Huthi-Rebellen rücken in Zentraljemen weiter vor

Unbeirrt rücken die zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen auf die letzte Hochburg der jemenitischen Exilregierung in der nördlichen Hälfte des Landes vor. Nach den erstaunlichen Erfolgen seit Ende September trennen nur noch wenige Kilometer und einige Bezirke das Territorium der Houthis, dessen offizieller Name „Ansar Allah“ lautet, und die durch Flüchtlinge hunderttausende Einwohner zählende Stadt Marib, welche das Tor zum Osten Jemens öffnen würde und derzeit von drei Seiten von den nordjemenitischen Aufständischen umkreist wird. Neben den Fortschritten auf Marib gibt es weitere Erfolge im Zentrum des Landes zu berichten, wo sie wichtige Basen von al-Qaida und des Islamischen Staates vernichten konnten.

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Türkische Soldaten in Idlib getötet

Vor wenigen Tagen drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer neuen Militäroffensive gegen ein kurdisches Organisationsbündnis in Syrien mit der Begründung, die ständigen Angriffe und Attentate auf türkische Soldaten zu stoppen und damit dem „Terrorismus“ Einhalt gebieten zu wollen. Nun kam es am Freitag zu einer weiteren Attacke gegen das türkische Militär – jedoch nicht von den Kurden, sondern von den vermeintlich verbündeten islamistischen Kämpfern in der letzten oppositionellen Hochburg Idlib. Eine Guerillagruppe tötete zwei türkische Soldaten auf ihren Patrouillen in der gleichnamigen Provinz, welche in erster Linie Russland und die syrische Regierung vor neuen Militäroperationen abhalten sollen, Idlib aber faktisch zu einem von der Türkei abhängigen Protektorat macht.

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Türkei droht mit neuer Militäroffensive in Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte kürzlich mit militärischen Vergeltungsaktionen gegenüber dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) in Syrien, welche immer wieder für regelmäßige Angriffe und Anschläge auf türkische Truppen im Norden des Landes verantwortlich sind, gerade in jenen Gebieten, die von der Türkei mit der Unterstützung ihrer islamistischen Verbündeten von der SDF erobert und mit ethnischen Säuberungen der Kurden verbunden waren. Dagegen regt sich erheblicher Widerstand, der unter anderem aktive Unterstützung durch die syrische Regierung erfährt. Derartige rhetorische Drohgebärde sind von Seiten der Türkei nicht ungewöhnlich, nichtsdestotrotz besteht eine tatsächliche Gefahr einer neuen Großoffensive. Die Drohungen von Erdogan folgten relativ zeitnah auf das Verhandlungstreffen zwischen der Türkei und Russland, wo unter anderem auch die Situation in Syrien besprochen wurde.

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Israel bombardiert Flughafen in Zentralsyrien

Am letzten Freitag kam es zu einem folgenschweren Luftangriff auf den zentralsyrischen Militärflughafen Tiyas, welcher vom Iran und der syrischen Regierung als Hauptstützpunkt im Kampf gegen die versprengten Kämpfer des Islamischen Staates in der syrischen Wüste genutzt wird. Es ist bei weitem nicht der erste Luftschlag Israels auf militärische Ziele innerhalb des östlichen Nachbarstaates, insbesondere auch auf die Tiyas-Basis, dessen letzte Attacke jedoch zwei Jahre zurückliegt. Vermutlich gilt die israelische Aufmerksamkeit den dort angeblich stationierten iranischen Soldaten, die von dort aus Aufklärungsmissionen mithilfe von Drohnen aus dem bereits genannten Grund unternehmen, laut bisherigen Angaben wurden aber nur sechs syrische Soldaten verletzt.

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Säbelrasseln zwischen Iran und Aserbaidschan

Das Eskalationspotential zwischen Aserbaidschan und dem Iran war seit deren Staatsgründungen noch nie so hoch wie derzeit: Die beiden Staaten scheinen sich seit der Niederlage Armeniens im Bergkarabachkrieg vor fast einem Jahr auf einem Konfrontationskurs zu befinden, der sich seit einer Woche massiv zugespitzt hat, beide Seiten drohen mit der gegenseitigen Auslöschung des Landes. Größter Anlass dafür sind die neu entstehenden Bündnisse im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Israel wird in der iranischen Regierung mit großer Sorge betrachtet, während weiterhin islamistische Söldner aus Syrien von der Türkei beauftragt in Aserbaidschan stationiert sein sollen. Denn gerade andere Staaten spielen in diesem potentiellen Stellvertreterkonflikt eine wichtige Rolle.

