörfer nördlich von Idlib. Außerdem griff HTS weitere Hauptquartiere „in der Nähe der Küste“ an, was dann der Region um Latakia entsprechen würde. Der Mitbegründer Abu Muhammad al-Shuhayl von Tahrir al-Sham bzw. Jabhat al-Nusra wurde währenddessen vergiftet in Idlib aufgefunden.

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Al-Nusra hisst die weiße Fahne im Libanon

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Blau: Tahrir al-Sham (bzw. al-Nusra)

Die syrische Armee, die libanesische Armee und Hisbollah starteten am Donnerstag eine groß angelegte Offensive auf die verbliebenen Posten des Islamischen Staates und Tahrir al-Sham (HTS) in der Grenzregion um Arsal. Ziel ist die vollständige Rückeroberung der syrisch-libanesischen Grenze, die damit abgeschlossen wäre.

Am dritten Tag wurde der Großteil des Territoriums von al-Nusra/Tahrir al-Sham zurückerobert, darunter Positionen und Berge wie: die Korra-Erhebung, Qornet Khirbat al-Jiwar, Dalil Aswad-Erhebung, Harf Wadi Ouweini, Shajra-Erhebung bei dem Flita-Gebirge, Qornat Wadi al-Khayl, Qornat al-Qonzoh, Jawar al-Shij, Wadi Kriti, Dalil Abyad, Sorj Kwayse, Dahr Safa-Erhebung, Dalil al-Khayl-Erhebung, Izaba, Adi al-Khayl, Ikab al dubb, Heqab Wadi al-Khel, Heqab Wadi A-Ryhan, Al-Zellba und das gesamte Jaroud Falita, was fast eine komplette Kapitulation von al-Nusra bedeutet.

Bereits einen Tag zuvor sollen mehrere Kämpfer (insgesamt angeblich 200) die weiße Fahne gehisst haben und damit freiwillig aufgegeben haben. Andere Kämpfer sollen sich in den umliegenden Flüchtlingslagern zurückgezogen haben, die meist als Operations- und Rekrutierungsbasis genutzt werden.

Den Großteil der Kämpfe übernimmt die Hisbollah, die dementsprechend rund 20 Tote zu beklagen hat. Die libanesische Armee übernimmt vor allem Artillerieangriffe und die Koordination, weswegen es dort bisher zu keinen Verlusten gekommen ist.

Außerdem soll der Diplomat und Verhandlungsführer Ahmad al-Faliti seitens der libanesischen Regierung von Tharir al-Sham getötet worden sein. Sein Auto wurde in der Nähe von Wadi Hamid von einer Rakete getroffen.

Syrische Armee erreicht Euphrat bei Rakka

 

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Durch ein mediales Blackout kam es überraschend zu einem großen Vorstoß der Syrisch-Arabischen Armee und verbündeten Milizen (darunter dort beheimatete Stammesmilizen), der scheinbar seit Tagen angedauert hatte. In den Wüstengebieten südlich von Raqqah drang man über 35 Kilometer nordöstlich vor und erreichte das Dorf Dakhleh am Euphrat. Ausgangspunkt war der Knotenpunkt bei den antiken Ruinen von Sergiopolis und den umliegenden Erdgasfeldern. Primäre Streitkraft sind die „Tiger Forces“, eine offensive Eliteeinheit unter dem Kommando von Suheil al-Hassan.

Dadurch entsteht ein (womöglich verlassener) Kessel direkt südlich von Raqqah und zugleich werden weitere Vorstöße der von der USA unterstützten SDF entlang des Euphrats blockiert.

Die Region südlich von Raqqah ist vor allem von Wüsten und kleinen Dörfern geprägt, insofern ist ein schnelles vorschreiten gegen einen geschwächten Islamischen Staat zu erwarten. Rusafa (Segiopolis) gilt als Etappenziel für die Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Nun ist zu erwarten, dass der restliche IS im Osten der Provinz Hama zusammenbrechen wird und der Weg nach Ostsyrien „offen“ ist.

Die Offensive steht auch mit der Operation „Lavendel“ im Zusammenhang. Diese hat ihren primären Zweck in der Aufhebung der Belagerung von Deir ez-Zor. Es ist die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 3 Jahren vom IS belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen. Die belagerten Soldaten sind hauptsächlich die Republikanischen Garden unter dem Kommando von Issam Zahreddine.

Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham einigen sich auf Waffenruhe

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Dokument von Ahrar al-Sham zur Bestätigung der Waffenruhe

Die zwei größten und islamistischen Gruppierungen Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham scheinen sich am Freitag auf eine Waffenruhe geeinigt zu haben. Zuvor kam es zu dreitägigen Kämpfen in der ganzen Provinz von Idlib, Aleppo und Hama, wobei eine besonders intensiv an der türkischen Grenze waren.

Außerdem beschloss man in den Vereinbarungen die Freilassung aller Gefangenen und den Abzug von Ahrar al-Sham aus der Umgebung des syrisch-türkischen Bab al-Hawa-Grenzüberganges, der als das primäre Ziel von Tahrir al-Sham galt. Dieser wird zukünftig unter „ziviler Administration“ gestellt. Auch werden die eigentlich von Ahrar al-Sham angeordneten Kämpfer wieder nach Jarablus in Nord-Aleppo zurückgeschickt, nachdem sie in der Umgebung von Atmeh Unterstützung leisteten.

Insgesamt kann man die Operation als klaren Gewinn für Tahrir al-Sham bezeichnen, nicht nur konnte man viele Dörfer und Städte (siehe nähere Details hier) erobern sondern ist jetzt in der Position, den einzigen Grenzübergang der Opposition zur Türkei zu bedrohen und damit die Unterstützung der Türkei und Katar für Ahrar al-Sham zu versiegen. Nebenbei spalteten sich mehrere Gruppen von Ahrar al-Sham ab, die sie noch mehr schwächen.

Eskalationen zwischen den beiden einst traditionellen Verbündeten (es gab sogar Verhandlungen über eine Vereinigung) sind nichts ungewöhnliches, besonders in Zeiten der Waffenruhe und damit ohne einen gemeinsamen Gegner. Inzwischen kämpfen beide Seiten über die Herrschaft von Idlib, Tahrir al-Sham wählte sogar strategisch den ehemaligen, internationalen Pressesprecher von Ahrar al-Sham Abu Jaber Shaykh zum Anführer (Emir). Dennoch ist die derzeitige Intensität ungewöhnlich, zuvor wurde noch nie derartig schwere Waffen eingesetzt und über ganz Idlib gekämpft.

Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham können beide Beziehungen zu al-Qaida aufweisen. Während Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als al-Nura und Jabhat Fateh al-Sham) den offiziellen Ableger bzw. die offizielle Abspaltung ebendieser darstellt, sind die Beziehungen bei Ahrar al-Sham wesentlich versteckter. Der Mitbegründer Abu Khalid al-Suri z.B. war ein enger Freund von Osama bin Laden. Ohnehin durchlebt Ahrar al-Sham derzeit einen Imagewechsel hin zu einer „moderateren“ Position, z.B. legitimierte man die Verwendung der FSA-Flagge und deren Einbeziehung ins Logo. In al-Arateb sollen sie bereits angeblich mehrere Fahnen der FSA gehisst haben.