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Russland bombardiert weiter Ziele in Idlib

Einigkeit herrschte beim bilateralen Staatstreffen zwischen dem russischen Präsidenten Vladimir Putin und seinem türkischen Gegenpendanten Recep Erdogan vor, zumindest offiziell. Nur wenige Stunden später intensivierte die Luftwaffe Russlands ihre Bombardierungskampagne über der letzten, noch von islamistischen Kräften kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens und attackierte erstmals auch jene Gebiete im Nordosten, die im Zuge einer türkischen Militärkampagne von den Kurden erobert werden konnten und sich als wichtiges Rückzugsgebiet für Islamisten und Aufständische herausstellen. Trotz diverser Gerüchte im Zusammenhang mit dem russisch-türkischen Verhandlungen gibt es keine Anzeichen für ein Ende des seit Jahren bestehenden Status Quo, also auch nicht für eine Offensive der syrischen Armee auf Idlib.

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Trotz US-Drohungen: Jordanien sucht Annäherung zu Syrien

Das erste offizielle Treffen zwischen Vertretern der jordanischen und syrischen Regierung seit Ausbruch des syrischen Krieges im Jahre 2011 scheint konstruktive Früchte zu tragen: Neben der Wiedereröffnung des gemeinsamen Grenzüberganges wurden weitere Investitions- und Kooperationspläne geschlossen, darunter die Wiederinbetriebnahme des gegenseitigen Luftverkehrs. Die beiden Nachbarländer waren in der Vergangenheit wichtige Handelspartner, auch Jordanien leidet unter dem andauernden Krieg in Syrien und sucht nun den Ausweg, obwohl die von den USA auferlegten „Ceasar-Sanktionen“ derartige Kontakte verbieten, weshalb es aus der US-Regierung scharfe Kritik an die Annäherung gibt. Die jordanische Regierung bzw. das Königshaus sucht seit der Niederlage der syrischen Opposition entlang des eigenen Grenzgebietes im Jahre 2018 die Normalisierung der beiden Länder, insbesondere da neben Millionen syrischen Flüchtlingen in Jordanien auch der Grenzverkehr und -handel von wichtiger Bedeutung ist. Derart relevant, dass sich Jordanien sogar gegen den Willen der USA stellt.

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Huthi-Rebellen erobern zentraljemenitische Provinz

Lange waren die Frontlinien im Jemen erstarrt, die miteinander verfeindeten zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen und Anhänger der Exilregierung konnten nur vereinzelt jeweils Bodengewinne verzeichnen und mittelfristig neue Territorien erobern. Nun aber konnten die Houthis, deren offizieller Titel „Ansar Allah“ lautet, die komplette Provinz al-Bayda in Zentraljemen innerhalb weniger Tage sichern, was vielmehr das Resultat diplomatischer Verhandlungen als militärischer Auseinandersetzungen war. Damit rückt auch wieder die strategisch wichtige Stadt Marib in das Fadenkreuz der schiitischen Aufständischen, auf dessen südlicher Flanke sie ähnlich große Geländegewinne erzielen konnten.

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Erster US-Luftschlag auf Syrien unter Biden

Der Anblick von Drohnen und Kampfjets über dem Himmel der letzten, noch von islamistischen Kräften kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens ist kein seltener Anblick, in dem akuten Kriegsgebiet versuchen immerhin die syrische Regierung, der Iran, Türkei und Russland um Macht und Einfluss zu kämpfen. Nach einer einjährigen Abwesenheit gesellt sich nun auch die USA wieder hinzu, die in unregelmäßigen Abständen versuchen, hochrangige Ziele der islamistischen Führungsriege auszulöschen. Dies geschah nun wieder in der vergangenen Nacht, als eine US-Kampfdrohne ein Fahrzeug zerstörte, welches einen tunesischen und jemenitischen Kommandanten der syrischen al-Qaida-Ablegers transportierte. Damit handelt es sich um die erste direkte Militärintervention der USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden.

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Russland bombardiert vermehrt Ziele in Idlib

In der letzten noch von islamistischen Kräften kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens kam es seit Anfang September zu einer massiven Zunahme militärischer Aktionen aller involvierten Fraktionen, insbesondere die russische Luftwaffe nahm nach einer mehrmonatigen Pause wieder ihre Luftschläge auf die gesamte Region auf. Das Säbelrasseln führte bei den beiden größten internationalen Unterstützern der jeweiligen Seite, also Russland und der Türkei, zur Verlegung neuer Truppen entlang der Frontlinien, die seit über einem Jahr von einer wackeligen Waffenruhe geprägt sind. Bisher ist jedoch unklar, ob die nun seit langem mehrmals heraufbeschworene Idlib-Offensive endlich realisiert wird, oder es sich um einen „isolierten“ Vorfall handelt, der keine militärischen oder politischen Konsequenzen nach sich ziehen wird.

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Israel bombardiert Ziele in Ostsyrien

Über den gestrigen Nachthimmel Ostsyriens gab es auffällig viele Aktivitäten zu vermelden, unter anderem von seit mehreren Monaten abwesenden Kampfjets der israelischen Luftwaffe. Unweit der syrisch-irakischen Grenze kam es in der vergangenen Nacht zu mehreren Explosionen, bei denen mehrere Fahrzeuge diverser, vom Iran unterstützten schiitisch-irakischen Gruppierungen zerstört und mehrere Kämpfer getötet wurden. Dabei soll es sich um eine Waffenlieferung gehandelt haben, die mithilfe amerikanischer Geheimdienstinformationen vor dem Erreichen des Empfängers abgefangen werden konnte. Israelische Aktivitäten in Ostsyrien sind nichts ungewöhnlich und im Vergleich zu vorherigen Vorfällen handelt es sich um nur einen verhältnismäßig „kleinen“ Luftschlag.

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Drohnenangriff auf kurdischen Flughafen

Vor wenigen Tagen wurde der Internationale Flughafen in der irakisch-kurdischen Hauptstadt Erbil von mehreren Drohnen angegriffen, die zu einem kurzzeitigen Zusammenbruchs des Luftverkehrs und materiellen Schaden geführt haben sollen. Ein Teil der Anlagen wird vom US-Militär als Knotenpunkt für die eigene Logistik genutzt, der Angriff galt wohl ebendiesem Ziel. Es ist nicht das erste Mal, dass Erbil und der dazugehörige Flughafen attackiert wurden, zuletzt kam es im Juni zu einem ähnlichen Vorfall, der eine Person tötete. Als wahrscheinlichster Täter gelten irakische Widerstandsbewegungen, die aktiv gegen die Präsenz ausländischer Streitkräfte kämpfen und dabei insbesondere die USA, aber auch die Türkei ins Zielvisier nehmen. Durch iranische Unterstützung setzen verschiedene schiitische Milizen immer mehr auf Kampf- und Aufklärungsdrohnen, die immer öfters gegen amerikanische Militärbasen und Konvois eingesetzt werden und sich dabei zu einer ernsthaften und tödlichen Gefahr entwickeln, die die USA bisher unterschätzt hat.

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Neues Islamistenbündnis bedroht pro-türkische Allianz in Nordsyrien

Entgegen dem allgemeinen Trend des syrischen Konfliktes kam es innerhalb der letzten Jahre kaum zu nennenswerten neuen oder reformierten Bündnisankündigungen innerhalb der syrischen Opposition, die äußerst selten geeint auftritt. Diese Entwicklung scheint nun vorerst gestoppt zu sein: In der von türkischen Streitkräften kontrollierten Territorien Nordsyriens erklärten mehrere Milizen den Zusammenschluss zur sogenannten „Syrischen Befreiungsfront“ (SLF), welche in der Namensform bereits zweimal in Syrien existierte. Das neue Bündnis ist paradoxerweise vor allem Ausdruck von Spannungen innerhalb pro-türkischer Kräfte, die offiziell unter der „Syrischen Nationalarmee“ (SNA) organisiert sind und der Türkei direkt unterstehen, die meiste Zeit aber mit oppositionsinternen Gefechten beschädigt sind. Darin liegt auch die Gefahr für die Türkei, die insbesondere islamistische Kräfte ausnutzen könnten.

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Daraa final unter Regierungskontrolle

Endlich scheint eine finale Lösung für den vor zwei Monaten erneut ausgebrochenen Konflikt zwischen syrischer Regierung und ehemaligen Rebellen sich anzubahnen, nachdem Hunderte Aufständische im sogenannten „Geburtsort der Revolution“, die südsyrische Großstadt Daraa, kapitulierten und beide Seiten sich diplomatisch einigen konnten. Die Situation in der gleichnamigen Provinz war zuletzt von schweren Konflikten geprägt, nachdem Ex-Rebellen Stellungen und Checkpoints der syrischen Streitkräfte attackierten und dabei Dutzende töteten oder gefangen nahmen. Die Regierung wiederum pochte auf eine militärische Lösung in der Frage, welcher aber nach ständigem Hin und Her und mehreren gebrochenen Verträgen durch russische Diplomatie verhindert werden konnte.

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Huthi-Rebellen attackieren Öl-Produktion Saudi-Arabiens

Am Samstag attackierten die jemenitischen Houthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen zwei vitale Städte Saudi-Arabiens, welche auf Seiten der jemenitischen Exilregierung seit sechs Jahren gegen die Houthis, offiziell unter dem Organisationsnamen „Ansar Allah“ bekannt, kämpfen. Neben militärischen Anlagen sollen dabei auch kritische Infrastruktur zur Öl-Produktion und Verarbeitung beschädigt worden sein, darunter Raffinerien an der Ostküste Saudi-Arabiens, welche über 1200 Kilometer vom Jemen entfernt liegen. Während das genaue Ausmaß der Schäden bisher nicht bekannt ist, musste der Flugverkehr über dem Land für mehrere Stunden unterbrochen werden. Zudem wurden von der saudischen Bevölkerung mehrere Videos veröffentlicht, die Einschlagkrater zeigen, vermutlich verursacht durch die Projektile der zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen. Es könnte der größte Angriff seit 2019 sein, als Kamikazedrohnen der Jemeniten die weltweit größte Erdölraffinerie schwer beschädigte und Saudi-Arabien Milliarden an Dollar kostete.

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